Historisches Museum Saar und Mundartring Saar e. V. dokumentieren saarländische Dialek

Dass auch die im Saarland vorkommenden Mundarten mit ihrer staunenswerten

Vielfalt beeindrucken können, ist gewiss keine neue Erkenntnis. Aber einen dichten

hörbaren Eindruck von dieser Vielfalt zu erhalten, diese Gelegenheit bietet sich nicht alle Tage. Auf Anregung von Museumsdirektor Simon Matzerath werden am 8. Juni ab 17.00 Uhr Mitglieder des Mundartrings Saar im Historischen Museum Saar Proben ihrer jeweiligen Mundart geben. Es sind etwa 18 Sprecher (Autoren), die für die Authentizität ihrer Ortsmundart stehen. Alle mussten eine kleine Fabel (von Äsop) in den eigenen Dialekt übertragen. So werden an der gleichen Vorlage die Unterschiede besonders gut sichtbar und hörbar. Jeder Sprecher darf anschließend aber auch noch etwas Eigenes oder Ausgewähltes anbieten. Die gesprochenen Texte werden vom Museum aufgezeichnet und zeitnah auf der Homepage dauerhaft der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise soll ein wichtiger Teil unserer Kulturgeschichte dokumentiert werden.

Die großen Sprachräume des Rhein- und Moselfränkischen haben sich zwar erhalten, gleichzeitig sind seit der Industrialisierung, vor allem aber in unserer von Mobilität und Globalisierung geprägten Gegenwart starke Tendenzen der Vereinheitlichung des Dialektes festzustellen. Die Vielfalt regionaler Varianten droht zu verschwinden.

Jede Sprach- und Dialektvariante ist ein spezifischer Schlüssel zur Wirklichkeit. Sie teilt diese anders auf und spiegelt kulturelle Besonderheiten. Dialekt ist immer auch ein Stück Lebensgefühl. Es gibt regionale Dialektausdrücke, die man nur schwer oder vielleicht gar nicht in die Hochsprache oder in andere Mundartvarianten übertragen kann. Nicht zuletzt deshalb wollen Museum und Mundartring diesen wichtigen Teil des immateriellen saarländischen Kulturerbes für künftige Generationen bewahren.

Die nicht öffentliche Aufzeichnung der Texte findet am 8. Juni zwischen 17 und 20 h im

Historischen Museum Saar statt.

Wir würden uns freuen wenn Sie über die Aktion berichten.

Infos für die Presse: Tel.: 0681 506 4502

Foto: v. l. n. r.: Jessica Siebeneich, Reiner Jung und Simon Matzerath vor dem Veranstaltungsort; Aufnahme: Thomas Roessler

Ein Kommentar

  1. Ich lebe seit Geburt (1930) in Merzig-Merchingen. In meinem Heimatort wird eine Dialektvariante des Moseklfränkischen gesprochen, die sich durch sehr interessante Einzelheiten von allen Nachbardialekten unterscheidet. Ich selbst spreche mit meiner Frau noch original “Merichinger Blatt” unb bin bemüht, besagte Variante zu retten (auch schriftlich). Leider sprechen die jüngeren Leute zuznehmend eine verwaschene Sprache. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn ich im Rahmen Ihrer Initiative eine Unterstüttzung bei meinen Bemühungen fände.
    Mit freundlichen Grüßen
    Theo Seiwert

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