Im exklusiven Club der Besten

TripAdvisor listet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte unter den beliebtesten Sehenswürdigkeiten weltweit – 2020 im Rückblick

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Das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte © Foto: Günther Bayerl

 

Nun ist es Gewissheit: Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten weltweit. Seit 2020 listet die Reiseplattform TripAdvisor das Weltkulturerbe Völklinger Hütte im exklusiven Club der besten 10 Prozent.  Dafür gab es einen “Travellers‘ Choice Award“. Jedes Jahr gehen die Reise-Spezialisten Bewertungen von Reisenden aus der ganzen Welt durch und zeichnen auf dieser Basis dann die Besten der Besten aus.

“Terra X: Welten-Saga” – in der populären Sendereihe, die von ZDF Enterprises weltweit vertrieben wird, steht die Völklinger Hütte exemplarisch für ein “europäisches Ereignis mit weltweiten Folgen”: die Industrialisierung. Deutsche Erstausstrahlung war Ende Mai. In der sechsteiligen Serie stellt Terra X die faszinierendsten Orte der Erde vor und besucht ausgewählte UNESCO-Welterbestätten rund um den Globus.

Zeitschriften wie “G/Geschichte”, ,,MERIAN” oder ,,daheim in Deutschland” druckten 2020 mehrseitige Porträts des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Die aktuelle Fotoausstellung “Afrika. Im Blick der Fotografen” wurde höchst positiv besprochen und auch die wegen Corona noch nicht eröffnete Schau “Mon Trésor. Europas Schatz im Saarland” erfreut sich eines großen medialen Interesses und wurde unter anderem schon im “ZDF heute-journal” mit Begeisterung vorgestellt.

Ein besonderer Glücksmoment war neben dem Open-Air-Parcours “Staatstheater goes Völklinger Hütte“ im August der zukunftsweisende Beschluss des Deutschen Bundestages im Dezember: Der Haushaltsausschuss hat die Bundesförderung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte für die nächsten fünf Jahre massiv auf insgesamt 32 Millionen Euro erhöht — eine großartige Nachricht, die notwendige und bedeutende Bau-Aufgaben wie die Erstsicherung des Kraftwerks I ermöglicht.

“Das Besondere am Kraftwerk I ist, dass hier gleichzeitig denkmalbauliche, künstlerische und touristische Belange zusammenwirken. Denn durch die Sanierung dieser großen Maschinenhalle entsteht ein faszinierender Schauplatz für Festivals, Konzerte und Kunstinstallationen. Im Inneren gibt es eine Naturbühne, ein im Kraftwerk gewachsenes Wäldchen. Wenn wir das erhalten können, dann ist das weltweit einzigartig. Das wird eine Halle, um die uns London und New York beneiden werden“, erklärt Dr. Ralf Beil.

Seit 1. Mai 2020 amtiert Ralf Beil als neuer Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte und arbeitet derzeit intensiv an der Zukunft dieses außergewöhnlichen Kulturortes mit Wasserhochbehälter, Gebläsehalle, Hochofengruppe und Paradies.

Das Jahr 2020 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte: Ausgewählte Zitate und Pressestimmen

“…die industrielle Revolution, die von Europa ausging, führte in […] ganz andere Dimensionen. Die Schwerindustrie entstand und mit ihr kam die wohl größte Veränderung der Lebensverhältnisse, seit der Mensch sesshaft geworden war und Ackerbau betrieb. Überall dort wo es Eisenerz und Kohle gab, in Deutschland im Ruhrgebiet, im Saarland und in Schlesien, entstanden Eisen und Stahlwerke. Eines davon, die Völklinger Hütte, hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Damit wurde erstmals ein Industriedenkmal auf die gleiche Stufe mit Kathedralen und Pyramiden gestellt. Die Hütte setzte ein Jahrhundert lang mit der Produktion von Roheisen technische Maßstäbe. Dort spürt man noch heute die gewaltige Kraft der industriellen Revolution, die nicht nur für Europa eine Zeitenwende brachte.
Nur hier kann man noch die Hochöfen sehen, die einst die industrielle Revolution anheizten. Die Völklinger Hütte, in der Grenzregion zu Frankreich, ist weltweit die einzige erhaltene Hütte aus der Glanzzeit der Eisen- und Stahlindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Die Geschichte der Hütte ist auch eine europäische. Für die Eisenherstellung brauchte man jede Menge Kohle, die gab es im Saarland, aber ein bestimmtes Eisenerz gab es nur im wenige Kilometer entfernten französischen Lothringen […]. Kohle, Eisen und Stahl, Fundamente Europas. Die Maschinenkolosse von Völklingen erzählen noch heute davon.”
Christopher Clark, ZDF, Terra X: Welten-Saga, Die Schätze Europas, 31. Mai 2020

“Wolfsburg ist die Stadt, in der ein Autohersteller Kultstatus genießt. Weil Ralf Beil im dortigen Kunstmuseum Ausstellungen zeigte, die auch mal kritisch die VW-Historie hinterfragten, wurde er ohne Begründung entlassen. Der Institutionsskandal des Jahres 2018 ist jetzt ein Glück für die Völklinger Hütte: Das Industriedenkmal im Saarland, das als Kulturzentrum dient, gewinnt mit Beil einen der interessantesten Ausstellungsmacher des Landes als Generaldirektor.”
Tim Ackermann, WELTKUNST, Personalien, Mai 2020

“Die Ausstellung “Afrika. Im Blick der Fotografen” im Weltkulturerbe Völklinger Hütte setzt einen Teil der stillgelegten Eisenhütte wieder in Bewegung. Es ist ein junges, dynamisches Afrika, das sich mit großer Fotokunst ins altindustrielle Europa katapultiert. Bleibt zu hoffen, dass auch die Lothringer, von denen nicht wenige einen nordafrikanischen Migrationshintergrund haben, bald wieder über offene Grenzen ins Saarland kommen können, um diese großartige Ausstellung genießen zu können.”
Ludger Fittkau, Deutschlandfunk, 17. Mai 2020

“Völklingens weltberühmte Skyline: der Erzschrägaufzug, die von Winderhitzern verdeckten Hochöfen und die wie Dachfirste geknickten Gichtgasrohre.
Einst waren sie Sinnbilder stetig wachsender Industrien, heute befeuern sie immer neue gute Ideen: gigantische, stillgelegte Anlagen wie die Völklinger Hütte, die inzwischen auf der UNESCO-Welterbeliste steht und zum riesigen Kultur-Resonanzraum geworden ist.
Das Kopfkino geht schon los, wenn man auf dem weiten Parkplatz steht und auf die Skyline des riesigen Eisenwerks […] blickt. Und es wird auf dem rund sieben Kilometer langen Weg durch die Anlage immer wieder anspringen.
Ralf Beil sieht sein Aufgabenfeld entsprechend weit, er möchte sich um die Industriekultur in der ganzen Region bemühen, Kontakte auch über die sehr nahe Grenze nach Petite-Rosselle in Frankreich und Esch-sur-Alzette in Luxemburg intensivieren. Auch thematisch ist Industriekultur für ihn ein weites Feld, er definiert sie so: “Sie ist das, was die Menschen im Rahmen der Industrialisierung gemacht haben, um diese Welt aufzubauen – mit allen Folgen und Ursachen.” […] Der neue Generaldirektor möchte die einstigen Arbeiter noch sichtbarer machen, möchte mehr Bezüge herstellen zu großen Themen, die an der Hütte andocken. “Wir haben die Aufgabe, diesen Ort von der Geschichte in die Zukunft zu tragen”, meint er. “Hier ist ein perfekter Ort, um über die menschengemachte Zukunft nachzudenken.”
Tinka Dippel, MERIAN, Deutschland neu entdecken, Kultur erleben. Industriekultur. Ruinen Reloaded, Juli 2020

“Was passiert, wenn zwei saarländische “Kulturtanker” aufeinanderprallen? Zum Glück keine Katastrophe, im Gegenteil: Das Zusammenwirken von Saarländischem Staatstheater und Völklinger Hütte beim “Open Air Parcours” sorgte für einen wunderbaren Kunstgenuss unter Einhaltung der Corona-Auflagen – und das bei angenehmen Temperaturen.”
Sebastian Dingler, Saarbrücker Zeitung, 24. August 2020

“Mit einem groß angelegten Theaterparcours auf dem Gelände des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, einem aufgelassenen Eisenhüttenwerk in der Nähe von Saarbrücken, ist heute das Saarländische Staatstheater in die neue Saison gestartet. Diese Kooperation wird möglicherweise eine Fortsetzung finden, denn sowohl Hütten-Chef Ralf Beil wie auch Staatstheater-Intendant Bodo Busse bewegt die Idee einer gemeinsamen Saar-Triennale. Das erinnert natürlich an die Ruhrtriennale [..] Das kleine Saarland hat jetzt gezeigt, dass das [ein coronakompatibles Festival] durchaus möglich gewesen wäre.”
Detlef Brandenburg, Die Deutsche Bühne, Oktober 2020

“Was ist das eigentlich – ein Schatz? Die Frage stellt und beantwortet eine zauberhafte Ausstellung in einer ganz besonderen Schatzkammer – dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte […] Wann eröffnet wird, bestimmen Infektionskurven und Corona-Regeln. Geduld wird belohnt mit Schätzen wie diesen [im Bild: die Modelleisenbahn der Dillinger Hütte] […] So zauberhaft wie die ganze Ausstellung und schon offen ist die Idee, dass jedermann/jederfrau ein Bild von ihrem ganz persönlichen Schatz auf die Webseite der Ausstellung mon-tresor.org hochladen kann. Da entsteht gerade eine wunderbare Sammlung.”
Claus Kleber/Susanne Freitag, ZDF heute-journal, 15. November 2020

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