Programm Plus: Community College widmet sich am 29.09.2018 dem Thema Self Empowerment in Gesellschaft und Kunst

Ferdinand Hodler: „Das Lied aus der Ferne“, 1906 // Copyright: Kunsthalle Mannheim/ Cem Yücetas


Ist ein selbstbestimmtes Leben möglich – und wenn ja, wie lässt es sich umsetzen? Am Samstag, den 29. September 2018 (15 bis 18 Uhr) steht “Self Empowerment” (Selbstermächtigung) und wie Kunst und KünstlerInnen dieses Thema aufgreifen im Mittelpunkt des Community College mit Dr. Onur Suzan Nobrega von der Goethe Universität Frankfurt a.M. (Institut für Soziologie, Schwerpunkt Kultur und Migration) und Dörte Ilsabe Dennemann von der Kunsthalle Mannheim.

Die Betrachtung der Werke „Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum” (1913) von Umberto Boccioni und „Das Lied aus der Ferne“ (1906) von Ferdinand Hodler bietet den Einstieg in das Gespräch darüber was, Self Empowerment heißen kann. In einem kurzen Vortrag bietet die Soziologin Dr. Onur Suzan Nobrega einen Überblick über die Ideen feministischer Kunsttheorien und weiterer Empowerment-Konzepte.

Mit der Straßenbahn geht es im Anschluss zum Lady*fest im Mannheimer Jugendzentrum Friedrich Dürr (JUZ). Dort verdeutlichen die Macherinnen des Mannheimer “Lady*festes”, was Empowerment in Bezug auf das Frau-Sein heißen kann – und laden ein zum Workshop “Girl Gang”. Die “Girl Gangs against Street Harassment” sind eine Aneignungspraxis von öffentlichem Raum in der Street-Art. Im Workshop werden Fotoprint-Girl Gangs geklebt und geschnitten.

Lady*fest ist eine Bezeichnung für Kunst-Veranstaltungen, die meist von Frauen und Transgendern organisiert werden. Sie teilen die gemeinsame Zielsetzung, einer Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen innerhalb der Musik- und Kunstszene entgegenzutreten. Die Ladyfest-Idee greift subkulturelle Elemente aus der Riot-Grrrl-Bewegung und von Do it yourself-Ansätzen auf und entwickelt sie weiter. Üblicherweise gibt es bei der mehrtägigen Veranstaltung ein breites Angebot an Workshops, Konzerten, Partys, Lesungen, Filmen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen mit queerer und feministischer Thematik.

Das Prinzip Empowerment stammt aus den USA, wo es im Bereich der Bürgerrechtsbewegung und in der sozialen Arbeit in Gemeinden schwachen Gruppen und Personen zu Autonomie und Selbstbewusstsein helfen sollte. Seitdem hat es sich weit verbreitet und ist ein bekanntes Konzept in Bereichen wie der politischen Bildung, Gesundheitsförderung und psychotherapeutischer Arbeit. Anders als Empowerment in Form professioneller Unterstützung bei der Entdeckung und Ausfaltung eigener Ressourcen verlangt Self Empowerment die eigenständige Entwicklung dieser Prozesse. In einer aktiven Aneignung von Gestaltungsvermögen sollen die gleichen Ziele erreicht werden.

Künstlerische Praxis als Art der persönlichen Artikulation oder als aktivierendes, Missstände aufzeigendes Medium kann als Strategie des Self Empowerment verstanden werden. Der Ausdruck persönlicher Gedanken, Gefühle und Ansichten verlangt und fördert Selbstkompetenz zugleich. Dieses Ziel verfolgen beispielsweise Werke feministischer Kunst.

Das Community College ist ein neues Format im Rahmen des ProgrammPlus. Die Kunsthalle Mannheim ruft in Form von Mitmachaktionen, Diskussionen und Stadtspaziergängen auf, über Themen nachzudenken, die für die Stadtgesellschaft Mannheims Bedeutung haben. Gleichzeitig bietet das Community College die Gelegenheit, mit unterschiedlichsten Akteuren, Lieblingsorte aufzusuchen, neue Orte zu entdecken sowie andere Sichtweisen und Ansichten kennenzulernen und miteinander auszutauschen.

ProgrammPlus:
Samstag, 29.09.2018, 15 Uhr
Community College:
Themen der Stadtgesellschaft – Themen der Kunsthalle. Was heißt „Self Empowerment?“
Treffpunkt: Litfaßsäule, Atrium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4
Der Rundgang endet gegen 18:00 Uhr in der im JUZ (Jugendzentrum Friedrich Dürr), Käthe-Kollwitz-Str. 2-4, 68169 Mannheim)
In Kooperation mit dem Lady*fest Mannheim
Kosten: 4 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.