Wie aus SOPS das Weingut Dambach wurde

Eine Entdeckung für die höheren Weihen des Weingenusses

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Sven Ohlinger (links) und Philipp Seeger in ihren Dürkheimer Weinbergen. © Weingut Dambach

Die Begeisterung für Wein war schon in der Jugend da, obwohl SO alias Sven Ohlinger (38) und PS alias Philipp Seeger (36) nicht von einem Weingut stammen. Inspiriert wurden sie von befreundeten Winzern und erlernten unabhängig voneinander den Beruf des Weinbautechnikers.

Zum ersten Mal begegnet sind sich die beiden 2003 im renommierten Weingut Knipser, wo sie beide ihre Winzerlehre absolvierten und später arbeiteten. Der ähnliche Werdegang und die gemeinsame Begeisterung für Wein machte die beiden schnell zu Freunden. Bald reifte auch die Idee, selbst einen Wein zu machen. Im Jahr 2010 pflanzten sie einen eigenen Weinberg mit Chardonnay-Trauben und 2012 wurde daraus der erste Wein gekeltert. Ganz ihrer Vorliebe entsprechend wurde der Chardonnay im Barrique ausgebaut. Ihr Arbeitgeber unterstützte das Vorhaben und stellte den Keller zum Ausbau des Weines zur Verfügung, der unter dem Namen SOPS vermarktet wurde. Der Wein kam gut an und die Kunden fragten auch nach frischen, nicht holzgereiften Weinen. Dadurch kamen nach und nach Riesling, Sauvignon Blanc und auch Spätburgunder dazu.

Die eigenen Weine verlangten nun mehr Aufmerksamkeit und Sven und Philipp durften ihre Arbeitszeiten für das Weingut Knipser reduzieren. Eine noble Geste des Arbeitgebers. Leider wurde es im Weingut Knipser auch langsam zu eng. Im Jahr 2018 bot sich die Gelegenheit in Bad Dürkheim das Weingut Dambach zu übernehmen. Ein großer Schritt und eine mutige unternehmerische Entscheidung für die beiden jungen Winzer, die inzwischen beide Familien mit je zwei kleinen Kindern hatten. Der Name Dambach musste bleiben, damit sie auf dem Dürkheimer Wurstmarkt, dem Stadtfest und dem Dambach eigenen, sehr beliebten Grottenfest den Ausschank weiterführen konnten. Bei der kleinen Rebfläche von 7,5 ha ist dies ein wichtiger wirtschaftlicher Beitrag für die jungen Winzer.

Die Fachpresse wurde schon zu SOPS-Zeiten auf die beiden Jungs aus dem Knipserstall aufmerksam und es hagelte erste Auszeichnungen, wie „Newcomer des Jahres“ und die Aufnahme in verschiedene renommierte Weinführer. Ihr Motto ist: „Von der Schorle bis zum Grand Cru“. Damit wollen Sie Weine für den frischen, unkomplizierten Genuss genauso produzieren, wie ausgereifte Top-Lagen-Weine mit Charakter. Dabei stehen noch immer Chardonnay, Riesling, Spätburgunder und Sauvignon Blanc im Vordergrund. SOPS Dambach etablierte sich mit seinen herausragenden Weinen in sehr kurzer Zeit, und dies, ohne einen elterlichen Betrieb im Hintergrund zu haben. Wir dürfen sehr gespannt sein, wohin die Reise geht. Nach dem hervorragenden Jahrgang 2019 mit hoher Wahrscheinlichkeit steil nach oben.

Steffen Michler im OPUS Kulturmagazin Nr. 81 (September / Oktober 2020) in der Rubrik “Entdecken & Genießen”

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