Rockig, rockiger, Rocco! – Gelungene Jubiläumsausgabe des Rocco del Schlacko

“In Flames” aus Schweden auf der Bühne des Rocco del Schlacko 2018 // Copyright: Sandra Wagner


Der Auftakt zum Festival schien kurzzeitig vom Unwetter gefährdet – das Gewitter, welches am frühen Donnerstagnachmittag über das Saarland hereinbrach, erinnerte kurzzeitig an das dramatisch-verregnete Rocco vom Vorjahr. Doch ganz nach dem Motto „sunshine follows thunder“ besserte sich das Wetter für den Überraschungsopener der Jubiläumsausgabe – keine geringeren als die Donots, die mit ihrer legendären Staubraketen-Aktion noch bestens im Gedächtnis eines jeden Rocco-Besuchers geblieben sind, rockten den Ponyhof und legten den Grundstein für einen grandiosen Abend: Feine Sahne Fischfilet brachten auf der Sauwasen-Bühne die Menge in Stimmung, während auf dem Ponyhof die Schweizer Blues-Metal-Band Zeal&Ardor performte (ganz klar ein Geheimtipp für Liebhaber außergewöhnlicher Musik!). Weitere Highlights am Donnerstag waren die Schweden von In Flames, die feinsten Melodic Death Metal nach Püttlingen brachten, und natürlich die deutsche Indie-Band „aus Karl-Marx-Stadt“, Kraftklub. Die Jungs aus Chemnitz legten (nun bereits zum dritten Mal auf dem Rocco) eine gewohnt knackige und publikumswirksame Show aufs Parkett, diesmal sogar mit eigener Tanzcrew. Frontmann Felix Brummer ist und bleibt der geborene Entertainer.

Tag zwei begann mit viel Sonnenschein, der tatsächlich bis in die Abendstunden anhielt, und mit mehr Musik aus Schweden: INVSN (ausgesprochen „Invasion“), die Band von Refused-Frontmann Dennis Lyxzén, überzeugte (vor leider nur wenigen Zuschauern) auf der Hauptbühne mit einer energetischen Show, mitreißenden Moves und feministischen Parolen – Lyxzén wollte die Festivalleitung davon überzeugen, mehr Bands mit Frauen zu engagieren. Auf der Ponyhofbühne legten derweil die saarländische Band Southern Caravan Breath vor deutlich mehr Zuschauern als an der Hauptbühne eine eingängige Show hin. Zu späterer Stunde – zu Hot Water Music und anschließend der Gypsy-Punk-Band Gogol Bordello – strömten die Massen auf den Sauwasen und bereiteten sich auf die beiden Main-Acts des Abends, die deutsche Rockband Broilers und Rapper Marteria, vor. Derweil lieferte der Rheinland-Pfälzer Max Gruber alias Drangsal auf dem Ponyhof noch sein ganz eigenes Ding ab: Neben Songs von seinen beiden 2016 und 2018 erschienen 80s-New-Wave-inspirierten Alben spielte er ein Cover von „Tausend mal berührt“, bei dem die Menge abging wie Schmitts Katze, und beendete seinen Auftritt mit einem gänzlich gegensätzlichen Cover von Metallicas „For Whom The Bell Tolls“; nebenbei erfuhren die Fans noch, dass er im nächsten Jahr den ESC gewinnen will – wir wünschen alles Gute und drücken ihm die Daumen.

Der Samstag hielt für viele Besucher das beste Line-Up bereit – Deutschpunk von WIZO, gefolgt von den kalifornischen Punklegenden Bad Religion und schließlich dem Abschluss-Headliner des Abends, den Beatsteaks, die schon so oft auf dem Rocco aufgetreten sind, dass sie zum Inventar gehören könnten. Arnim und seine Jungs waren wie immer gut drauf – echte Publikumsmagneten eben und damit ein würdiger Abschluss für ein zwanzigjähriges Jubiläum! Wir hoffen auf zahlreiche weitere grandiose, feucht-fröhliche, sonnige und vor allem rockige Jahre des Rocco del Schlacko!

Von Sandra Wagner

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