Künstlerische Weltklasse bringt Auslastungsrekord bei den 43. Internationalen Händel-Festspielen 2020

Händel-Festspielchor, Statisterie des Staatstheaters Karlsruhe, Boris Kehrmann, Arianna Lucas, Pavel Kudinov, Lauren Snouffer, George Petrou, David Hansen, Max Emanuel Cencic, Katherine Manley, Yang Xu, Marius Zachmann, Generalintendant Peter Spuhler, Vorsitzender Händel-Gesellschaft Karlsruhe e.V. Peter Overbeck, Stellvertretende Vorsitzende Händel-Gesellschaft Karlsruhe e.V. Susanna Freytag © Arno Kohlem /Staatstheater Karlsruhe

Publikumsmagnet dank künstlerischer Weltklasse: Die diesjährigen Internationalen Händel-Festspiele am Staatstheater Karlruhe gehen mit einer ausverkauften Serse-Vorstellung zu Ende. „Bei der Kunst gilt es, die Besten zu versammeln. Hervorragende Kunst ist weltoffen und länderübergreifend, Brücken bauend und nicht etwa Grenzen setzend. Ich bin stolz auf die hochkarätigen internationalen Künstler*innen, die die Festspiele 2020 zu einem einzigartigen Erlebnis herausragender künstlerischer Leistungen gemacht haben“, resümiert Generalintendant Peter Spuhler. „Die Internationalen Händel-Festspiele sind eine Herzensangelegenheit für mich – die großartige Auslastung dieses Jahr beweist erneut die Wertschätzung des Publikums für unsere fulminanten Inszenierungen und Konzerte, bei denen wir Händels magische Musik alljährlich mit weltberühmten Sänger*innen, Instrumentalisten und Dirigenten glänzen lassen“, freut sich der Künstlerische Leiter Michael Fichtenholz.

Rund um den Geburtstag Georg Friedrich Händels unterhielten die 43. Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe bei 19 Veranstaltungen, einem Festgottesdienst und einem Sonntag vor der Premiere nahezu 14.000 Barock-Fans. Die ausgezeichnete Auslastung der Opern- und Konzertveranstaltungen lag insgesamt bei 99 Prozent. Die beiden Herzstücke der Festspiele, Händels Dramen Tolomeo und Serse, erlebten insgesamt neun umjubelte und ausverkaufte Aufführungen in Karlsruhe: Die Begeisterung des Publikums gipfelte bei allen Opernvorstellungen der Festspiele in stehenden Ovationen. Mit der Neuinszenierung Tolomeo stand 2020 eine opulente Karlsruher Erstaufführung auf dem Programm, deren Sängerbesetzung die junge internationale Szene der Barock-Oper präsentierte: Weltklasse-Countertenor Jakub Józef Orli?ski riss das Publikum als Tolomeo zu wahren Begeisterungsstürmen hin. In weiteren Partien überzeugten als zwei der vielversprechendsten Sängerinnen ihrer Generation Louise Kemény und Eléonore Pancrazi. Der starke Cast wurde durch Morgan Pearse als Araspe und Meili Li als Allessandro optimal ergänzt. Federico Maria Sardelli am Pult der Deutschen Händel-Solisten gab sein Karlsruher Operndebüt mit prachtvollen sowie betörend lyrischen musikalische Momenten. Benjamin Lazar, Regisseur poetischer Inszenierungen am Staatstheater wie zuletzt Pelleas und Melisande und des Karlsruher Publikumslieblings Riccardo Primo bei Kerzenlicht, setzte die Neuinszenierung der Internationalen Händel-Festspiele 2020 in Szene.

Die Sensationsproduktion Serse war erneut vom Wettstreit der Countertenöre geprägt: Kontrahent Max Emanuel Cencic als Arsamene stand erstmals der temperamentvolle und exzentrische David Hansen als Titelheld gegenüber und ließ die Inszenierung in neuen Farben schillern. Lauren Snouffer, Katherine Manley sowie die Karlsruher Ensemblemitglieder Ariana Lucas und Yang Xu stellten ebenfalls ihre beeindruckenden musikalischen wie szenischen Talente unter Beweis. Dirigent George Petrou, designierter künstlerischer Leiter der Göttinger Händel-Festspiele, entzündete erneut das legendäre Serse-Feuer in Karlsruhe. Aufgrund der immensen Nachfrage der vergangenen Festspiele wurden nicht wie üblich drei, sondern vier Vorstellungen der humorvollen Inszenierung angeboten. Das Festspiel-Orchester, die Deutschen Händel-Solisten ließen keine Wünsche offen und überzeugten bei jeder Gelegenheit durch ihren mitreißenden Händelklang, mit dem sie die Zuhörer*innen auch in ihrem alljährlichen Festkonzert unter Jory Vinikour wahre Sternstunden der Barockmusik bereicherten.

Halsbrecherische Arien im Wettkampf mit konzertierenden Instrumenten: Star-Countertenor Valer Sabadus kehrte zum Gala-Konzert zurück nach Karlsruhe, diesmal begleitet vom deutschen Ensemble für Alte Musik „Nuovo Aspetto“, mit dem jüngst ein erfolgreiches Album erschien, und überzeugt mit einer begeisternden Programmzusammenstellung.

Zu den weiteren Höhepunkten des Festspiel-Programms gehörte die Fortsetzung der 2017 ins Leben gerufenen Reihe der Abendsterne-Konzerte, die in der Christuskirche und der Evangelischen Stadtkirche stattfanden. Kirchenmusikdirektor Christian Markus-Raiser, das Karlsruher Barockorchester und der Coro Piccolo präsentierten selten gespielte Werke von Friedrich Wilhelm Zachow und Antonio Lotti in Abendsterne 1. Mit einem exklusiv für Karlsruhe konzipierten Barockprogramm verzauberte der junge Countertenor James Hall gemeinsam mit dem Cembalisten Mahan Esfahani das Publikum beim zweiten Konzert der Reihe. Zurück zum Festspielthema „Einsamkeit“ führte das letzte Konzert der Abendsterne, das Publikumsliebling Terry Wey und das renommierte Ensemble „Il Giardino Armonico“ gestalteten.

Die seit 30 Jahren bestehende Händel-Gesellschaft Karlsruhe e.V. konnte ihre Mitgliederzahl durch Neueintritte während der Festspiele wie schon im Vorjahr um über zehn Prozent steigern. Sie hat nun 401 Mitglieder, die, gemeinsam mit Vorstand und namhaftem Kuratorium, die Händel-Pflege in Karlsruhe ideell und finanziell unterstützen. Bereits zum 25. Mal wurden die Preisträger des Händel-Jugendwettbewerbs ausgezeichnet; erstmalig wurde der „Casimir-Schweizelsperg-Preis für besonderes musikpädagogisches Wirken“ verliehen – an Annabelle Cavalli von der Städtischen Musikschule Lahr.

Bei den 44. Internationalen Händel-Festspielen 2021 wird die Erfolgsproduktion Tolomeo zurück auf den Spielplan kehren, außerdem kann sich das Publikum auf die Neuinszenierung des Hercules in der Regie von Floris Visser freuen. In seiner zweiten Inszenierung für die Internationalen Händel-Festspiele widmet er sich einem der ungewöhnlichsten Musikdramen Georg Friedrich Händels. So enthält Hercules beispielsweise mit einer gewaltigen Wahnsinnsszene eine Ungeheuerlichkeit, die im barocken Theater eigentlich nicht dargestellt werden durfte. Die Besetzung besteht mit Brandon Cedel, Ann Hallenberg, Sophie Junker, Moritz Kallenberg und Cameron Shahbazi aus international etablierten Stars der Barockszene. Der Ticketverkauf läuft bereits.

Termine und Tickets zu Hercules unter: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/3145/

Termine und Tickets zu Tolomeo unter: http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/termine/2951/

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