„Vergiss nie, dass ich dich liebe“ – Eine Revue über die Freundschaft zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf

© OFF Theater Salzburg BU Anja Clementi (links) und Christiane Warnicke

 

„Vergiss nie, dass ich dich liebe“

Eine Revue über die Freundschaft zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf

Diese Produktion des Salzburger OFF Theaters trifft offenbar den Nerv. Die Revue über die Freundschaft zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf, ursprünglich war nur eine Aufführung geplant, aber wegen der großen Nachfrage wurde der Abend zweimal wiederholt.

Es war eine superbe, kleine Glanzvorstellung, eine Art Chanson-Fest mit dialogischen Einlagen, von Anja Clementi und Christiane Warnicke überzeugend auf die Bühne gebracht, nahezu perfekt die Klavierbegleitung von Milan Staikovic.

Das von Frank Lyon seit Jahren erfolgreich geführte Theaterschiff „ Maria Helena“  bot den idealen Rahmen für diese Revue über die Freundschaft zwischen dem „Spatz von Paris“, der überragenden Chansonsängerin Edith Piaf, und dem Weltstar Marlene Dietrich, die schon 1930 den Durchbruch in ihrer Karriere in Josef von Sternberg‘s Film „Der blaue Engel“ geschafft hatte.

Kennengelernt haben die beiden sich 1938 in New York, wo Edith sich schwer tat mit ihren Tournee und dem amerikanischen Publikum. Marlene, die dort längst ein Star war, nahm sich erfolgreich ihrer an und präsentierte sie souverän und mit großer Geste auf der Bühne.

Ob es mehr war als inniges Einverständnis zwischen den beiden, geprägt vom Beschützerinstinkt Marlenes, oder gar ein echtes Liebesverhältnis, wird bei dem Saarbrücker Gastspiel in der Schwebe gehalten. In der Tat gibt es ernst zu nehmende Stimmen gibt, die das bezeugen, wie zum Beispiel Maria Riva, die Tochter von Marlene Dietrich. Auch der Regieeinfall mit dem großen, raumfüllenden Doppelbett auf der Bühne scheint das anzudeuten. Und dort hält sich Christiane Warnicke, die Marlene unserer Revue, allen Anschein nach am liebsten auf, kuschelt mit Edith, spricht zärtlich, bisweilen auch ermahnend mit ihr. Kontakte zur Außenwelt hält sie über Telefon. Blumengeschenke ihrer Verehrer, avisiert von ihrem rührigen Faktotum (Alex Linse), lassen sie kalt. Sie hat nur Augen für Edith.

Warnicke hat in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Schauspielerin reüssiert und wichtige Rollen an den Salzburger Theatern verkörpert. In der Rolle der Dietrich vermag sie restlos zu überzeigen, gibt sie als nonchalante Diseuse in schnoddriger Pose, aber mit anrührender Empathie. Geradzu betörend interpretiert sie die Schlager, die das in die Jahre gekommen Publikum noch bestens kennt, wie etwa „Sag mir, wo die Blumen sind“ oder „Lilli Marleen“.

Anja Clementi, ebenfalls seit langen Jahren in Salzburg erfolgreich professionell als Schauspielerin aktiv kommt als Edith Piaf im klassischen „kleinen Schwarzen“ daher, so wie wird den französischen Chanson-Star noch lebhaft in Erinnerung haben. Sie wirkt zerbrechlich und kämpferisch zugleich. Verblüffend, wie Sie den Gesangsstil und die Manier der wunderbaren Französin beherrscht. Mit Bravour und dem typischen Vibrato der Piaf schmettert Anja Clementi unter anderen die sattsam bekannten und berühmten Chansons „Non, je ne regrette rien“,  „Mylord“ oder „La vie en rose“.

Alles in allem ein wunderbares, ja begeisterndes Gastspiel des Salzburger OFF Theater. Bravo-Rufe aus dem Publikum und lang anhaltender Beifall.

Kurt Bohr

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.