Winterreise – Ballett von Roberto Scafati
 mit Musik von Franz Schubert und Jóhann Jóhannsson

Ab dem 17. Oktober 2020 im Großen Haus des Theaters Trier

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Winterreise © Theater Trier

 

„Die Winterreise“, ein Zyklus von 24 Gedichten, vertont von Franz Schubert, ist eine melancholische Reise in die menschliche Seele. Ballettdirektor Roberto Scafati vermischt Schuberts Musik mit der des isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson. Dabei entsteht eine hoch interessante Verbindung zweier Musikstile, bei der sich dichte Atmosphären und intimer Liedgesang abwechseln und so eine ganz einzigartige Wirkung entfalten.
Jedes Lied ist ein Bild, eine Erinnerung oder ein Gemütszustand eines namenlosen Wanderers, der durch die winterliche Landschaft streift und seine Seele in der Natur gespiegelt sieht. In „Winterreise“ begleiten die Zuschauerinnen und Zuschauer diesen Wanderer durch Träume, Schmerz und Sehnsucht. Das Thema der Natur ist allgegenwärtig im Text und der musikalischen Begleitung. Die Romantik, die hier durch alle Noten hindurch scheint, sehnt sich nach der Wiedervereinigung des Menschen mit der Natur. „Die Winterreise“ wurde in einer Zeit geschrieben, die durchdrungen war von den Enttäuschungen nach der französischen Revolution, den Eroberungskriegen Napoleons, die auch die Stadt Trier nachhaltig veränderten. Die Aufklärung verlangte nach der Trennung von Kirche und Staat. Religion wurde zurückgedrängt und damit eine rationale, vom Verstand geführte Zeit eingeleitet. Die Industrialisierung begann das Leben der Menschen zu verändern. Umso logischer erscheint also der Wille, sich dem Gefühl, der Intuition, dem Glauben an Mythen und vor allem der Natur hinzuwenden. Viele Gemälde der Romantik zeigen die Ansicht von Landschaften, nicht von Städten. Man wünschte sich Individualität statt Masse, Gefühl und Leidenschaft statt Technologie. Interessanterweise kann man hier eine Parallele zur heutigen Zeit finden: Die Digitalisierung ist ähnlich der Industrialisierung von damals eine komplette Umwälzung des Lebens. Auch 2020, etwa 190 Jahre nach der Komposition Schuberts, stehen wir vor der Frage nach der Bedeutung der realen Welt. Ein berührender Ballettabend.

Uraufführung am Samstag, 17. Oktober, um 19:30 Uhr im Großen Haus des Theaters Trier

Choreografie & Inszenierung: Roberto Scafati 
Bühne: Yoko Seyama 
Kostüme: Rosa Ana Chanzá 
Dramaturgie: Anna-Luella Zahner 
Mit: Matthias Bein (Bariton), Ketevan Rukhadze (Klavier)
Die Tänzerinnen und Tänzer: Francesco Aversano, Sofia Emanuela Cappelli, Vittoria Carpegna, Peng Chen, Laura Evangelisti, Leonardo Germani, Damien Nazabal, Giulia Pizzuto, Giorgio Strano, Prima Tharathep, Madhav Davide Valmiki

Weitere Termine:
Sonntag, 18.10.2020, 18:00 Uhr
Freitag, 23.10.2020, 19:30 Uhr
Freitag, 30.10.2020, 19:30 Uhr
Mittwoch, 11.11.2020, 19:30 Uhr

Samstag, 14.11.2020, 19:30 Uhr

Dienstag, 08.12.2020, 19:30 Uhr

Dienstag, 15.12.2020, 19:30 Uhr

Samstag, 19.12.2020, 19:30 Uhr

Sonntag, 07.02.2021, 18:00 Uhr

Sonntag, 21.02.2021, 16:00 Uhr

Sonntag, 28.02.2021, 18:00 Uhr

Samstag, 15.05.2021, 19:30 Uhr

Karten sind online auf www.theater-trier.de erhältlich sowie an der Theaterkasse. Bitte beachten Sie die neuen Öffnungszeiten von Mittwoch bis Freitag, 10:00 bis 18:00 Uhr und samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr. Die Theaterkasse ist auch via E-Mail an theaterkasse@trier.de sowie telefonisch unter 0651 7181818 zu den Öffnungszeiten erreichbar.

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