Saarländische Restaurants sind Spitze – Gaumenfreuden für die dunkle Jahreszeit

Christian Münch-Buchna’s Kreation Geschmälzte Reh-Kartoffeltaschen mit Vizsauerkraut, Apfelbalsamico-Wildjus und Quittenespuma © Tourismuszentrale Saarland

„Hauptsach gudd gess“. Dieser viel zitierte Wahlspruch der Saarländer gilt umso mehr für die dunkle Jahreszeit. Neben vielen Standardlokalen bieten im kleinsten deutschen Flächenland etliche Restaurants gehobene Küche an. Um auf die kreativsten Köche aufmerksam zu machen und Genießern eine Orientierungshilfe zu bieten, hatten Wirtschaftsministerium, Tourismuszentrale und Gaststättenverband die kreativsten Köche um die Wette kochen lassen.

Bei der Endausscheidung im Herbst setzte sich als „Genuss-Gastwirt Saarland 2020/2021“ Christian Münch-Buchna vom „Landhotel Saarschleife“ (Orscholz) durch, gefolgt von Frederik Theis „Maimühle“ (Perl) und dem Team des „Café Kostbar“ (Saarbrücken).

Die Kreation des Siegers – „Geschmälzte Reh-Kartoffeltaschen mit Vizesauerkraut Apfelbalsamico-Wildjus und Quittenespuma“ mag so manchem Gourmet das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, hat aber auch ihren Preis (24 Euro für die große Portion). Dafür versprechen Münch-Buchna und die anderen Köche der Genuss-Region, dass sie exquisite Zutaten vor allem aus der Region verwenden.

Der Sieger des Wettbewerbs „Genuss-Gastwirt“ Saarland, Christian Münch-Buchna © Tourismus Zentrale Saarland

Denn auch aus wirtschaftlicher Sicht wird gute Küche immer wichtiger, um Menschen auch aus anderen Teilen der Region ins Saarland zu locken. „Das Saarland ist mittlerweile zu einer eigenständigen Marke geworden, was die Kulinarik und unsere Genuss-Landschaft angeht“, freut sich Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD).

Als Beweis dafür, dass sie damit nicht falsch liegen, werten die Touristiker, dass der Sieger des vorangegangen Wettbewerbs, Markus Keller von „Wern’s Mühle“ (Ottweiler) gerade erst in die „Slow Food Chef Alliance Deutschland“ aufgenommen wurde. Darin sind Köche vertreten, die sich als Repräsentanten ihrer Region verstehen. Sie arbeiten mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln, die zu verschwinden drohen.

Auch die Geschäftsführerin der Tourismus-Zentrale, Birgit Grauvogel, sieht das Saarland mit den Partnern der Genuss „Region Saarland“ auf einem guten Weg. „Regionale Produkte und nachhaltige Ausrichtung der Gastronomiebetriebe werden für die Zukunft des Tourismus immer wichtiger.“

Wem der Gang in eines der gepflegten Restaurants zu teuer ist, kann die Kreationen der saarländischen Genuss-Gastwirte auch zu Hause nachkochen. Die Rezepte aller Endrundenteilnehmer des Wettbewerbes stehen auf der Seite der Tourismus Zentrale (https://www.urlaub.saarland/Reisethemen/Essen-Trinken/Genuss-Gastwirt-Saarland-2020-2021).

Wem dagegen gepflegtes Essen und Trinken noch mehr wert ist, kann sich einen Platz in einem Sterne-Restaurant reservieren, wo ein Menü um die 100 Euro kostet. Davon gibt es inzwischen sieben im kleinen Saarland. Denn der berühmte Restaurant-Führer „Guide Michelin“ hat 2019 gleich fünf Restaurants im Saarland mit jeweils einem Sterne geadelt.

Neben „Hämmerle’s Restaurant – Barrique“ in Blieskastel und „Kunz“ in St. Wendel, zeichnete der Restaurant-Führer das „Esplanade“ in Saarbrücken, das „La Maison – Louis“ in Saarlouis und das „Landwerk“ in Wallerfangen aus. Die Küchenchefs der drei Lokale haben im „Gästehaus Erfort“ gelernt.

Letzteres ist neben „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ eines der beiden saarländischen Häuser, die sich seit Jahren mit drei Michelin-Sternen schmücken können und die auch im Restaurant-Führer Gault-Millau regelmäßig Spitzenwerte erzielen. Allerdings kostet hier ein Menü auch gleich mehrere hundert Euro.

Wer sich das nicht leisten kann oder will, kann es auch in einem der von vielen der Sterne-Köche betriebenen Restaurants mit gehobener Gastronomie probieren – wie der „Scheune“ in Perl, dem „Schlachthof“ in Saarbrücken, dem „Kaminzimmer“ in St. Wendel  oder dem „Landgenuss“ in Blieskastel. Preiswertere Restaurants erhalten den „Bib Gourmand“, den kleinen Bruder des „Guide Michelin“.

Jörg Fischer im OPUS Kulturmagazin Nr. 77 (Januar / Februar 2020) auf Seite 80 in der Rubrik “Entdecken & Genießen”

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