Malerei zu vier Händen – Neue Arbeiten von Sabine Franke und Hartmut Köhl in der Aula Sulzbach

Sabine Franke-Köhl und Hartmut Köhl, Östliche Sonne, 2020, Acryl auf Öl auf Leinwand, 80 cm X 60 cm © Sabine Franke-Köhl und Hartmut Köhl

Die kommende Ausstellung in der Aula Sulzbach hält eine Überraschung parat. Denn hier werden Gemälde gezeigt, die von dem Ehepaar Hartmut Köhl und Sabine Franke gemeinsam gestaltet wurden. Hartmut Köhl ist Kunsterzieher, zeigte seine Gemälde gerade erst in der Rathausgalerie St. Ingbert. Der Maler bevorzugt bunte, ausdrucksstarke Farben, malt seine Motive in stark vereinfachten Formen, aber mit gegenständlichen Anleihen. Einige seiner Werke der Reihe „Raimondi-Projekt“ überließ er seiner Ehefrau Sabine, die bereits häufiger fertige Gemälde weitergestaltete.

Hartmut Köhl und Sabine Franke gaben diesen neuen Gemälden den Titel „Malerei zu vier Händen“, in Anlehnung an das Klavierspiel zu vier Händen. Und ganz genau wie in der Musik sind auch in dieser Malerei die Anteile in den Gemälden sehr unterschiedlich. Denn das Fundament, das ursprünglich fertige Gemälde, stammt von ihm, die Überarbeitungen von ihr. Und hier kann sie ganz frei mit dem Fertigen umgehen, Teile werden übermalt, andere Farbflächen und Linien bleiben unberührt oder werden gar fortgeführt. Sabine Franke kann neue Akzente setzen, zudem dreht sie die Gemälde von ihrem Mann, sie „liest“ sie anders, woraus sich wieder neue Interpretations- und Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Die ursprünglich stark abstrahierten, aber doch noch gegenständlichen Gemälde werden nun verfremdet, Formen und Farben werden gleichwertig gewichtet, neue Spannungen und Kontraste kommen hinzu. Die nun erneut fertiggestellten Gemälde sind sehr bunt, denn beide bevorzugen kräftige Farben. Und sie wirken erstaunlicherweise wie aus einem Guss, obwohl es „Malerei zu vier Händen“ ist.

Nicole Baronsky-Ottmann im OPUS Kulturmagazin Nr. 78 (März / April 2020)

Vernissage am 29.3. um 17 Uhr, Ausstellung vom 29.3. bis 19.4.

www.stadt-sulzbach.de

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