WELCOME TO PUFF CITY

Symposium über aktuelle Möglichkeiten und Grenzen von Kunst im öffentlichen Raum
Samstag, 20. Januar 2018, 17:00 – 20:00 Uhr
Sonntag, 21. Januar 2018, 11:00 – 17:30 Uhr
Aula der HBKsaar, Keplerstraße 3–5, 66117 Saarbrücken

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Einladung
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Der öffentliche Raum stellt einen Verhandlungsort für Fragen unseres Zusammenlebens dar und fungiert als Projektionsfläche für den Wandel von Gesellschaft und die Vorstellungen von Zukunft.
Kunst im öffentlichen Raum spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle und steht im Spannungsverhältnis unterschiedlicher Interessen. Kunst kann neuartige Räume für Diversität öffnen und dabei Utopien formulieren und erfahrbar machen.
Die Hochschule der Bildenden Künste Saar lädt zum Symposium „Welcome to Puff City“ am 20. und 21. Januar 2018 ein. Das Symposium ist Teil der interdisziplinären Lehrveranstaltung „Die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum“ von Gastprofessor Nicolaus Schafhausen und wurde gemeinsam mit Studierenden der Hochschule der Bildenden Künste konzipiert.
„Welcome to Puff City“ beschäftigt sich mit aktuellen Fragestellungen hinsichtlich der Relation von Kunst und Öffentlichkeit und bezieht sich konkret auf die Region Saarland und ihre spezifischen strukturpolitischen Bedingungen und Möglichkeiten. Das Symposium bringt Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um über Teilhabe am öffentlichen Raum, über kollektive Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch über Herausforderungen vor dem Hintergrund von Kommerzialisierung und Finanzspekulation zu sprechen. Wie stellt sich soziales Miteinander derzeit dar? Ist der Begriff von Öffentlichkeit oder vielmehr vom öffentlichen Raum überhaupt noch zeitgemäß? Das Symposium unternimmt den Versuch, unterschiedliche Erwartungen und Interessen auszuloten und zu reflektieren, was Kunst im öffentlichen Raum heute bedeuten kann.
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Programm:

Samstag, 20. Januar

17:00h: Begrüßung und Einführung

17:30h: Das Saarland – Großes entsteht immer im Kleinen?
Mit diesem Marketing-Slogan bewirbt sich das Saarland deutschlandweit selbst und proklamiert damit auch sein lokales Selbstverständnis. Das Motto „Großes entsteht immer im Kleinen“ beantwortet und provoziert gleichermaßen Fragen nach dem Gefühl der Zugehörigkeit und dem, was eine Region wie das Saarland zu leisten im Stande ist. Wie steht es um die Selbsteinschätzung der lokalen Kulturschaffenden und Kulturpolitikerinnen und -politiker im Verhältnis zur Außenwahrnehmung des Saarlandes? Sollte man Kunst im öffentlichen Raum, die sich direkt auf Situationen und Prozesse im Stadtraum und dessen Nutzerinnen und Nutzer bezieht, als Kunst im öffentlichen Interesse bezeichnen? Welchen Wert hat Kunst für die lokale Bevölkerung, Künstler und die Politik?
Gäste: Ulrich Commerҫon, Mirjam Bayerdörfer, Maria Guggenbichler, Damien Deroubaix
Moderation: Sarah Niecke, Mathias Aan’t Heck

18:30h: Vortrag von Georg Winter

19:30h: Abendprogramm

Sonntag, 21. Januar

11:00h: Einführung

11:15h: Was bedeutet Kunst im öffentlichen Raum heute?
Der Begriff „Kunst im öffentlichen Raum“ hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und ist stets mit topographischen, kulturellen, politischen und sozialen Gegebenheiten verknüpft. Bis ins 20. Jahrhundert dienten gezielte Platzierungen von Denkmälern meist der Repräsentation von Machthabenden. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Kunst im öffentlichen Raum zu einem offenen gesellschaftspolitischen Diskussionsforum entwickelt und unterliegt als solches einer permanenten Neudefinition. Analog zur Entwicklung der zeitgenössischen Kunst hat auch die Public Art an Themenvielfalt und medialer Diversität gewonnen. Wie zeigt sich die Wandlung in der Praxis im urbanen Kontext? Ist der Anspruch an die Kunst, gesellschaftliche Prozesse zu initiieren, gerechtfertigt? Was sind die besonderen Anforderungen der heutigen Zeit an die Kunst?
Gäste: Vanessa Joan Müller, Markus Ambach, Georg Winter, Susanne Jakob
Moderation: Mathias Winzen

12:15h: Wem gehört der öffentliche Raum?
Parkbank – Öffnungszeiten – Radwege – Sicherheitsdienste – Shoppingcenter – Social Media – Hausordnungen – Gated Communites – Subkultur – usw.
Zwar ist der öffentliche Raum frei zugänglich für alle, doch die Gestaltung des Raums folgt oft den Interessen von wenigen. Er ist ein höchst reguliert-normativer Bereich, der von Kontrolle und Überwachung geprägt ist, und der zunehmender Privatisierung unterliegt. Künstlerische Ansätze können heute eine Möglichkeit der Intervention sein und Diskussionen anregen, wie sich öffentlicher Lebensraum und ein gesellschaftliches Miteinander gestalten lassen. Wie kann Kunst als Impulsgeber für Denkprozesse nutzbar gemacht werden? Welchen Schwierigkeiten sind Kunstschaffende im öffentlichen Raum heutzutage ausgesetzt?
Gäste: Charlotte Britz, Hartmut Wagner, Christoph Faulhaber, Stefan Ochs
Moderation: Leonore Leonardy

13:15h: Mittagspause

14:00h: Vortrag von Duygu Kaban

14:45h: Der öffentliche Raum im Vergleich zur Institution
Die Anforderungen, die an Kunst im öffentlichen Raum gestellt werden, unterscheiden sich von jenen in Institutionen. Während öffentliche Einrichtungen künstlerische Positionen selektieren und in ihrem Programm verorten, bleibt Kunst im öffentlichen Raum mit dem Ort ihrer Entstehung verknüpft. Vor dem Hintergrund zunehmender Kommerzialisierung im Kunstmarkt und der dadurch steigenden Abhängigkeit vieler öffentlicher Institutionen von privaten Geldgebern, geraten Institutionen immer mehr in die Kritik. Doch bietet der öffentliche Raum tatsächlich mehr Freiraum und künstlerische Autonomie? Wie unterscheiden sich die Produktionsbedingungen? Wer profitiert von welchen Modellen?
Gäste: Roland Mönig, Catrin Lorch, Stefanie Westermayer, Armen Avanessian
Moderation: Veronika Wünsch und Jan Heintz

15:45h: Erwartungshaltungen: Blick auf Politik und Gesellschaft
Kunst im öffentlichen Raum verortet sich in einem politischen wie auch gesellschaftlichen Kontext. Dabei sind unterschiedliche Akteure beteiligt, die verschiedene Erwartungshaltungen mitbringen. In welchem Verhältnis stehen Kunst im öffentlichen Raum, Politik und Gesellschaft zueinander? Welche Forderungen stellen die Beteiligten? Wie sollte Kunstförderung gestaltet werden, um Kunst in unseren politisch herausfordernden Zeiten ihre größtmögliche Freiheit zu gewährleisten? Wie schafft man Zugänglichkeit für breite Gesellschaftsschichten und wie nachhaltig können solche Konzepte in die Gesellschaft einwirken?
Gäste: Thomas Brück, Gabriele Langendorf, Eva Mendgen, Markus Müller
Moderation: Nicolaus Schafhausen

16:00h: Abschlussdiskussion

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