Kritiken

  • Buchbesprechung: Mitten im dunklen Wald

    Cover von Linus Geschke. Im Wald der Wölfe © Ullstein Verlag Jan Römer, Redakteur eines Kölner Nachrichtenmagazins, zuständig für die Rubrik „Ungelöste Fälle“ hat die Abgeschiedenheit des Thüringer Waldes gesucht, um Abstand zu seinen persönlichen Problemen zu bekommen, aber auch, um die seelischen Belastungen seiner Arbeit um ungelöste Kriminalfälle abzustreifen. In seiner Waldhütte taucht eine […]

  • Saarländisches Staatstheater: Arthur Millers historisierende „Hexenjagd“ als Mahnung für heute

    Ekstatischer Tanz, Auslöser allen Treibens: Ensemble4 des Saarländischen Staatstheaters in Aktion bei Arthur Millers „Hexenjagd“. © Foto: Martin Kaufhold (Saarländisches Staatstheater) Manchmal muss es das volle Programm sein. Schon Arthur Miller schonte mit seinem wortgewaltigen, auch bei uns seit Jahrzehnten zum Klassiker gewordenen Schauspiel „Hexenjagd“ sein Publikum nicht vor ellenlangen Exerzitien. Seine engagierte Kampfansage an […]

  • Saarländisches Staatstheater: Die Verführung zum HJ-Trommler

    Das süße Gift der Verführung: Silvio Kretschmer (l.) und Fabian Gröver in „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“, Dramatisierung des Romans von Ludwig Harig in „Sparte4“ des Saarländischen Staatstheaters / © Foto: Astrid Karger (Saarländisches Staatstheater) Dramatisierungen nicht zuletzt von Erfolgsromanen haben es oft schwer bei Publikum und Kritik. Diese oder jener wichtige Erzählstrang […]

  • Saarländisches Staatstheater Saarbrücken: Macht, Liebe und Leidenschaften

    Von links nach rechts Vadim Volkov als Gärtner Antonio, Salomòm Zulic del Canto als Graf Amaviva,  Valda Wilson als Gräfin , Algirdas Drevinskas als Don Basilio und Carmen Seibel als Page Cherubino © Martin Kaufhold Glanzvoll, überzeugend und auf höchsten Niveau ist das Saarländischer Staatstheater mit der Oper „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart in […]

  • Grandiose Judy Garland – Show im Merziger Zeltpalast

    Peter Lewys Preston als Mickey Deans, Vasiliki Roussi als Judy Garland und Alexander Lutz als Anthony Chapman in dem Musical End of the Rainbow @ Foto: Rolf Ruppenthal Joachim Arnold hat wieder einmal im Merziger Zirkuszelt mit seiner neuen Produktion, der Judy Garland-Show “End oft he Rainbow” ein gutes Händchen bewiesen. Er riskierte das Wagnis, […]

  • Rocco del Schlacko: Die Hosen wollen wiederkommen

    „Die Fantastischen Vier“ als einer der Top-Acts des Rocco del Schlacko 2019. © Foto: Burkhard Jellonnek „An Tagen wie diesen“… hat er wieder alles richtig gemacht: Thilo Ziegler, seit 21 Jahren Festivalmacher des inzwischen legendären „Rocco del Schlacko“ auf den „Sauwasen“ in Köllerbach-Püttlingen. Was damals als Abitur-Gag einer Pennäler-Klasse mit Rockbands aus der Umgebung begann, […]

  • Musicalprojekt Neunkirchen: Marie Juchacz als Musical Star

    Marie (Nina Sepeur), Elisabeth (Hannah Neumann) © Tobias Gölzer Sie war eine Frau aus dem Arbeitermilieu, eine Pionierin der Frauenrechte und lebenslang eine Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen, für Gerechtigkeit und Solidarität. Zum 150-jährigen Geburtstag von Marie Juchacz (1879-1956) hat die saarländische Arbeiterwohlfahrt verdienstvollerweise ein Musical in Auftrag gegeben, um die vorbildliche Lebensleistung ihrer […]

  • Always hardcore – So war das Rocco del Schlacko 2019

    Foto: Yungblud holte seine Fans auf die Bühne. © Sandra Wagner Es war wieder mal ein Fest: Knapp 26 000 Besucher strömten dieses Jahr zum Rocco del Schlacko in Püttlingen. Bei bestem Wetter bebte am Donnerstag der Sauwasen unter den Klängen der deutschen Metal-Electro-Band Eskimo Callboy. Die Jungs aus dem Ruhrpott brachten nicht nur mit […]

  • And the beat goes on…

    Blick von der Hauptbühne auf dem Erzplatz beim Auftritt der Technogruppe FJAAK © Sandra Wagner Laser in allen Farben pulsieren rhythmisch zur Musik, brechen sich im Disconebel. Die Menge vor der Hauptbühne feiert den gelungen Bass Drop – Spannung liegt in der Luft, bevor der dröhnende Bass wieder mit voller Wucht einsetzt. Whoop-whoop. Die Stimmung […]

  • Kraftvolle Musik, mächtige Chormomente

    Das neue Gouvy-Denkmal in Hombourg Haut © mhonsel von Friedrich Spangemacher Welturaufführung im lothringischen Hombourg Haut! Einen Tag nach dem 200. Geburtstag von Théodore Gouvy fand in der Collegiale St. Etienne der Gouvy-Stadt die Aufführung seines nachgelassenen Oratoriums „Aslega“ für drei Solisten, großen Chor und Orchester vor vollem Haus statt. Eine frühe Version des Oratoriums […]

  • Wider den Zivilisationsbruch – Das Unsagbare zeigen: Holocaust-Stück „Kamp“ des niederländischen Figurentheaters „Hotel Modern“

    Kolonnen von Häftlingen zwischen den Baracken von Auschwitz: „Kamp“ vom Figurentheater „Hotel Modern“ © Leo van Velzen (Festival Perspectives) von Burkhard Jellonnek Ein Stück über den Holocaust, ein Stück über Auschwitz wie kein zweites. Vor mehr als zehn Jahren hat die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden mit ihrem niederländischen Figurentheater-Kollektiv „Hotel Modern“ die Idee zu „Kamp“ entwickelt […]

  • Ein Hammer-Stück: „Festen“, ein Stück über sexuellen Missbrauch, mischt das Festival Perspectives auf

    Ein Hammer-Stück: „Festen“ als Abschluss des diesjährigen Festivals „Perspectives“ © Simon Gosselin (Festival Perspectives) von Burkhard Jellonnek Die ältere Dame in der Reihe unterhalb schüttelt fassungslos den Kopf: so etwas Schlimmes auf der Bühne habe sie nicht erwartet. „Die Realität ist schlimmer“, antworte ich ihr mit gedrückter Stimme. In jeder Schulklasse, sagen Experten, sitzen zwei, […]

  • Terroristen zwingen Faust in die Knie – Die Saarbrücker Fassung von Gounods Faust-Oper

    Szene aus dem Saarbrücker „Faust“ © Andrea Kemper von Friedrich Spangemacher Natürlich kann man die Geschichte von Faust auch so erzählen: Faust geht in Rente, aber die Feier zum 65. Geburtstag gerät zum Volkstribunal durch eindringende Terroristen, die Faust die Verfehlungen seines Lebens als Theaterstück vorführen, mit Waffengewalt versteht sich. Faust, der seine Lebensgeschichte neu […]

  • Perspectives du Théâtre 2019 Ein großer Tanzabend mit Choreografien von Angelin Prerjocaj

    Still Life © Jean-Claude Carbonne von Kurt Bohr Dieser Tanzabend war fraglos ein Höhepunkt der diesjährigen Perspectives. Generalintendant Bodo Busse vom saarländischen Staatstheater und Festivalchefin Sylvie Hamard haben die erste offizielle Kooperation seit vielen Jahren bei vollem Haus mit zwei Arbeiten des renommierten Choreografen Angelin Preljocaj erfolgreich auf die Bühne gebracht. Das darf in Zukunft […]

  • Aufbrüche, Abbrüche, Spiegel der Befindlichkeiten Eindrücke bei der jüngsten Saarbrücker Komponistenwerksatatt

    Die Gewinnerin Yang Son (Mitte) mit Sylvain Teutsch (Gouvy-Institut) und Maria Grätzel (DRP) von Friedrich Spangemacher Fünf Uraufführungen von fünf ganz jungen Komponisten: Die Deutsche Radio Philharmonie (DRP) hat jetzt die Ergebnisse der diesjährigen Komponistenwerkstatt, einem Projekt der Saarbrücker Musikhochschule mit dem SR, vor einem interessierten Publikum vorgestellt. . Es sei ein guter Jahrgang, sagte […]

  • Romeo und Julia in der Pathologie

    Romeo in der Pathologie ©Marco Piecuch Das Eingangsbild ist stark. Im kalten Licht eines Pathologiesaals liegen die Leichen von Romeo und Julia auf weiß gekachelten Quadern. Dahinter: ihre fassungslosen Eltern. Oben am Saalfenster, dessen Brüstung später als Balkon vor Julias Schlafzimmer dient, steht der Pathologe (Manfred –Paul Hänig) und kündigt die Geschichte des unglücklichen Liebepaars […]

  • Stargast Zukerman bei 5. Matinée der Deutschen Radiophilharmonie

    Pinchas Zukerman © Cheryl Mazak „Romantik satt“ wurde den Zuhörern versprochen, ein zutiefst emotionaler und musikalisch hochkarätiger Sonntagmorgen geliefert. Für den Dirigenten der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Pietari Inkinen, ging ein lange ersehnter Wunsch in Erfüllung: Gemeinsam mit seinem ehemaligen Musiklehrer und Mentor, Starviolinist Pinchas Zukerman, betrat er die Bühne, um Elgars Konzert für Violine […]

  • Sängerische Spitzenleistung und Standing Ovations – Händels „Serse“ auf badischen Brettern

    © Foto Falk von Traubenberg. Franco Fagioli (Serse) Am vergangenen Freitag, den 22. Februar, feierte das Publikum des Badischen Staatstheaters Händels Dramma per musica „Serse“ – die diesjährige Neuproduktion der Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe – mit Standing Ovations. In der Tat handelte es sich um einen musikalischen Hochgenuss, den die Sänger und die Deutschen Händel-Solisten unter George […]

  • Händels „Alcina“ – Psychodrama mit großem Tiefgang

    ©Felix Grünschloß . Lauren Fagan (Alcina) & David Hansen (Ruggiero). Nicht weniger euphorisch als Georg Friedrich Händels Oper „Serse“, die am 22. Februar in Szene ging, wurde am vergangenen Samstag, dem 23. Februar, die erste Wiederaufnahme der Produktion des Vorjahres bejubelt, Händels „Zauberoper“ „Alcina“. Im Vergleich zur lauten und trashigen „Serse“-Inszenierung, die die Haupthelden als […]

  • Rock-wärts in die Fünfziger

    Wer sicher gehen wollte, dass sie knalleng saß, legte sich mit ihr in die Badewanne und ließ sie anschließend am Körper trocknen. Funktionierte todsicher. Die Rede ist von der guten alten Blue Jeans, der Arbeiterhose aus Baumwolle, die ursprünglich Levi-Strauss für die kalifornischen Goldgräber fertigte (damals noch nicht in Indigo Blau). Abschätzig als Nietenhosen eingedeutscht trat sie gemeinsam mit den amerikanischen Siegertruppen nach dem ersten Weltkrieg hierzulande ihren eigenen Siegeszug an.

  • Innere Tragödien

    Pauliina Linnosaari als Medea und die Kinder (Marin Gauer und Floria Didié) in Medea // Copyright: Saarländisches Staatstheater Innere Tragödien Das Saarländische Staatstheater bringt eine fulminante „Medea“ auf die Bühne von Friedrich Spangemacher Die Ouvertüre reißt den Hörer sofort emotional in das zu erwartende Stück, die Tragödien um Medea. Die Musik zeichnet die seelischen Wirren […]

  • Leidenschaft und Trauerton

    Penderecki Bartosz Koziak // Copyright: Bartosz Koziak Leidenschaft und Trauerton Krzystof Penderecki bei der Deutschen Radio Philharmonie von Friedrich Spangemacher Der große Altmeister der polnischen Musik, Krzystof Penderecki, war jetzt zu Gast bei der Deutschen Radio Philharmonie, wo in einer Soirée zwei seiner Werke und die 9. Sinfonie vom Dmitrij Schostakowitsch auf dem Programm standen. […]

  • Operette zum Abgewöhnen

    Das Staatstheater Saarbrücken unter dem Intendanten Bodo Busse hat schon beeindruckende Opernproduktionen mit viel Mut zum Außergewöhnlichen vorgestellt und so durfte man hoffen, dass sein Theater selbst eine veritable Operette überzeugend auf die Bühne bringen könnte.
    Die gute alte Operette mit einem Schuss Musical anzureichern, dieses Konzept hatte Bodo Busse für Emmerich Kálmáns „Csardasfürstin“ angekündigt.

  • Wandererfantasie und die “Unvollendete” vollendet

    Zwei beeindruckende klassische Konzert im Abstand von 15 Stunden in der Saarbrücker Congresshalle: zunächst das Landes- Jugend Symphonieorchester des Saarlandes mit Werken von Carl Maria von Weber, Wolfgang Amadeus Mozart Johannes und Brahms, gut gespielt nach einer Tornee durch die baltischen Staaten und mit überzeugendem klanglichen Ergebnis des Teenager-Orchesters.

  • Verklärte Nacht und Hexensabbat

    Der neue Chefdirigent des Orchestra National de Metz (bis zu Sommer Orchestre National de Lorraine) Daniel Reiland hat nun im Metzer Arenal sein zweites Konzert dieser Spielzeit gegeben, mit einem Orchester, das durch die langjährige Arbeit mit Jacques Mercier eine hohe Qualität erreicht hat. Es war ein sehr vielfältiges Programm, stilistisch zumindest, auch wenn das Thema die Linie vorgab. Im Rahmen des Minifestivals “Ècouter le Nuit” wurden ganz unterschiedliche Nachtstücke (Titel: Nuits Èzoilées) aufgeführt, von Mozart bis zu Arvo Pärt, dem estnischen Kultkomponisten.

  • Hochspannung im Saarländischen Staatstheater

    Zweieinhalb Stunden Hochspannung, voll von innerer Dramatik: Die Neuinszenierung von Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die Tote Stadt“ am Saarländischen Staatstheater war ein besonderes Erlebnis. Die Jubelschreie am Ende zeigten, dass dieses Stück das Publium nicht nur erreicht, sondern auch fasziniert und getroffen hatte Es ist eine Geschichte von Treue bis übers Grab, eine Geschichte von Verführung, von Illusionen, von der Suche nach Nähe und schließlich auch eine Geschichte, die tödlich endet.

  • Tanzmusik mit Wiener Charme

    Am vergangenen Freitag, dem 21. September, eröffnete das Merlin Ensemble aus Wien die neue Saison der Saarbrücker Kammerkonzerte mit einem launigen und schwungvollen Abend. Kaum einen der Konzertbesucher dürfte nach dieser erfrischenden Performance nicht die Lust gepackt haben, demnächst einmal wieder selbst Wiener Luft zu atmen, auf der Hietzinger Maxingstraße entlang zu schlendern und im Café Dommayer einzukehren.

  • Schaurige Unterhaltung im Zeltpalast Merzig

    2014 feierte die deutschsprachige Version von „The Addams Family – Das Broadway Musical“ ihre Premiere im Zeltpalast Merzig. Diesen Herbst ist die exzentrische, morbide Familie erneut für vier Termine zu Besuch und begeistert das Publikum der saarländischen Kreisstadt heute wie damals.

  • Bewegender Saisonauftakt der Deutschen Radio Philharmonie mit Mahler und Richard Strauss

    Der Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie, Pietari Inkinen, eröffnete die neue, seine zweite Saison mit einem Endzeitstück, den “Vier letzten Liedern” von Richard Strauss, für die er die amerikanische dramatische Sopranistin Lise Lindström nach Saarbrücken eingeladen hatte. Vor vollem Haus begeisterten die Solistin und das Orchester mit einer sehr innigen Interpretation dieser persönlichen Lieder, die Strauss wie zum Abschied am Ende seines Leben komponiert hatte.

  • Großer Theaterabend in der Alten Feuerwache

    Mehr als 1200 Seiten stark ist die Romanvorlage der Georgierin Nino Haratischwili, aus der Emilia Linda Heinrich, Julia lochte und Jette Stockel eine berückende Bühnenfassung geschaffen haben.
    Es geht um die schicksalhafte Verstrickung der beiden georgischen Familien Jaschi und Eristawi, eine Geschichte, die von der russischen Oktoberrevolution bis zum Jahre 2006 reicht.

  • Große Kunst mit kleinen Tücken

    Der dritte Abend des Wettbewerbs war ein echter Kracher. Das begann mit dem gereimten Opening des Moderators Philipp Scharrenberg, der seine Erfahrungen als Veganer mit der fleischlastigen lokalen Gastronomie auf die Schippe nahm, elegant und witzig – entschieden zu lang für den Anfang – aber im weiteren Verlauf immer kurzweilig und spritzig.

  • Fulminante gesangliche und musikalische Leistung – Andreas Gergen inszeniert Mozarts Entführung aus dem Serail

    Das spielfreudige und glänzend eingestellte Ensemble des Merziger Zeitpalasts bietet mit der populären Spieloper von Wolfgang Amadeus Mozart abwechslungsreiche Unterhaltung auf hohem Niveau. Die Engländerin Robyn Allegra Parton brilliert als Konstanze. Sie meistert diese schwierige Partie, insbesondere die anspruchsvollen Koloraturen mit Bravour; sehr anrührend ihr Treuebekenntnis und ihr Aufbegehren gegen das beharrliche Werben von Bassa Selim.

  • Klangintensiver Untergang

    Am 23. August erlebte Gerhard Stäblers Kammeroper „Letzte Dinge“ in der Ökonomie und Orangerie des Deutschherrenhauses am Schießgraben in Trier eine erste szenische Aufführung. Das Libretto schufen Alexander Jansen und Hermann Schneider nach Paul Austers Roman „In the Country of Last Things“. Im Mittelpunkt des Stücks steht Anna Blume, die auf der Suche nach ihrem Bruder in die Fänge einer untergehenden Großstadt gerät.

  • Rheingau Musik Festival: Sternstunden

    Nicht erst seit dieser Saison hat sich das Rheingau Musik Festival – auch im internationalen Vergleich – in der Topliga etabliert. Das gilt für die Qualität der Darbietungen und den Zuspruch des Publikums gleichermaßen.

  • Prima la Musica – “La Traviata” am Saarländischen Staatstheater

    Großer Applaus im Saarländischen Staatstheater für die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis “Traviata”, in der drei Sänger des eigenen Saarbrücker Ensembles zu Hochform aufliefen, in einer überzeugenden Regie von Ben Baur, der die Akte als Tableaus inszenierte, mit einer geradezu vorzüglichen Personenführung. “La Traviata”, so streng inszeniert, ließ den Zuhörer an der Seelenlage der Protagonisten direkt teilhaben.

  • „Es gibt für mich nichts Schöneres, als zu singen“ – 8. Matinée der DRP

    Am 17. Juni fand in der Kongresshalle Saarbrücken die 8. Matinée der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung des Chefdirigenten der Dresdner Philharmonie Michael Sanderling statt. Das Thema der Matinée lautete „Schubertiade orchestral“. Im Mittelpunkt des Programmes stand der Tenor Julian Prégardien mit Orchesterliedern von Hector Berlioz, Franz Schubert und Franz Liszt.

  • Süßer die Bässe nie klingen

    Wer den Kontrabass bis jetzt noch nicht als mitreißendes Soloinstrument wahrgenommen hat, der wurde spätestens beim 9. Kammerkonzert des saarländischen Staatstheaters am 3. Juni 2018 eines Besseren belehrt. In kleiner Runde fand das Konzert, in dessen Mittelpunkt der Kontrabass stand, am Sonntagnachmittag im Foyer des Theaters statt.

  • Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden

    Szene aus der „Zauberflöte“ // Copyright: ArtEO Photography Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden Heinz Lukas-Kindermann inszeniert in Trier Mozarts „Zauberflöte“ von Eva-Maria Reuther Zugegeben: eine Oper wie Mozarts „Zauberflöte“ an einem kleinen Haus wie dem Theater Trier zu inszenieren, ist eine gewaltige Steilvorlage. Haben wir doch längst dazu die Heroen der […]

  • Türkischer Markt und großes Theater auf der Musikbühne

    Fazil Say // Copyright: Marco Borggreve Türkischer Markt und großes Theater auf der Musikbühne Das Saarländische Staatsorchester mit Fazil Say und Nicholas Milton von Friedrich Spangemacher Das war schon fast der große Paukenschlag kurz vor Ende seiner letzten Spielzeit. Das Konzert, das Nicholas Milton am vergangenen Wochenende mit Fazil Say als Solisten gab, hatte es […]

  • Così fan tutte – mit Witz und Gefühl

    Treueprobe, Täuschung und vertauschte Liebende: Così fan tutte feierte am Freitag, dem 11. Mai 2018, im Saarländischen Staatstheater Premiere. Und mag man auch zur Handlung der Oper stehen, wie man will – unproblematisch ist sie ja nicht – so ist diese Inszenierung jedenfalls einen Besuch wert!

  • Story Teller – Geschichten in Neuer Musik in einer Matinee der Deutschen Radio Philharmonie

    Johannes Kalitzke // Copyright: Stefan Fuhrer von Friedrich Spangemacher Sie habe hier in Saarbrücken wirklich ein viel zu wenig bekanntes Kleinod der Pflege Neuer Musik erlebt, so die niederländische Mezzosopranistin Christianne Stotijn, die am vergangenen Sonntag den Solopart in einem bemerkenswerten Stück des holländischen Komponisten Michael van der Aa übernahm. Tatsächlich hat sich das Orchester […]

  • TAMIS-Ausklang: Renaissancemusik auf höchstem Niveau

    Ensemble // Copyright: Morales von Margret Scharrer Am vergangenen Samstag, dem 28. April, haben die Tage der Alten Musik im Saarland in der Stiftskirche St. Arnual einen mehr als würdigen Abschluss gefunden. Die Gesangskunst der Frankoflamen erlebte hier ein Comeback auf höchstem Niveau. Es musizierten das Ensemble Barock Vokal und Concerto Ad Æquales unter der […]

  • Spiel des Lebens – Reinhard Keisers Croesus auf dem Schachbrett

    Johannes Kruse (Orsanes), Gideon Henska (Croesus), Josefin Bölz (Clerida), Ensemble – © Martin Kaufhold von Margret Scharrer Dass Reinhard Keiser zu den herausragenden Barockkomponisten gehört, zeigt unter anderem seine Vertonung von Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus. Jenes Singe=Spiel hatte jüngst im Rahmen „Junge Stimmen: die Zukunft der Oper“ am 13. April in einer […]

  • Der Sozialstaat als Milchkuh. – Das Theater Trier zeigt „Cash und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney.

    „Wer hat, dem wird noch gegeben“. Falsch. Das ist keine Kritik an der Steuerpolitik, sondern ein Erfahrungsbericht des biblischen Apostels Matthäus hinsichtlich der Eigendynamik von Talenten. Eine ähnliche Erfahrung macht der arbeitslose Eric Swan in Michael Cooneys Komödie „Cash und ewig rauschen die Gelder.“ Die Talente des gekündigten Angestellten der örtlichen Stadtwerke, der seiner Frau den Stellenverlust verschwiegen hat, sind von ganz spezieller Art.

  • Liebe und anderer Schlamassel – Nicht versäumen: Das Theater Trier zeigt noch einmal „Il matrimonio segreto“

    Wenn man einer einschlägigen finnischen Serie glauben darf, entblößen Männer in der Sauna nicht nur ihren Körper sondern auch ihre Seele. Und dabei machen sie noch Geschäfte, so wie Kaufmann Geronimo. Der sitzt im Theater Trier mit dem anvisierten Schwiegersohn im heimischen Schwitzkasten und versucht den lustlosen Grafen zur Heirat mit seiner etwas angegrauten Tochter Elisetta zu bewegen, eine entsprechende Mitgift selbstredend inklusive.

  • Science-Fiction-Oper als Parabel für innere Seelenzustände – Michael Obsts „Solaris“

    Man kann das Staatstheater Saarbrücken für diese Produktion nur beglückwünschen: für die Kammeroper „Solaris“ des Komponisten Michael Obst, die jetzt in der Alten Feuerwache Premiere hatte. Es ist ein mitreißendes Werk, das die Zuschauer zwei Stunden lang in Atem hält und sie mitnimmt auf eine ungewöhliche Reise, die vom fernen Weltall in die Seelenzustände des einzelnen Individuum führt – und das am Ende mit einer ungeheuern Zentrifugalkraft.

  • „Kultur ist der Zement der Gesellschaft“ – Der Luxemburger Kulturstaatssekretär Guy Arendt im Gespräch

    Luxemburg steht fest zur Kultur und zum kulturellen Angebot. Das ist für Kulturstaatssekretär Guy Arendt keine Frage. „Kultur spielt in der Luxembur-ger Gesellschaft eine wesentliche Rolle“, weiß der Politiker. In einer Zeit, in der vieles auseinanderzubrechen drohe, sei sie geradezu so etwas wie der „Zement der Gesellschaft“. Überhaupt besitzt für den Rechtsanwalt die Kultur eine große synergetische Kraft, die gleichermaßen Vergangenheit und Traditionen wie das aktuelle gesellschaftliche Zusammen-leben zusammenführt. Dass man im Ministerium am Boulevard Roosevelt Tradition und Gegenwart bekömmlich zu verbinden sucht, wird gleich beim Eintreten deutlich. In der Eingangs-halle des historischen Gebäudes stehen und hängen Werke zeitgenössischer Luxemburger Künstler, darunter eine dynamische Holzskulptur von Jhemp Bastin und ein Gemälde von Roland Schauls. „Unsere Kulturszene ist sehr aktiv“, bestätigt Arendt, „und damit auch permanent im Wandel“.