LEE KRASNER 11.OKTOBER 2019 bis 12. JANUAR 2020

DIE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT WIDMET DER PIONIERIN DES ABSTRAKTEN EXPRESSIONISMUS EINE GROSSE RETROSPEKTIVE

Lee Krasner, Shattered Color, 1947, 53,3 × 66 cm, Guild Hall Museum, East Hampton, Long Island.© VG Bild-Kunst, Bonn 2018 & The Pollock-Krasner Foundation. Photo credit: Gary Mamay.

Eine Pionierin des abstrakten Expressionismus in den USA ist nach mehr als 50 Jahren in einer großen Retrospektive wieder in Europa zu sehen: Lee Krasner(1908–1984). Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert Hauptwerke der Künstlerin, darunter Gemälde, Collagen und Zeichnungen, sowie Fotografien und Filmaufnahmen dieser Zeit. Die Ausstellung erzählt die Geschichte einer der unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhundertsund zeigt Krasners Gesamtwerk, das ein halbes Jahrhundert umfasst: Selbstporträts aus den 1920er-Jahren, Aktdarstellungen in Kohle, Werkgruppen, wie etwa die geometrischen Little Imagesaus den 1940er-Jahrenoder wegweisende Gemälde der Prophecy-Reihe aus den 1950er-Jahren, experimentelle, großformatigeWerke der Umber-und Primary-Serie der 1960er-Jahre und späte Collagen der 1970er-Jahre. Zielstrebig nahm Krasner bereits zu High-School-Zeiten Kunstunterrichtund studierte in New York an der Cooper Union, der National Academy of Design und der Hans Hofmann School of Fine Arts. Sie war aktives Mitglied der American Abstract Artists und pflegte Freundschaften zu Ray Eames, Ashile Gorkyund Willem de Kooning. Im New York der 1940er-Jahre bewegte sie sich neben Künstlern wie Mark Rothko, Barnett Newman, Stuart Davisund Jackson Pollock im Zentrum dersichneu herausbildenden Kunstrichtung des abstrakten Expressionismus, auch New York Style genannt. Mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen suchtediese junge Künstlergenerationnach dem Zweiten Weltkrieg eine neue bildnerische Sprachedurch eine spontane, abstrakte Arbeitsweise sowie die Abkehr von europäischen Bildtraditionen.Lee Krasners Kunst stand lange im Schatten ihres Ehemanns Jackson Pollock, der mit seinen Drip Paintingseiner der Hauptvertreter des Action Paintingist. Beide lebten und arbeiteten ab 1945 in einem einfachen Holzhaus in Springs, Long Island. Nach Pollocks frühem Tod bei einem Autounfall 1956 entschied sich Krasner,sein Atelier in einer umgebauten Scheune zu nutzen, und leitete damit eine neue Phase ihrer künstlerischen Karriere ein. Erstmals konnte sie auf monumentalen, nicht aufgezogenen Leinwänden arbeiten. Es entstanden einige ihrer bedeutendsten Werke, die Schirn zeigt u. a.Polar Stampede(1960),Another Storm (1963)oder Portrait in Green(1969). Anders als andere Künstler dieserZeit, die ebenfalls ungegenständlich malten, entwickelte Krasner nie einen „signature style“, sondern reflektierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bildsprache stets neu zu erfinden. Für die Ausstellung konntedie Schirn Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen gewinnenund in Frankfurt zusammenführen, u. a.der Pollock-Krasner Foundation, dem Metropolitan Museum of Art, dem San Francisco Museum of Modern Art, der National Gallery of Washington, dem Whitney Museum of American Art, dem Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, dem Philadelphia Museum of Artunddem Jewish Museum, New York.Viele der Werke sind erstmals in Deutschlandzu sehen,wie etwa das monumentale, über vier Meter lange Gemälde Combat(1965) ausder National Gallery of Victoria in Australien.Die Ausstellung „Lee Krasner“ wird vonder Art Mentor Foundation Lucerne ermöglicht. Zusätzliche Unterstützung erfährt die Ausstellung durch die Terra Foundation for American Art.

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