Engagement lohnt sich – Ein moderner Skatepark für die Szene in Saarbrücken

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Yamato living ramps Bürgerskatepark Saarbruecken © Facebook Saar Skateboarding e.V.

Vor über zwei Jahren hieß es noch, dass der Skatepark ein teures Unterfangen wird und man hätte denken können, dass es daran scheitern könnte. Doch die Mitglieder des Saar Skateboarding e.V. ließen nicht locker. Die über 740 Quadratmeter große Anlage im Bürgerpark, ermöglicht durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt Malstatt“, hat insgesamt rund 480.000 Euro gekostet. Mit 80.000 Euro, gesammelt durch Spenden, beteiligte sich der Saar Skateboarding e.V. an den Kosten, welche zwischenzeitlich aufgrund baulicher Erschwernisse in die Höhe schossen. Doch im April 2019 war es dann endlich so weit: Saarbrückens erster moderner Skatepark feierte seine Eröffnung und Skater und Fans aus der gesamten Großregion nahmen an den Feierlichkeiten teil.

Der alte Skatepark war laut Henning Maier vom Saar Skateboarding e.V. ein minimal ausgestatteter Park mit Fertigteilen aus Beton im Stile der 90er Jahre. Das sollte sich ändern. Die Landskate GmbH aus Köln hat gemeinsam mit dem Büro Latz und Partner sowie dem Verein Saar Skateboarding den Entwurf für den über 740 Quadratmeter großen Park erarbeitet. Yamato Living Ramps hat dann am Ende den Feinschliff und damit die Vollendung übernommen.

Der Bau des Skateparks konnte zu keinem besseren Zeitpunkt geschehen, denn im Jahr 2020 wird Skaten olympisch. Zum ersten Mal soll es bei den olympischen Spielen in Tokio zwei Wettbewerbe für Männer und einen für Frauen geben. In den Disziplinen „Park“ und „Street“ führen die Athleten Tricks in Pipes, Pools und Rampen sowie an Hindernissen wie Geländern und Treppen vor.

Doch wie sieht das die Skateszene? Eine Trendsportart, die bisher davon lebte individuell, frei und ohne Regeln zu sein. Die Szene ist sich nicht einig darüber, ob die Olympischen Spiele als Chance oder Niedergang der Szenesportart zu sehen sind. Es gibt offenbar Grund zu Beschwerden. Beispielsweise soll ab sofort eine Teilnahme an Wettkämpfen für vereinslose Skater nicht mehr möglich sein. Ob die Adelung durch Olympia den Skatern neue Impulse vermittelt, wird bezweifelt.

Dass nun in Saarbrücken eine neue Anlage im Wert von fast einer halben Million Euro gebaut wurde, zeigt immerhin, dass Land und Kommunen gewillt sind, die Szene weiter zu stärken. Am Beispiel Bürgerpark können wir jedenfalls sehen, wie es funktioniert, wenn Skater und die politisch Verantwortlichen Hand in Hand arbeiten.

Micha M. Teimouri im OPUS Kulturmagazin #77 (Januar / Februar 2020) S.96 Rubrik “popKult”

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