Lehrkräftefortbildung „Zertifikatskurs Informatische Bildung im Primarbereich“

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot will informatische Bildung in der Grundschule stärken

Jetzt teilen

Wie funktionieren Computer und wie gehe ich richtig mich digitalen Medien um? Informatische Bildung gehört an vielen saarländischen Schulen schon zum Unterrichtsalltag. Auch an Grundschulen soll die Informatik jetzt stärker in den Unterricht integriert werden. Das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) hat in Kooperation mit dem Schülerlabor Informatik der Universität des Saarlandes und dem Schülerforschungszentrum in Saarlouis deshalb eine neue Fortbildung „Zertifikatskurs Informatische Bildung im Primarbereich“ für Lehrerinnen und Lehrer auf die Beine gestellt. Der Kurs ist Teil eines breit angelegten Programms, um die informatische Bildung an saarländischen Schulen auszubauen.

 

Medienbildung und informatische Bildung sind wichtige Themen, die von der Grundschule bis zum Schulabschluss behandelt werden müssen. Deshalb haben wird im Saarland seit Beginn des Schuljahres 2019/20 der Lehrplan Basiscurriculum „Medienbildung und informatische Bildung“ umgesetzt. Mit dem Zertifikatskurs werden Grundschullehrkräfte dabei unterstützt, informatische Bildungsinhalte in den Unterricht zu integrieren und bei Kindern das Interesse am Verständnis der Welt der Computer zu wecken und ihnen die nötigen Kompetenzen zu vermitteln, um sich gut und sicher in der digitalen Welt bewegen zu können.

 

„Wenn Lehrerinnen und Lehrer selbst das erste Mal mit einer Programmiersprache eine Drohne dazu gebracht haben, Kunststücke zu vollführen, sind sie kaum noch zu halten. Diese Begeisterung auf die Kinder schon in den Grundschulen zu übertragen, dazu wollen wir unsere Lehrerinnen und Lehrer ermutigen. Wir brauchen an unseren Schulen mehr Kompetenz in der informatischen Bildung. Das ist für die Kinder, für unsere Schulen und auch für den Wirtschaftsstandort Saarland ein zentrales Zukunftsthema“, sagt Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot.

 

Der Kurs ist Teil einer Bildungsoffensive zur informatischen Bildung: In saarländischen Schulen soll die Informatik zunächst bis zur Klassenstufe 8, d. h. von Klassenstufe 1 bis 4 in der Grundschule und in den Klassenstufen 5-7 an allen weiterführenden Schulen, also allen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien nicht als selbständiges Fach eingeführt werden, sondern fachintegrativ z. B. in Mathematik (u. a. algorithmischen Denken und Problemlösen) oder in naturwissenschaftlichen Fächern (u. a. experimentelle Datenerfassung mit Hilfe von Mikrocontrollern. In der Klassenstufe 7 soll Informatik in Zukunft fest zum Unterrichtsangebot dazugehören. Derzeit prüft das Ministerium für Bildung und Kultur die Einführung eines Pflichtfachs Informatik.

 

An drei saarländischen Gymnasien läuft parallel dazu seit 2015 derzeit der Schulversuch „MINT-Zweig“. Am Max-Planck-Gymnasium in Saarlouis, am Johannes-Kepler-Gymnasium und am Otto-Hahn-Gymnasium in Saarbrücken wird Informatik in den Klassenstufen 8 und 9 als eigenständiges zweistündiges Fach und in Klasse 10 als zweistündiges Wahlpflichtfach angeboten.

 

Um die Verankerung informatische Bildung an saarländischen Schulen zu festigen, wird das Ministerium für Bildung und Kultur darüber hinaus auch die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte ausbauen. Zusammen mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie in Kooperation mit externen Partnern sollen saarländischen Lehrkräften fachintegrative Fortbildungsangebote im Bereich der informatischen Bildung gemacht werden.

 

Im Bereich der Lehrerausbildung wurden Inhalte der informatischen Bildung bereits im „Medienkurs“ nach LPO II integriert und auch im Studienseminar Primarstufe angeboten. Dieser ist als online gestütztes Lernangebot aufgebaut. Im Wahlpflichtbereich sind u. a. Verschlüsselungsverfahren und Datenbanken als Themen der informatischen Bildung bereits verfügbar (weitere Informationen unterhttp://www.digitale-bildung.saarland).

 

Als Unterstützung für das Schülerlabor Informatik der Universität des Saarlandes stellt das Landesinstitut für Pädagogik und Medien 15 iPads als Dauerleihgabe zur Verfügung.

 

Hintergrund:

 

Der aktuell angebotene Zertifikatskurs zur informatischen Bildung im Primarbereich findet coronabedingt im Online-Format statt.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zertifikatskurses erhalten Einblick in unterschiedliche, dem Alter der Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe gerecht werdende, spielerische Zugänge zur informatischen Bildung. Der Kurs ist auf insgesamt 7 Tage angelegt (in der Regel Freitag – Samstag). 9 saarländische Schulen wurden für den Pilot ausgewählt. Von jeder Schule nimmt ein Tandem am Zertifikatskurs teil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.