“Marlene” feiert am 1.2. Premiere in Trier

Stephanie Theiß als Marlene © Leila Abdalla

Nach „Nathan der Weise“ feiert die nächste Schauspielproduktion des Theater Trier Premiere in der Europäischen Kunstakademie. Auch hier übernimmt Andreas von Studnitz die Regie, nachdem er mit „Nathan der Weise“ bereits großen Erfolg hatte. Er inszeniert das Zweipersonenstück mit Stephanie Theiß in der Hauptrolle der Marlene. Hinzu kommt Marsha Zimmermann, die zuletzt in „Blackbird“ das Publikum und Presse gleichermaßen begeistern konnte – begleitet von Angela Händel am Piano und Peter Kasper am Kontrabass.

Marlene Dietrich gibt eines ihrer letzten Konzerte in Berlin. Begonnen hatte ihre Weltkarriere 1930 mit der „von Kopf bis Fuß auf Liebe“ eingestellten Tingel-Tangel-Sängerin Lola-Lola in Der blaue Engel. Nach dem Zweiten Weltkrieg triumphierte sie im internationalen Show-Business als Chanson-Interpretin. Nun, 45 Jahre später, duldet sie in ihrer Garderobe vor dem Auftritt nur eine einzige Person: die junge Schriftstellerin Vivian Hoffmann. Diese ist ihre einfühlsame Freundin und tatkräftige Garderobiere zugleich. Marlene bereitet sich auf ihren Auftritt vor, bekämpft ihr Lampenfieber, singt sich ein, lenkt sich mit Erinnerungen ab, sucht Halt bei ihrer Begleiterin, gibt Interviews … der Beginn ihrer Vorstellung naht: Marlene tritt auf und Marlene singt.

Von der Weltöffentlichkeit geliebt und gefeiert, in ihrer Heimat dagegen sah sie sich Anfeindungen durch die eigenen Landsleute ausgesetzt. Marlene Dietrich, heute auch hierzulande als Stilikone verehrt und für ihren gelebten Antifaschismus geachtet, hatte es beim deutschen Publikum der Nachkriegszeit nicht leicht. Auf ihrer Tournee 1960 als „Vaterlandsverräterin“ diffamiert und bespuckt, bis in die 1980er Jahre von Alt- und Neonazis bedroht. Eine schmerzliche Zurückweisung im ansonsten von Erfolg und Bewunderung beherrschten Leben der großen Verführerin.

Die britische Autorin Pam Gems beschreibt eine kühle, witzige, schlagfertige aber auch verletzliche und reizbare Dietrich. Jene Dietrich, die – ganz Perfektionistin – ihren eigenen Erfolg und Glamour bis ins letzte Detail kalkuliert, ja organisiert. Die Dietrich – selbstironisch und sentimental im selben Atemzug – lässt in losen Erinnerungsfetzen ihr Leben, ihre prominenten Liebhaber Revue passieren, bis es endlich soweit ist und sie die Bühne betreten soll. Das Konzert könnte beginnen …

Das Live-Erlebnis eines Dietrich-Konzerts hinterließ bei Pam Gems einen bleibenden Eindruck: Von ihrem Platz aus hatte sie die Dietrich in der „Gasse“ beobachten können, wie sie auf ihren Auftritt wartete – am ganzen Körper zitternd. Einen Augenblick später hatte sie das Publikum souverän in der Hand. Marlene Dietrich bleibt der Welt nicht nur in Erinnerung als erotische Fantasie und vielseitige Künstlerin, sondern auch als Botschafterin des besseren Deutschlands zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die Premiere ist bereits restlos ausverkauft.

Weitere Termine:

So, 09.02., um 19:30 Uhr (ausverkauft)
So, 16.02., um 19:30 Uhr (ausverkauft)
Do, 27.02., um 19:30 Uhr (ausverkauft)
Do, 12.03., um 19:30 Uhr
Fr, 13.03., um 19:30 Uhr (ausverkauft)
Sa, 21.03., um 19:30 Uhr (ausverkauft)
Di, 24.03., um 19:30 Uhr

Informationen und Tickets: www.theater-trier.de

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