Kritiken

  • „Es gibt für mich nichts Schöneres, als zu singen“ – 8. Matinée der DRP

    Am 17. Juni fand in der Kongresshalle Saarbrücken die 8. Matinée der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung des Chefdirigenten der Dresdner Philharmonie Michael Sanderling statt. Das Thema der Matinée lautete „Schubertiade orchestral“. Im Mittelpunkt des Programmes stand der Tenor Julian Prégardien mit Orchesterliedern von Hector Berlioz, Franz Schubert und Franz Liszt.

  • Süßer die Bässe nie klingen

    Wer den Kontrabass bis jetzt noch nicht als mitreißendes Soloinstrument wahrgenommen hat, der wurde spätestens beim 9. Kammerkonzert des saarländischen Staatstheaters am 3. Juni 2018 eines Besseren belehrt. In kleiner Runde fand das Konzert, in dessen Mittelpunkt der Kontrabass stand, am Sonntagnachmittag im Foyer des Theaters statt.

  • Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden

    Szene aus der „Zauberflöte“ // Copyright: ArtEO Photography Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden Heinz Lukas-Kindermann inszeniert in Trier Mozarts „Zauberflöte“ von Eva-Maria Reuther Zugegeben: eine Oper wie Mozarts „Zauberflöte“ an einem kleinen Haus wie dem Theater Trier zu inszenieren, ist eine gewaltige Steilvorlage. Haben wir doch längst dazu die Heroen der […]

  • Türkischer Markt und großes Theater auf der Musikbühne

    Fazil Say // Copyright: Marco Borggreve Türkischer Markt und großes Theater auf der Musikbühne Das Saarländische Staatsorchester mit Fazil Say und Nicholas Milton von Friedrich Spangemacher Das war schon fast der große Paukenschlag kurz vor Ende seiner letzten Spielzeit. Das Konzert, das Nicholas Milton am vergangenen Wochenende mit Fazil Say als Solisten gab, hatte es […]

  • Così fan tutte – mit Witz und Gefühl

    Treueprobe, Täuschung und vertauschte Liebende: Così fan tutte feierte am Freitag, dem 11. Mai 2018, im Saarländischen Staatstheater Premiere. Und mag man auch zur Handlung der Oper stehen, wie man will – unproblematisch ist sie ja nicht – so ist diese Inszenierung jedenfalls einen Besuch wert!

  • Story Teller – Geschichten in Neuer Musik in einer Matinee der Deutschen Radio Philharmonie

    Johannes Kalitzke // Copyright: Stefan Fuhrer von Friedrich Spangemacher Sie habe hier in Saarbrücken wirklich ein viel zu wenig bekanntes Kleinod der Pflege Neuer Musik erlebt, so die niederländische Mezzosopranistin Christianne Stotijn, die am vergangenen Sonntag den Solopart in einem bemerkenswerten Stück des holländischen Komponisten Michael van der Aa übernahm. Tatsächlich hat sich das Orchester […]

  • TAMIS-Ausklang: Renaissancemusik auf höchstem Niveau

    Ensemble // Copyright: Morales von Margret Scharrer Am vergangenen Samstag, dem 28. April, haben die Tage der Alten Musik im Saarland in der Stiftskirche St. Arnual einen mehr als würdigen Abschluss gefunden. Die Gesangskunst der Frankoflamen erlebte hier ein Comeback auf höchstem Niveau. Es musizierten das Ensemble Barock Vokal und Concerto Ad Æquales unter der […]

  • Spiel des Lebens – Reinhard Keisers Croesus auf dem Schachbrett

    Johannes Kruse (Orsanes), Gideon Henska (Croesus), Josefin Bölz (Clerida), Ensemble – © Martin Kaufhold von Margret Scharrer Dass Reinhard Keiser zu den herausragenden Barockkomponisten gehört, zeigt unter anderem seine Vertonung von Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus. Jenes Singe=Spiel hatte jüngst im Rahmen „Junge Stimmen: die Zukunft der Oper“ am 13. April in einer […]

  • Der Sozialstaat als Milchkuh. – Das Theater Trier zeigt „Cash und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney.

    „Wer hat, dem wird noch gegeben“. Falsch. Das ist keine Kritik an der Steuerpolitik, sondern ein Erfahrungsbericht des biblischen Apostels Matthäus hinsichtlich der Eigendynamik von Talenten. Eine ähnliche Erfahrung macht der arbeitslose Eric Swan in Michael Cooneys Komödie „Cash und ewig rauschen die Gelder.“ Die Talente des gekündigten Angestellten der örtlichen Stadtwerke, der seiner Frau den Stellenverlust verschwiegen hat, sind von ganz spezieller Art.

  • Liebe und anderer Schlamassel – Nicht versäumen: Das Theater Trier zeigt noch einmal „Il matrimonio segreto“

    Wenn man einer einschlägigen finnischen Serie glauben darf, entblößen Männer in der Sauna nicht nur ihren Körper sondern auch ihre Seele. Und dabei machen sie noch Geschäfte, so wie Kaufmann Geronimo. Der sitzt im Theater Trier mit dem anvisierten Schwiegersohn im heimischen Schwitzkasten und versucht den lustlosen Grafen zur Heirat mit seiner etwas angegrauten Tochter Elisetta zu bewegen, eine entsprechende Mitgift selbstredend inklusive.

  • Science-Fiction-Oper als Parabel für innere Seelenzustände – Michael Obsts „Solaris“

    Man kann das Staatstheater Saarbrücken für diese Produktion nur beglückwünschen: für die Kammeroper „Solaris“ des Komponisten Michael Obst, die jetzt in der Alten Feuerwache Premiere hatte. Es ist ein mitreißendes Werk, das die Zuschauer zwei Stunden lang in Atem hält und sie mitnimmt auf eine ungewöhliche Reise, die vom fernen Weltall in die Seelenzustände des einzelnen Individuum führt – und das am Ende mit einer ungeheuern Zentrifugalkraft.

  • „Kultur ist der Zement der Gesellschaft“ – Der Luxemburger Kulturstaatssekretär Guy Arendt im Gespräch

    Luxemburg steht fest zur Kultur und zum kulturellen Angebot. Das ist für Kulturstaatssekretär Guy Arendt keine Frage. „Kultur spielt in der Luxembur-ger Gesellschaft eine wesentliche Rolle“, weiß der Politiker. In einer Zeit, in der vieles auseinanderzubrechen drohe, sei sie geradezu so etwas wie der „Zement der Gesellschaft“. Überhaupt besitzt für den Rechtsanwalt die Kultur eine große synergetische Kraft, die gleichermaßen Vergangenheit und Traditionen wie das aktuelle gesellschaftliche Zusammen-leben zusammenführt. Dass man im Ministerium am Boulevard Roosevelt Tradition und Gegenwart bekömmlich zu verbinden sucht, wird gleich beim Eintreten deutlich. In der Eingangs-halle des historischen Gebäudes stehen und hängen Werke zeitgenössischer Luxemburger Künstler, darunter eine dynamische Holzskulptur von Jhemp Bastin und ein Gemälde von Roland Schauls. „Unsere Kulturszene ist sehr aktiv“, bestätigt Arendt, „und damit auch permanent im Wandel“.