Kultursommer Rheinland-Pfalz: Bilanz 2019 und Ausblick auf 2020

„Heimaten“ in aller Munde – jetzt Blick nach Norden

Als Kulturminister Konrad Wolf das Motto „heimat/en“ für den Kultursommer 2019 ankündigte, haben viele über den ungewohnten Plural des Begriffs geschmunzelt – inzwischen ist er in aller Munde. Das Thema ist in Rheinland-Pfalz gut angekommen: „Der diesjährige Kultursommer, war sicher einer der anregendsten und erfolgreichsten seit langem“, freute sich der Minister bei der heutigen Pressekonferenz. Neben der Bilanz der Saison 2019 wurde auch ein erster Ausblick auf 2020 gewagt. Dann heißt das Motto „Kompass Europa: Nordlichter“. 

„Heimat/en“ war das Schlagwort, hinter der die Frage nach Identität und Zugehörigkeit steckt – und die Frage, ob das immer eindeutig und unveränderlich zu beantworten ist. Die Kulturmacherinnen und Kulturmacher in Rheinland-Pfalz haben sich darauf eingelassen: „Schon die Tatsache, dass von der Kulturszene für das Jahr 2019 rund 100 Anträge zur Förderung mehr eingereicht wurden als im Vorjahr, zeigte das große Interesse an diesem Thema, das immer wieder unterschiedlich aufgefasst und gestaltet wurde“, so Wolf. 

Viele größere Projekte im Rahmen des Kultursommers konnten in ihren Veranstaltungen mehrere Aspekte des Mottos betrachten, wie z.B. die Westerwälder Literaturtage, das Festival „Gegen den Strom“ an der Lahn oder das Mosel Musikfestival. Auch der Begleitband zum Kultursommer mit unterschiedlichen Beiträgen zu „Heimat Europa?“ wurde u.a. von Bundestagspräsident Schäuble und der Presse sehr gelobt. Andere Projekte setzten Schwerpunkte: Heimat als etwas Regionaltypisches wurde mit dem „Heimatkrimi“ bei „Tatort Eifel“ oder beim ersten „Heimatfilmfestival“ in Simmern erlebbar. Um den Verlust von Heimat durch Arbeitsmigration oder Vertreibung ging es mit Musik („Wandermusikanten“) oder Schauspiel („Heimwärts in die Fremde“). Einen ganz persönlichen Blickwinkel zeigte die Ausstellung „Kleinstadt“ der Ostberliner Fotografie-Legenden Ute und Werner Mahler. Das Festival „An den Ufern der Poesie“ im Mittelrheintal hat den Heimatbegriff der Romantik wieder lebendig werden lassen. Dass auch das eigene Handeln „Heimat“ ist, konnte man bei dem Dorfsaalvarieté „Saalü!“ oder dem erste Landes-Chorfest „Rheinland-Pfalz singt!“ erkennen. 

„Heimat“ wird auch zukünftig ein wichtiges Thema bleiben. Zur weiteren Entwicklung der Kulturregionen versprach der Minister „Wir werden den ländlichen Räumen besondere Aufmerksamkeit schenken, damit diese kulturell lebendig bleiben und die Menschen sich weiterhin persönlich engagieren können, wie es von Anfang an zur Philosophie des Kultursommers gehört.“ 

Für die nächsten Jahre wurde ein oftmals vorgetragener Wunsch der Kulturszene nach längerfristiger Planung erfüllt: Für vier Jahre wird das Kultursommer-Motto den Obertitel „Kompass Europa“ tragen. Nach „Kompass Europa: Nordlichter“ in 2020 soll die Kompassnadel zunächst 2021 weiter nach Osteuropa wandern (Arbeitstitel: „Kompass Europa: Ostwind“), 2022 nach Südeuropa und 2023, wenn Rheinland-Pfalz erneut die Präsidentschaft in der Großregion innehaben wird, nach Westeuropa. 

Der Brückenschlag zwischen den Jahren 2019 und 2020 gelang mit einer Tournee des schwedischen Spitzenchors Orphei Drängar Mitte Oktober, bei der alle Konzerte von Standing Ovations begleitet wurden. 

Bis zum 31. Oktober konnte die Kulturszene des Landes ihre Anträge stellen, um eine Förderung zu erhalten und damit Teil des Kultursommers 2020 zu werden. 

Einige der bekannten Partnerinnen und Partner des Kultursommers Rheinland-Pfalz, die durch Ihre Kontinuität auch Publikumsmagnete sind, haben schon angekündigt, wie sie das Motto interpretieren: In Kooperation mit dem Frankfurter Hof wird es eine Nordlichter-Veranstaltungs-Reihe geben, die mit der schwedischen Sängerin Viktoria Tolstoy beginnt und mit norwegischen Sängerin Kari Bremnes enden wird. Das „Horizonte“ Weltmusikfestival in Koblenz wird einen finnischen Schwerpunkt haben. Auch die Jazzfestivals „Palatia Jazz“ und „Bingen Swingt“ werden ganz mit nordischem Programm aufwarten und in Landau zeigt die Villa Streccius Keramikkunst aus den nordischen Ländern. 

Die offizielle Eröffnung des Kultursommers 2020 wird in Zweibrücken stattfinden. Vom 8. bis 10. Mai werden dort Mitwirkende aus allen acht Ländern Nordeuropas – also Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland, Island, Lettland, Estland und Litauen – erwartet. Das Team aus Stadt und Kultursommer arbeitet bereits intensiv an einem wunderbaren Kulturfest für die ganze Familie mit Musik, Straßentheater und vielem mehr. 

Mehr zum Kultursommer Rheinland-Pfalz unter www.kultursommer.de und www.facebook.com/kultursommer.rlp 

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