Städelmuseum: Zurück in die Gegenwart. Neue Perspektiven, neue Werke – Die Sammlung von 1945 bis heute

Neupräsentation der Sammlung Gegenwartskunst ab dem 19. Mai in den Gartenhallen

Wolfgang Tillmans, Knotenmutter, 1994 © staedelmuseum

(red.) Nahezu ein Jahrzehnt nach der Eröffnung der Gartenhallen wird die Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum ab dem 19. Mai2020 zum ersten Mal neu präsentiert. Ausgehend vom zentralen Platz der rund 3.000 m² großen Gartenhallen und beginnend mit Hauptwerken der jüngeren und jüngsten Zeitgenossenschaft fächert sich eine Geschichte der Kunst nach 1945 auf.Rund 230 Arbeiten von 170 Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Schulen, Stilen und Gruppen eröffnen überraschende Vergleiche, Blickwinkel und Sichtachsen zwischen der unmittelbaren Gegenwart und ihren Wurzeln in den zurückliegenden Jahrzehnten. Aus diesem Anlassist auch eine Vielzahl an jüngsten Neuerwerbungen und Schenkungen erstmals zu sehen, etwa Arbeiten vonMiriam Cahn(*1949),René Daniëls (*1950), Carlos Cruz-Diez (1923–2019), JimmieDurham (*1940), Asta Gröting (*1961)oder Victor Vasarely(1906–1997). AnhandunterschiedlichsterErzählstränge ermöglicht die Neupräsentation einen Zugang zur Kunst nach 1945, der die Sammlung bewusst nicht chronologisch, sondern thematisch erfahrbar macht. Die Auflösung des abgebildeten Gegenstandes in abstrakte, formlose Malereien wird ebenso Dekaden übergreifend vermittelt wie der sich gleichzeitigvollziehendeEinzug der gestischen Malerei und derenAuswirkungen auf die nachfolgenden Jahrzehnte. Auch die immer wieder mit neuen Bedeutungen und Referenzen aufgeladene Ästhetik der Geometrie und der Dinge des alltäglichen Lebens wird in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und thematischen Bezugspunkten gezeigt. Im Gang durch die Räume und Plätze der Gartenhallen kann das Publikum nachvollziehen, wie die Figur wieder zurück ins Bild findet, die Malereiden –realen –Raum erobert oder die scheinbar konkurrierenden MedienMalereiund Fotografie zu einem wechselseitigen Austausch finden. ZURÜCK IN DIE GEGENWARTNEUE PERSPEKTIVEN, NEUE WERKE –DIE SAMMLUNG VON 1945 BIS HEUTE.

„Seitder Gründung des Städel Museums sammeln wir zeitgenössisch. Im Jahr 2012 hat die Sammlung Gegenwartskunst einenhervorragenden Platz in den neuen Gartenhallen gefunden. Seitdemist viel passiert: In den letztenJahrenkonnten wir durch das starke Engagement unserer Förderinnen und Förderer sowie durch zahlreiche bedeutende Schenkungen und eine entschlossene Ankaufspolitikdie Sammlung Gegenwartskunstsignifikant ausbauen. Diese neuen Werke und weitere bedeutende Arbeitenkannunser Publikum ineiner veränderten Präsentation und einer Auswahl von 170 Künstlerinnen und Künstlern neu entdecken.Es ist eine Einladung,eine besondereSammlung und sieben Jahrzehnte Gegenwartskunstmit anderen Augen zu sehen“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.„Die offene Struktur der Städel Gartenhallen ermöglicht einen unabhängigenBlick auf die Kunst unserer Zeit, die vom jeweiligen Heute bis in die unmittelbareNachkriegszeit zurückreicht. Die Plätze, Räumeund Wegeder Ausstellungsarchitektur eröffnen ungewohnte Blickachsen und Nachbarschaften, die Verbindungen herstellen, sichtbar machen und mühelos Kunst aus mehreren Jahrzehnten zusammenführen. Wir werden zum Flaneur und können die jüngste Kunstgeschichte nach unseren selbst gewählten Routenentdecken“, erklärt Martin Engler, Sammlungsleiter der Abteilung Gegenwartskunst im Städel Museum.Sotritt etwaWolfgang Tillmans’ (*1968) abstrakte Fotografie Freischwimmer54(2004)in Dialog mit der Assemblage Zimbal (1966) von GerhardHoehme(1920–1989)oder Raymond Hains’(1926–2005) Collage Coup de Pied(1960), die Skulpturen Jessica Stockholders (*1959) #358(2001) und Isa Genzkens (*1948) Wind I (David)(2009) leiten über zu Blinky Palermos(1943–1977)Stoffbild(1970) oder Yves Kleins (1928–1962) SchwammreliefRelief éponge bleu(1960). Daniel Richters(*1962)abstrakt-figurative Malerei verknüpft sich mit Francis Bacons(1909–1992)Studie für die Kinderschwester in dem Film „Panzerkreuzer Potemkin“(1957). Dirk Skrebers (*1961)fotorealistisch anmutende Malerei führt zu Thomas Demands(*1964)selbst gebauten und fotografisch festgehaltenenRäumen. Jenseits der scheinbar vertrauten Pfade der Kunst nach 1945 werden verschiedene Gegenwarten sichtbar: unterschiedlichste Lesarten und Zugänge zur Kunst dieser Zeit, die teilweiseparallel verlaufen, sich überschneiden oder ergänzen, einander widersprechen und kommentieren. Das Ergebnis ist ein Parcours durch sieben Jahrzehnte Gegenwartskunst, der es dem Publikum ermöglicht, eine eigene Kunstgeschichte auf individuelle Weise und nach persönlichem Interesse zu begreifen.

ZURÜCK IN DIE GEGENWART. NEUE PERSPEKTIVEN, NEUEWERKE –DIE SAMMLUNG VON 1945 BIS HEUTE Neupräsentation der Sammlung Gegenwartskunst: ab dem 19. Mai2020

Kurator:Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum), Projektleitung:Svenja Grosser (Wissenschaftliche Volontärin, Städel Museum)

Ort:Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de

Besucherservice: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.deÖffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr – Sonderöffnungszeiten: 21.5., 1.6., und 11.6.2020 (10.00–18.00 Uhr)

Eintritt: 14 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren

Kartenvorverkauf: shop.staedelmuseum.de

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