Schonungslose Selbst- und Weltbeobachtung – Bettina van Haaren in der Städt. Galerie Neunkirchen

Bettina van Haaren, Neulamm Isenheimer Spiegelungen, Eitempera und Öl auf Lwd., 2017 18, 190 x 240 cm © Bettina van Haaren / VG Bild Kunst, Bonn 2020

(red.) Bettina van Haaren ist Malerin, Zeichnerin und Druckgrafikerin. Zehn Jahre nach ihrer Ausstellung „Häutungen“ in der Städtischen Galerie Neunkirchen gibt sie mit ihrer jüngsten Werkschau „Spiegelungen“ nun neue Einblicke in ihre ebenso provokante wie hochsensible Kunst der kontinuierlichen und schonungslosen Selbst- und Weltbeobachtung. In Neunkirchen sind vom 30. Mai bis 9. August 2020 über 60 Exponate zu sehen: Gemälde und Arbeiten auf Papier, wie Zeichnungen und Aquarelle, die für die Künstlerin gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

Bettina van Haarens Körperbilder sind keine Selbstbildnisse im klassischen Sinne, sondern höchst subjektive Erkundungen des eigenen Ichs, das in immer neue, wechselnde Beziehungen zur Welt und den vielfältigsten Fragmenten der sichtbaren Wirklichkeit tritt. In ihren Bildern spiegelt und hinterfragt sie gleichermaßen das Weltgeschehen und ihre eigene Wahrnehmung und verbindet die heterogenen Aspekte mit persönlichen Erfahrungen und autobiografischen Stationen.

Mit narzisstischer Selbstinszenierung, wie sie uns in der virtuellen Social-Media-Welt auf Schritt und Tritt begegnet, haben die „Spiegelungen“ der Künstlerin Bettina van Haaren nichts gemein. Der Naturalismus ihrer figürlichen Darstellung täuscht – im Gegenteil – häufig sogar das Abbild der eigenen Person vor, wo es bereits ein Zerrbild ist. Reflexion im Sinne einer prüfenden Betrachtung findet in Bettina van Haarens Kunst stets auf verschiedenen Ebenen statt:

„Es ist ein Überprüfungsgeschehen von Erfahren, Erinnern und ein Neu-Erfinden, eine Arbeit gegen das Sich-Verlieren, an der Fremdheit und Unsicherheit des Da-Seins, ein ständiger Such- und Erkenntnisprozess“. (Bettina van Haaren)

Zur Künstlerin

1961 in Krefeld geboren, lebte und arbeitete Bettina van Haaren bis 2001 in Saarbrücken, heute in Witten und Dortmund. 1981 bis 1987 Studium der Bildenden Kunst an der Universität Mainz (Akademie für Bildende Künste), seit 2000 Professorin für Zeichnung und Druckgrafik an der TU Dortmund. Über 80 Einzel- und mehr als 130 Gruppenausstellungen in Europa, USA, Neuseeland und China. Zahlreiche Einzelpublikationen sowie Preise und Stipendien.

Zur Ausstellung ist ein Katalog in Zusammenarbeit des CODA Museums Apeldoorn/NL, des Klosters Bentlage und der Städtischen Galerie Neunkirchen erschienen, ISBN 987-3-939812-57, 96 S., De. / Engl., Preis in der Ausstellung 28,00 €.

Hinweise zum Programm

Im Laufe der Ausstellung sind vier Werkgespräche mit der Künstlerin mit maximal jeweils acht angemeldeten Teilnehmern vorgesehen. Die Termine werden – sobald dies möglich ist – bekanntgegeben.

Situationsbedingt kann keine Vernissage stattfinden. Öffentliche Führungen sind zurzeit ebenfalls nicht möglich. Gerne steht das Team der Städtischen Galerie Neunkirchen Individualbesuchern aber nach Voranmeldung mit Erläuterungen zur Kunst von Bettina van Haaren zur Verfügung.

Parallel zur Ausstellung von Bettina van Haaren wird im Hüttenstadtmuseum im Erdgeschoss des KULT. Kulturzentrums Neunkirchen eine Sonderpräsentation mit Arbeiten aus der „Schenkung Kermer“ gezeigt. Zu sehen sind Arbeiten auf Papier und Skulpturen u.a. von Gerlinde Beck, Jürgen Brodwolf, Otto Herbert Hajek, Alfred Hrdlicka, Markus Lüpertz, Arnulf Rainer, K.R.H. Sonderborg.

Öffnungszeiten:
Mi-Fr 10-18 Uhr
Sa 10-17 Uhr
So und Feiertage 14-18 Uhr

Nach den derzeit geltenden Richtlinien darf die Ausstellung nicht in Gruppen und nur von höchstens acht Besuchern gleichzeitig besichtigt werden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist verbindlich. Der Eintritt in die Ausstellung und zu den Veranstaltungen ist frei.

Weitere Informationen: www.staedtische-galerie-neunkirchen.de

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