Kultursommer erkundet das Woher und das Wohin

Bilanz „Industrie-Kultur“, Ausblick auf „Heimat(en)“ 2019

Copyright: Kultursommer RLP


Seit über 25 Jahren ist der Kultursommer Rheinland-Pfalz Veranstalter, Förderer und Ideengeber für die Kulturszene im Land. Am 31. Oktober endete die Saison 2018, die unter dem Motto „Industrie-Kultur“ stand. Die Anträge für den 28. Kultursommer in 2019 sind gestellt. Zeit, Bilanz zu ziehen und einen ersten Ausblick auf das Kommende zu wagen.

Jedes Jahr sendet der Kultursommer Rheinland-Pfalz mit seinem Motto einen Impuls in die Kulturszene des Landes. „Nachdem wir im Jahr 2017 auf die Reformation und ihre Folgen zurückgeblickt haben und jetzt in 2018 der Industriegeschichte und den von ihr verursachten Veränderungen nachspürten, endet der Spannungsbogen der Fragen nach unserer Herkunft, dem Entstehen und der Wandlung unserer Identitäten mit dem Motto „Heimat(en)“ im Sommer 2019“, erläuterte Kulturminister Konrad Wolf den größeren Kontext.
Der historische Zusammenhang des Mottos 2018 „Industrie-Kultur“ zu den Jubiläen von Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist offensichtlich und verschiedene Projekte nahmen darauf Bezug. Die Marx-Ausstellungen in Trier wurden von einem umfangreichen und häufig vom Kultursommer geförderten Rahmenprogramm begleitet und Raiffeisens Genossenschaftsidee wurde unter anderem bei der Kultursommer-Eröffnung in Neuwied künstlerisch umgesetzt. Die Konzerte „Der Klang der Industrialisierung“ in der Westpfalz und ihre Begleit-veranstaltungen beschäftigten sich mit einer weiteren bedeutenden Persönlichkeit dieser Zeit: Carl Ferdinand Stumm. Andere, wie die Westerwälder Literaturtage oder das Kultursommer-Programm der Volkshochschulen, griffen Aspekte ver-schiedener Phasen der Industrialisierung auf bis hinein in die Gegenwart und Zu-kunft, so u.a. die Ausstellung „Virtual Insanity“, die noch bis zum 18. November in der Kunsthalle Mainz zu sehen ist.
Zur „Industrie-Kultur“ gehören auch zahlreiche ehemalige Industriestätten im Land, die – manche zum ersten Mal – für Kulturveranstaltungen genutzt wurden. Die Projekte in und um die Rheinberger Schuhfabrik und die Alte Post in Pirma-sens sollen fortgesetzt werden und auch die Angebote auf dem Denkmalareal der Sayner Hütte beginnen gerade erst, sich zu entwickeln. „Erfahrungsgemäß wer-den solche Aktivitäten von Jahr zu Jahr erfolgreicher, weil sie erst einmal publik werden müssen. So war es z.B. auch beim Straßentheaterfestival Ludwigshafen und bei „Alles muss raus“ in Kaiserslautern, die beide aus Kultursommer-Eröffnungsveranstaltungen hervorgegangen sind“, so Wolf.

Die großen Kulturfestivals des Landes sind auch Touristen-Magneten und der
heiße Sommer kam insbesondere Open-Air-Veranstaltungen wie den Burgfestspielen
Mayen, Summer in the City in Mainz, den Nibelungenfestspielen Worms
oder dem Festival des Deutschen Films, Ludwigshafen zugute. Auch das Eifel-
Literaturfestival, das eine Sommerpause machte, freute sich auch in diesem Jahr
wieder über sehr großen Zuspruch.
Dass der Kultursommer Rheinland-Pfalz durch seine Förderung nicht nur für die
flächendeckende Verfügbarkeit von Kulturangeboten, sondern auch für ein hohes
Qualitätsniveau sorgt, betonte Minister Wolf ausdrücklich: „Es ist typisch für den
Kultursommer, dass die Besten ihres Fachs im Land zu Gast sind. Zum Beispiel
die besten Sachbuch- und Belletristik-Autorinnen und Autoren bei den Literaturfestivals
in der Eifel, im Westerwald und in der Pfalz. Die besten jungen Pianistinnen
und Pianisten bei der Piano Academy des Festivals „Gegen den Strom“ in Bad
Ems. Die besten Ensembles der Alten Musik bei den Konzerten der Reihe Via Mediaeval
oder die besten Organistinnen und Organisten bei den ORGELwochen.
Dieses hohe Qualitätsniveau gilt natürlich auch für unsere Jubilare: das 20. inklusive
Festival „Grenzenlos Kultur“ in Mainz, das zehnte wieder sehr erfolgreiche
Spiegelzeltfestival in Altenkirchen und ebenso die Jubiläums-Ausgabe unseres
Figurentheaterfestivals NO STRINGS ATTACHED.“
„Heimat(en)“ ist das Motto des Kultursommers 2019. Bis zum 31. Oktober konnte
die Kulturszene des Landes ihre Anträge stellen, um eine Förderung zu erhalten
und damit Teil des Kultursommers zu werden. Einige Projekte stehen schon fest:
Ein besonderes Jubiläum kann 2019 gefeiert werden, das wunderbar zum Motto
passt: „Saalü! – Das Heimat-Varieté in alten und neuen Dorfsälen“ wird in der
25. Saison dafür sorgen, dass Alteingesessene und Zugezogene ihre Heimatdörfer
noch besser kennenlernen.
Das Genre der Regionalkrimis wird bei „Tatort Eifel“, in der Wahlheimat von Erfolgsautor
Jacques Berndorf, im Mittelpunkt stehen und Edgar Reitz, der mit Filmen
seiner Heimat, dem Hunsrück, in der ganzen Welt Menschen bewegte, ist
Pate eines neuen Heimatfilmfestivals in Simmern.
Am ersten Maiwochenende wird der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2019 offiziell
in Ingelheim am Rhein eröffnet. Man kann gespannt sein, welche unterschiedlichen
„Heimat(en)“ bis zum 31. Oktober im Kultursommer präsentiert werden.

Mehr zum Kultursommer Rheinland-Pfalz unter
www.kultursommer.de und www.facebook.com/kultursommer.rlp .

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