Jetzt auch E-Books baden-württembergischer Verlage in den Landesbibliotheken

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(red.) Die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe und die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart haben zusammen mit dem Bibliotheksservice-Zentrum in Konstanz dafür gesorgt, dass die E-Books der baden-württembergischen Verlage jetzt zuverlässig eingesammelt und dauerhaft sicher aufbewahrt werden, um der Öffentlichkeit genauso wie gedruckte Bücher zur Verfügung zu stehen. Der Vertrag für diesen Dienst wurde in der vergangenen Woche unterzeichnet.

Baden-Württemberg verfügt über eine lebendige und vielfältige Verlagslandschaft, in der neben weltweit agierenden Großverlagen zahlreiche mittelständische und kleine Verlage zu Hause sind. Die Zahl der Verlage, die nicht nur gedruckte Bücher, sondern auch E-Books anbieten, nimmt beständig zu. Der Gesetzgeber hat die Badische Landesbibliothek und die Württembergische Landesbibliothek schon 1976 beauftragt, von allen in Baden-Württemberg erscheinenden Publikationen ein Exemplar als sogenanntes Pflichtexemplar in ihren Bestand aufzunehmen, zu verzeichnen und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Sinn dieser Regelung ist es, alle Veröffentlichungen des Landes als Informationsquelle für die Bürgerinnen und Bürger und als Forschungsquelle für die Wissenschaft in öffentlichem Besitz gesichert zu erhalten. Seit 2007 bestimmt das Gesetz, dass die Verlage auch ihre digitalen Publikationen an die Landesbibliothe-ken abzuliefern haben. Es definiert: „Digitale Publikationen sind Medienwerke in unkörperlicher Form, die in öffentlichen Netzen dargestellt werden.“

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württem-berg haben die beiden baden-württembergischen Landesbibliotheken und das Bibliotheksservi-ce-Zentrum ein System zur Ablieferung von E-Books sowie zu deren Archivierung und rechts-konformen Nutzung entwickelt und in Betrieb gesetzt. Das sehr erfolgreich verlaufene Projekt hat nicht nur dazu geführt, dass bereits in der Projektlaufzeit nahezu alle großen und mittleren Verlage des Landes zu Ablieferern gemacht wurden und der allergrößte Teil der laufenden E-Book-Produktion erfolgreich eingesammelt wurde. Es hat darüber hinaus erreicht, dass fast alle Verlage auch die Produktion ihrer Backlist bis zurück in das Jahr 2007 zur Verfügung gestellt haben und also die E-Book-Produktion vom Inkrafttreten des Gesetzes bis heute schon fast vollständig vorliegt.

Zum Projektende im April 2020 waren 59.665 E-Books aus 55 Verlagen angenommen, darunter in Baden die fünf umfangreichsten Kollektionen mit 13.945 Titeln des Springer Verlags in Heidelberg, 9.587 Titeln des Nomos Verlags in Baden-Baden, 5.610 Titeln des Pabel-Moewig Verlags in Rastatt, 4.751 Titeln des Wiley-VCH Verlags und 3.311 Titeln des Beltz Verlags in Weinheim. Seither wächst die Titelmenge stetig weiter, inzwischen hat sie die Zahl 70.000 überschritten. Es kommen noch täglich neue, kleinere Verlage hinzu und die Produktion der bereits etablierten Ablieferer wird wie vorgesehen laufend verarbeitet.

Die Landesbibliotheken machen diese E-Books aus rechtlichen Gründen derzeit nur in ihren eigenen Räumen zugänglich. Durch Nutzung eines zertifizierten Langzeitarchivierungssystems haben sie aber sichergestellt, dass die E-Books auf Dauer bei ihnen verfügbar bleiben.
In einem Anschlussprojekt werden die drei Projektpartner ab dem kommenden Jahr auch die E-JouRnals aus Baden-Württemberg in ihren Pflichtexemplar-Bestand überführen. Das Ministe-rium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg wird auch dieses Projekt unterstützen.

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