LA TRAVIATA im Saarländischen Staatstheater | Premiere am Sonntag

Olga Jelínková (Violetta) in “La Traviata” am SST // Copyright: Martin Kaufhold


LA TRAVIATA

Oper von Giuseppe Verdi
Premiere Sonntag, 26. August 2018.


Kurtisanen liebt man nicht! Und man bringt sie auch nicht auf Bühne – in diesem Punkt waren sich Alfredos Vater und die übrige Gesellschaft des 19. Jahrhunderts einig. Nur einer musste wieder aus der Reihe tanzen: Giuseppe Verdi. Der Erfolg gab ihm Recht: »La Traviata« – die »vom rechten Weg Abgekommene«, so der Titel seiner Oper, die zu Zeiten ihrer Uraufführung für Proteste sorgte ― ist heute ein Dauerbrenner auf den Spielplänen nationaler wie internationaler Häuser.
Schonungslos und erschreckend realitätsnah erzählt Verdi mit seiner Oper wohl eine der größten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten. Als Inspiration diente ihm dabei nicht nur seine unmittelbare Umgebung – nicht zuletzt auch seine eigene »wilde Ehe« mit der Sopranistin Giuseppina Strepponi – sondern auch Dumas` Roman »Die Kameliendame«. Schon der beschrieb mit bittersüßer und gleichzeitig schonungsloser Ehrlichkeit die »bessere Gesellschaft« seiner Zeit, in der nur zählte, wer Geld, Einfluss und Prestige besaß. Verdi hielt mit seiner Oper der Gesellschaft den Spiegel ihrer verlogenen (Doppel-)Moral vor. Doch es ist nicht allein Mitleid, das uns auch heute noch mit Violetta und Alfredo mitfühlen lässt, es ist vor allen Dingen die Bewunderung für ihren Mut, ihr Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen, als sich ihnen die Möglichkeit dafür bietet.

Dieser so vielfältigen Oper und ihrem einzigartigen Sentiment nimmt sich am Saarländischen Staatstheater der Regisseur und Bühnenbildner Ben Baur an. Und der ist dem saarländischen Publikum kein Unbekannter: Bereits für die Staatstheater-Produktionen »Lucia di Lammermoor« und »Katja Kabanova« erarbeitete er Inszenierung und Bühnenbild. Zusammen mit seiner Kostümbildnerin Uta Meenen, der Choreografin Lillian Stillwell und dem jüngst zum 1. Kapellmeister berufenen Dirigenten Stefan Neubert widmet er sich mit großer Sensibilität und Tiefgang dieser großen, zeitlosen Verdi-Oper und ergründet zwischen Nostalgie und Moderne die schillernden Sonnen- und Schattenseite der »Demi-Monde«.

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