Musikalischer Start in den Sonntag: Beethoven, Glinka und Strauss erklingen im 1. Kammerkonzert

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Sonntag, den 7. Oktober 2018, 11 Uhr, Mittelfoyer Saarländisches Staatstheater
Karten zu 11 € (ermäßigt 5,50 €) an der Vorverkaufskasse bzw. am Konzertvormittag ab 1 Stunde vor Beginn an der Tageskasse im Großen Haus
Vorverkaufskasse, Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken
Montag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr
Telefon (0681) 3092-486 | Fax (0681) 3092-416 E-Mail kasse@staatstheater.saarland

Die kleine, aber feine Kammermusikreihe des Saarländischen Staatstheaters steht ab Oktober wieder auf dem Spielplan: Jörg Lieser (Klarinette), Marlene Simmendinger (Fagott), Benjamin Jupé (Violoncello) und Grigor Asmaryan (Klavier) laden am Sonntag, 7. Oktober 2018 um 11 Uhr zum 1. Kammerkonzert ins Mittelfoyer. Neben der fröhlich-koketten »Zauberflöten«-Melodie »Ein Mädchen oder Weibchen«, der Beethoven in 12 Variationen immer neue Impulse entlockt, bringen die vier Musiker Kammermusikalisches von Glinka und Strauss zu Gehör – Gelegenheit, die Musikerinnen und Musiker des Saarländischen Staatstheaters einmal hautnah zu erleben und sich auf den Sonntag einstimmen zu lassen.

Beethoven war nicht nur der mit sich und seinem Werk ringende Musiktitan, sondern auch ein freudvoller Pianist mit unermüdlich sprudelnden Ideen: Die 12 Variationen über »Ein Mädchen oder Weibchen« haben die berühmte Arie aus Mozarts »Zauberflöte« zum Kern. Beethoven umkurvt sie von allen Seiten, doppelt noch Mozarts Humor mit dem ihm eigenen Schalk, lenkt sie vom Heiteren ins Wolkige und wieder zurück, verfremdet, verdeutlicht, macht sie sogar noch schöner, zeigt an ihr souveräne Beherrschung musikalischer Effekte. Ebenfalls im Programm des 1. Kammerkonzerts: Beethovens berühmte Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 3 A-Dur op. 69, interpretiert von Grigor Asmaryan (Klavier) und Benjamin Jupé (Cello). Beethoven, der fünf Sonaten für Klavier und Violoncello komponierte, hebt – Pionier und Meister zugleich – beide Instrumente gleichberechtigt auf die Bühne: das Cello nicht als rhythmisierendes Grundbrummen, sondern in echtem Dialog, in stürmischem Tanz mit dem Klavier. Als »Vater« der russischen klassischen Musik gilt der 1804 bei Smolensk an der Grenze zu Weißrussland in eine adelige Familie geborene Michail Glinka. Bei einem mehrjährigen Aufenthalt in Italien soll Vincenzo Bellini, der Schöpfer des »melodramma tragico«, ihm geraten haben, sich beim Komponieren von seinem Instinkt leiten zu lassen, und »auf die Herzen der Frauen zu wirken«. Glinka weilte aus gesundheitlichen Gründen in Italien, wirkliche Linderung seiner Leiden stellte sich nicht ein. Er schrieb das »Trio pathétique d-Moll« für die ungewöhnliche Besetzung Klarinette, Fagott und Klavier. Im Largo-Satz zeigt sich der Einfluss von Bellini oder auch Webers »Freischütz« vielleicht am stärksten, die Klarinette beginnt eine »unendliche« Melodie, Fagott und Klavier nehmen sie auf und spinnen sie auf träumerische Weise weiter. Der Klangfarben- und Bläserspezialist Richard Strauss führt mit seinem märchenhaften Duett-Concertino für Klarinette und Fagott, einem Alterswerk aus dem Jahre 1947, virtuos vor, welche Möglichkeiten in beiden Instrumenten stecken. War Andersens Märchen vom Schweinehirten Vater des Gedankens, die »lustige« Klarinette mit dem »traurigen« Fagott in Wettstreit treten zu lassen? Strauss selbst äußerte sich einmal dahingehend, sprach aber auch von »Werkstattarbeiten, damit das vom Taktstock befreite rechte Handgelenk nicht vorzeitig einschläft« – falsche Bescheidenheit.

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