Tanzmusik mit Wiener Charme

Merlin Ensemble zu Gast bei den Saarbrücker Kammerkonzerten

Merlin Ensemble // Copyright: Joachim Schmid


Tanzmusik mit Wiener Charme

Merlin Ensemble zu Gast bei den Saarbrücker Kammerkonzerten

von Margret Scharrer

Am vergangenen Freitag, dem 21. September, eröffnete das Merlin Ensemble aus Wien die neue Saison der Saarbrücker Kammerkonzerte mit einem launigen und schwungvollen Abend. Kaum einen der Konzertbesucher dürfte nach dieser erfrischenden Performance nicht die Lust gepackt haben, demnächst einmal wieder selbst Wiener Luft zu atmen, auf der Hietzinger Maxingstraße entlang zu schlendern und im Café Dommayer einzukehren. Auf dem Programm standen nämlich berühmte Tänze von Johann Strauß Vater und Sohn sowie von Joseph Lanner. Sämtliche Stücke, die das Ensemble in unterschiedlichen Besetzungsformen zur Aufführung brachte, sind Bearbeitungen von Till A. Körber, dem Pianisten des Ensembles. Ob für Klaviersextett, Quartett oder Trio – es handelt sich um feinfühlige Arrangements, die dem Charakter und der Anlage der Tänze gerecht werden und an die Tradition der Wiener Salon- und Kaffeehausmusik anknüpfen.
Die großen Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“, „Wein, Weib und Gesang“ und Walzer-Highlights aus den Operetten „Der Zigeunerbaron“ („Schatzwalzer“) und „Eine Nacht in Venedig“ („Lagunenwalzer“) umrahmten die beiden Programmteile und wurden vom ganzen Ensemble mit viel Empathie vorgetragen und glänzten durch feindifferenzierte Dynamik und in der ersten Violine durch Klangschönheit. In Kontrast dazu standen die kurzen bis sehr kurzen und kleinteilig veranlagten „Sechs Dornbacher Ländler“, „Drei Galoppen“ und „Steyrischen Tänze“. Eine sehr spannende Interpretation gelang dem Ensemble vor allem bei den Minimalismen der „Drei Galoppen“ von Strauß Vater (Op. 20), die durch ihre rhythmischen Finessen und Kürze große Präzision fordern und die das Ensemble mit vielfältigen Ausdrucksabstufungen sehr akzentuiert und differenziert musizierte. Als Zugabe begeisterte das Ensemble mit Jacques Offenbachs berühmter Barkarole aus „Hoffmanns Erzählungen“. Sehr charmant führte Martin Walch, erste Violine und Leitung, zudem durch das Programm. Man hat sich allerdings gefragt, warum nur so wenige Besucher ins Konzert des Merlin Ensembles gefunden haben, zumal der Ort des Geschehens, der Konzertsaal der HfM Saar, eigentlich genügend potentielle Hörer ansprechen dürfte.

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