IN THE CUT – Der männliche Körper in der feministischen Kunst – VERLÄNGERT BIS 13.01.2019

Joan Semmel and Eunice Golden, Installation view IN THE CUT, Stadtgalerie Saarbrücken // Foto: Anton Minayev, Copyright: Eunice Golden und Joan Semmel, VG Bild-Kunst, Bonn 2018



Das überwältigende Besucherinteresse, eine durchgehend positive Presse-Resonanz und die überregionale Ausstrahlung der Ausstellung IN THE CUT | DER MÄNNLICHE KÖRPER IN DER FEMINISTISCHEN KUNST haben gezeigt: Es geht um ein Thema von hoher gesellschaftspolitischer Aktualität, um Tabus, um Geschlechterverhältnisse und neue Sichtweisen. Wir freuen uns deshalb, die Verlängerung der Ausstellung bis Januar 2019 ankündigen zu können.

Sexualität als zentrales Thema in der Kunst war bis in die 1970er Jahre vornehmlich vom männlichen Blick auf den weiblichen Körper beherrscht. Auch feministische Künstlerinnen konzentrierten sich zunächst auf den eigenen Körper, während der (hetero-)erotische Blick auf den Mann bis heute eine Ausnahme darstellt. Wenn feministische Künstlerinnen ihren begehrlichen Blick auf den männlichen Körper werfen, brechen sie damit gleich mehrere Tabus und kehren die Machtverhältnisse um, die dem traditionellen Bilderkanon eingeschrieben sind. Mit ihren Darstellungen erotischer Männerkörper erheben sie Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung und künstlerische Autorität. Gleichzeitig stellen sie klassische Rollenzuschreibungen in Frage und eröffnen den Diskurs für neue Möglichkeiten sexueller Identität.

Künstlerinnen, wie Louise Bourgeois (USA), Herlinde Koelbl (DE), Eunice Golden (USA), Joan Semmel (USA), Betty Tompkins (USA) oder Carolee Schneemann (USA) haben die Entwicklung dieser feministischen Tendenzen in 1960er und 70er Jahren vorbereitet. Ihre Werke bestimmen diese international besetzte Themenausstellung ebenso, wie Vertreterinnen der jüngeren Generation mit Sophie Calle (FR), Anke Doberauer (DE), Tracey Emin (GB), Alicia Framis (ES), Kathleen Gilje (USA), Aude du Pasquier Grall (FR), Anna Jermolaewa (RU), Julika Rudelius (DE), Mwangi Hutter (KE/DE), ORLAN (FR), Jana Sterbak (CAN), Susan Silas (USA) und Paula Winkler (DE).

Die Ausstellung wurde von Dr. Andrea Jahn kuratiert. Der dazugehörige Katalog erscheint im November 2018 im Kerber Verlag (engl./dt., 230 Seiten). Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

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