Kulturstream.Saarland will “alle Facetten der Saar-Kultur” ins Internet bringen

Tim Ganter, Mirko Trappmann und Jens Puhl © Foto: Jenny Theobald

(red.) Live-Erlebnisse stehen seit Wochen auf „Pause“. Digitale Kultur-Angebote gibt es in diesen Zeiten unüberschaubar viele – aber bislang noch keins, das sich der gesamten Saar-Kultur mit all ihren Facetten verschrieben hat.

„Der schmerzliche Kulturentzug der letzten Wochen hat ein Ende: Mit Kulturstream Saarland geben wir der saarländischen Kultur das zurück, was ihr gefehlt hat – eine Bühne“, das versprechen die Macher des Projektes „Kulturstream Saarland“. „Sehr bewusst schränken wir unsere Sendezeit nicht nur auf Musik oder Theater ein – wir wollen die gesamte Kultur abbilden.“ Damit haben sie sich viel vorgenommen, wollen sie doch das saarländische Kulturleben Genre-übergreifend wiederbeleben, indem sie es online abbilden. Dafür stehe auch der aktuelle Spielplan: ein Solo-Sänger und ein DJ wurden schon live übertragen. Für den Juni stehen unter anderem schon zwei Musical-Shows, der Magier Maxim Maurice und weitere Solokünstler im Programm. Auch ein Format für Kinder ist geplant.

Das Projekt sei aus der Not geboren, in einer Zeit, in der man „schon zu lange seinen Berufen nicht mehr auf dem üblichen Weg nachgehen kann“, so die Initiatoren Jens Puhl, Mirko Trappmann und Tim Ganter. Die Veranstaltungstechniker und der Musikmanager arbeiten schon seit Jahren zusammen und kämpfen mit der momentanen Perspektivlosigkeit ihrer Branche. „Wir müssten darauf warten, bis die Auflagen weiter gelockert werden, bis Menschen sich wieder in Konzertsälen versammeln wollen oder bis das Virus verschwunden ist“, so Tim Ganter. „Aber das konnten wir nicht länger, einfach zusehen und hoffen. Wir wollen jetzt kreativ und produktiv werden – dafür müssen wir mutig sein und neue Wege gehen.“

Dazu haben die drei und ihre zahlreichen ehrenamtlichen Helfer kurzerhand eine Lagerhalle in Live-Studios umfunktioniert. „Wir verstehen uns als Initiative gegen die Langeweile“, verrät Mirko Trappmann und meint damit nicht nur die Zuschauer, die vom Kulturentzug frustriert sind. „Der gesamte Kulturbetrieb ist seit Monaten lahmgelegt. Unsere Situation ist entmutigend, für die Akteure und ihre Fans gleichermaßen.“ Da wundert es kaum, dass die bisherigen Rückmeldungen durchweg positiv ausfallen; das Format kommt gut an. „Unsere Community wächst und es ist schön, endlich wieder Live-Erlebnisse mit anderen zu teilen – das geht sogar in Echtzeit über Facebook während des Streams. Zuschauer schreiben Kommentare und posten Bilder von zu Hause aus – unsere Akteure auf der Bühne können das sehen und direkt darauf eingehen“, berichtet Jens Puhl.

Das Pilotprojekt läuft vorerst noch gut einen Monat lang. „Handgemachte regionale Kultur kann es nicht umsonst geben“, so Tim Ganter. „Unser Idealismus ist riesig, aber nicht endlos.“ Die Beteiligten investierten viel Zeit und Engagement und seien deshalb auf Unterstützung angewiesen. „Wir suchen nach Sponsoren und Kooperationspartnern. Wir freuen uns auch total darüber, wenn sich die Zuschauer an der virtuellen Hutsammlung beteiligen.“ Es fühlte sich dann fast ein wenig wie „früher“ an: Kultur-Fans äußerten ihre Wertschätzung mit einer entsprechenden Hutspende.

Der gesamte digitale Spielplan und die Live-Streams sind über die Website (www.kulturstream.saarland) sowie die Social Media-Kanäle abrufbar (Facebook, YouTube, Instagram, Twitch).

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