Ludwig Galerie zeigt Werke der Schwestern Laz(s)ard

Es ist eine Premiere in Saarlouis: Zum ersten Mal werden Werke der Schwestern Laz(s)ard gemeinsam ausgestellt. Etwas Besonderes, denn neben ihrem Wirken in ganz Europa hatten sie auch nach Saarlouis familiäre Bande

Für die Schwestern Ilse und Louise Lasard war es nicht immer einfach. Louise, genannt Loulou, später kurz: Lou, erkrankte früh an Kinderlähmung, ging zeitlebens am Stock und war als Kind oft eifersüchtig auf ihre Schwester Ilse. Die wiederum empfand ihre Schwester als frech und litt später an einem Hang zur Depression. „Es zeigte sich, dass die gesunde der Schwestern tatsächlich die Schwächere war“, erzählte Matthias Heller bei der Vernissage in der Ludwig Galerie. Heller ist Sohn des Bildhauers Ernst Heller, der in erster Ehe mit Ilse Lazard verheiratet war. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass das Werk der Schwestern nun in dieser Form zu sehen ist. „Erst als Architekt im Ruhestand hatte ich die Idee, mehr über das Leben von Ilse Lazard zu erfahren“, sagt Heller. Briefe, Tagebücher, Fotos – zahlreiche Dokumente fand er im Familienbesitz, verfasste eine Biografie und stellte mit dem verborgenen Museum Berlin eine Ausstellung auf die Beine. In Saarlouis warb er für die Idee dieser Ausstellung, wo sich die Leiterin der Ludwig Galerie, Dr. Claudia Wiotte-Franz, gerne begeistern ließ. „Die Idee war es, beide Schwestern endlich wieder zusammenbringen“, sagt Wiotte-Franz. Denn: Die Ausstellung in Saarlouis ist eine Premiere. Nach ersten gemeinsamen Studien trennten sich die Wege der Schwestern, später, nach dem Suizid der Mutter, verwarfen sie sich endgültig. Bislang wurde ihr Werk nur in Einzelausstellungen gewürdigt.

So unterschiedlich die Schwestern, so verschieden sind auch ihre Bilder. In ihnen finden sich zahlreiche Einflüsse der modernen Malerei ihrer Zeit, besonders des Expressionismus. Ilse Heller-Lazard arbeitete in Dresden und Berlin, später in der Schweiz, Rom und Paris. Lou Albert-Lasard, die zahlreiche Reisen unternahm, die Freundschaften mit Cocteau, Chagall und Rilke pflegte, lebte in München und Paris, in Berlin und der Schweiz. „Ihre Arbeit erlaubte ihr, die Schmerzen zu überwinden“, erklärte Kunsthistorikerin Valeria Schubert-Fedotova.

Oberbürgermeister Peter Demmer dankte Museumsleiterin Wiotte-Franz, ihrem Team und den Beteiligten, „die wieder eine ganz besondere Ausstellung nach Saarlouis gebracht haben“ und hob besonders das museumspädagogische Begleitprogramm der Ausstellung hervor.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Frau Riga & die Himbis.

Die Ausstellung ist zu sehen bis 8. April. Öffnungszeiten: Di. – Fr. 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Sa, So, Feiertage: 14 bis 17 Uhr. Geschlossen: Montags sowie am 8., 12. und 13. Februar, am 20. März und 3. April. Eintritt frei.

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