Kampagne #ohne uns – Kulturbranche im Saarland macht ihre Not sichtbar

Fünf Motive werben für die Werterelevanz der Kultur/Popkultur/Kreativwirtschaft

© PopRat Saarland e. V.

(red.) Großer Leidtragender der Covid-19-Krise ist die Kultur-, Popkultur- und Kreativbranche mit ihren vielen Selbstständigen, Kleinunternehmern und Künstlerinnen und Künstlern. Ihnen wurde mit einem Schlag und bereits ganz zu Beginn der Krise die Existenzgrundlage unter den Füßen weggerissen. Mit einer Initiative und Kampagne macht der PopRat Saarland auf ihre kritische Situation aufmerksam und wirbt zugleich für die Werterelevanz der Kultur-, Popkultur- und Kreativszene für die saarländische Gesellschaft.

„Diese Initiative und Kampagne, die mit fünf #ohneuns-Motiven im Land und den sozialen Medien wirbt, soll zum einen Aufmerksamkeit für die kritische Situation der Veranstalter- und Livespielstätten-Szene im Land generieren; sie dient aber auch der Wertschätzung der gesamten Kultur-, Popkultur- und Kreativszene, sie verbeugt sich vor ihrer werterelevanten Leistung, ihrer systemrelevanten Wirtschaftskraft und ihrem unverzichtbaren Beitrag als Klammer unserer Gesellschaft und zur Weiterentwicklung des Individuums und des Gemeinwesens, aber auch als Arbeitgeber und Standortfaktor im Saarland. Unsere Botschaft: #ohneuns wird´s grau und duster!“, sagte der Vorsitzendes des PopRates Saarland, Peter Meyer weiter. 

 „Der PopRat Saarland hat wie kein anderer Zusammenschluss im Saarland dafür gekämpft, dass unsere Kultur- und Kreativschaffenden Anerkennung, Hilfe und Unterstützung erhalten. Mit Erfolg! Denn es wurden von Stadt Saarbrücken und Land verschiedene Töpfe geschaffen, mit denen insbesondere saarländischen und Saarbrücker Künstlerinnen und Künstlern, die in höchster Not waren und sind, geholfen werden konnte. Durch viele weitere PopRat-Aktionen ist viel Geld und viel Energie in die Kulturszene geflossen. Und Anerkennung! Und dennoch braucht es dringend weitere Unterstützung für die beiden Branchen, die bisher weitestgehend leer ausgingen und ohne die die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler schlicht nicht darstellbar ist: die Veranstalter und die Livespielstätten-Inhaber“, sagte Meyer weiter.

Die Veranstalter und Livespielstätten-Inhaber stellen die Bühnen für unsere Künstlerinnen und Künstler. Keine Bühnen, keine Auftritte! Sie veranstalten Konzerte, Festivals, Theaterstücke, Kabarettabende, Poetry Slams, Comedy-Abende, Tanzabende, Lesungen, Vorträge, Zauber- und Variété-Shows, Parties und Events aller Art und machen unser Leben jeden Tag bunter, reicher und schöner. An ihrer kostbaren Arbeit wird auch deutlich, wie verzahnt die unmittelbare, kreative Arbeit der Künstlerinnen und Künstler mit der Organisation ihrer Auftritte auf Bühnen durch Veranstalter und Spielstätteninhaber ist, eine gegenseitige Abhängigkeit – eine echte Symbiose. Und bei näherer Beschäftigung wird auch deutlich, wie viele Gewerbe und Berufszweige durch die Kultur-, Popkultur- und Kreativwirtschaft zusätzlich Lohn und Brot erhalten und gerade ohne Veranstalter und Livespielstätten ebenfalls in ihrer Existenz gefährdet sind, etwa: Bühnenbauer und -verleiher, Licht- und Soundtechniker, Gastronomen, Merchandising-Firmen, Kuriere, Promoter, Druckereien, Security-Firmen, Akteure der Tourismusbranche wie etwa Hoteliers und sonstige Servicedienstleister mehr. Sie alle sind mehr oder minder stark auf die gute Arbeit der Event- und Kulturbranche angewiesen. Sie alle haben ein essentielles Interesse daran, dass es die Veranstalter und Livespielstätteninhaber im Saarland auch nach der Corona-Krise noch gibt. Deshalb muss diesen Branchen dringend stärker geholfen werden. Der PopRat bietet dazu Dialog und Unterstützung an.

In den zahlreichen Pressekonferenzen und Statements der Politik zur Aufklärung der saarländischen Bevölkerung über die getroffenen Maßnahmen zu Corona wurden und werden völlig zurecht Branchen wie der Tourismus, die klassische Gastronomie, die Hotellerie oder der Bereich Automotive besonders gewürdigt; hier fehlt jedoch die ausdrückliche Würdigung der Kultur-, Popkultur- und Kreativbranche. Sie sind die bunte Klammer unseres gesellschaftlichen Lebens, sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Prosperität urbaner Räume, sie fördern die Identität der Region und bieten zugleich den stetigen, diversen, bunten, inhaltsstarken, emotionalen, inszenatorisch spannenden, großregionalen und internationalen Blick über den Tellerrand des Saarlandes hinaus. Entsprechend gehört die Popkultur-, Kultur- und Kreativwirtschaft unmittelbar und dauerhaft auf den Schirm der politisch Handelnden – im Land und in den Kommunen.

Mit der Initiative und Kampagne #ohne uns wirbt der PopRat Saarland für die essentielle Bedeutung der gesamten Kulturszene und macht gemeinsam mit betroffenen Akteuren aus den oben genannten Bereichen darauf aufmerksam, was aktuell auf dem Spiel steht, wenn die Veranstalter und Clubinhaber nicht noch stärker unterstützt werden: das kulturelle Leben, wie wir es im Saarland bislang kennen. 

Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt hat die große Bedeutung und zugleich große Not der Akteure der Veranstalter-Szene und Livespielstätten-Betreiber erkannt und mit der Saarbrücker Kultur-, Popkultur-, und Kreativszene – insbesondere dem PopRat Saarland – den Dialog gesucht, um dann nicht nur einen Topf für die freie Szene, sondern auch für Veranstalter und Livespielstätten-Inhaber zu schaffen. Damit hat Saarbrücken Vorbildfunktion.

Die Kampagne des PopRates Saarland wurde konzipiert von PopRat Peter Layoutist Liwowski und seiner Agentur Dreihundertzehn in Zusammenarbeit mit PopRat Markus Jungen (Agentur g-nau) und PopRat Benjamin Knur (Agentur portvier) in Kooperation mit PopRat Markus Brixius (Popscene, Inszene Media). Unterstützung erhält die Kampagne von Inpuls Productions von PopRat Markus „Drehmoment“ Trennheuser und PopRat Sebastian Heinz, von Inszene Media und der PopScene von PopRat Markus Brixius, von „Deadline – das Filmmagazin“ mit den PopRäten Germaine Paulus und Tom Becker, von Quattropolis Agentur für Ambient Media und Eiche Rustikal Musikproduktionen mit PopRat Oli Krause, Digiprinz von PopRat Christian Fickinger sowie von Werbe Fabry.

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