Schlamm-Party und Rock’n‘Roll

Das Rocco del Schlacko war bereits im Frühling ausverkauft – nicht zuletzt wegen des Hammer-Line-Ups. Leider hat das Wetter in diesem Jahr nicht mitspielen wollen: Starkregen verwandelte den Sauwasen von Freitag auf Samstag in ein einziges Schlammfeld. Auch die Parkplätze in den Wiesen rund um das Festival-Gelände konnten wegen des Regens nicht mehr beparkt werden, so matschig war es. Doch die rund 24.000 Besucher ließen sich von dem miesen Wetter keineswegs die Laune verderben und feierten standhaft ihre Stars. Los ging das Festival bereits am Donnerstag; für die kurzfristig ausgefallene Münchner Band Emil Bulls sprangen die Punkrocker von Itchy ein. Der Geheimtipp am ersten Festivaltag war der Schweizer Newcomer Faber, der mit seinen chanson-artigen Songs, überraschend derben Texten und einer rauchigen Stimme überzeugte. Headliner am Donnerstag war Deutsch-Rapper Casper, der nicht nur bei Hiphop-Fans gut ankam. Am Freitag bespielten Madsen den Sauwasen – Sänger Sebastian Madsen begrüßte das Durchhaltevermögen der Fans, die trotz strömendem Regen die Show genossen. Nach den Rappern von SDP spielte schließlich der Headliner Billy Talent; die Jungs aus Kanada spielten zum ersten Mal auf dem Rocco del Schlacko und haben alle ihre Knaller-Hits rausgehauen, unter anderem „This Suffering“, „Red Flag“, „Fallen Leaves“ und natürlich „Try Honesty“. Der letzte Festivaltag war, wie die Tage zuvor, musikalisch bunt gemischt: Während auf der Ponyhof-Bühne die Punkrocker von den Rogers spielten, unterhielt Alligatoah auf dem Sauwasen die Massen. Der deutsche Rapper bot neben ironischen Texten und einem aufwendigen Bühnenbild auch Comedy-Entertainment zwischen seinen Songs. Gegen halb zwölf betraten endlich die Jungs von Rise Against die Main Stage; zuletzt hatte die Band 2009 das Rocco del Schlacko besucht. Die Menge tobte, als der Opener „Re-Education (Through Labor)“ erklang. Nach zehn fetzigen Liedern (u.a. „Satellite“ und „Give it all“) griff Frontmann Tim McIlrath zur Akkustik-Gitarre und performte drei ihrer ruhigeren Songs. Wie jedes Jahr war das Rocco del Schlacko auch 2017 der Höhepunkt der saarländischen Festivallandschaft – wir sind schon gespannt auf das nächste Line-Up!

Sandra Wagner

Bildunterschrift: “Rise Against aus Chicago waren dieses Jahr Headliner des Rocco del Schlacko.”

Foto:(c) Carolin Paul

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