„Hiob“ Eine Ausstellung von Gero Hellmuth in der Saarbrücker Johanneskirche

Das Leben und Leiden von Hiob beschäftigt den Künstler Gero Hellmuth schon seit Jahrzehnten. Aus dieser Auseinandersetzung ist ein Zyklus hervorgegangen, der in jeweils sieben Tafelmalereien und sieben Eisenreliefs die verschiedenen Lebensstufen des alttestamentarischen Hiob ausdrückt. Diese sind in stimmiger Anordnung in der Saarbrücker Johanneskirche vom 03. März – 21. April zu sehen.

Über die Kunstgeschichte hinweg ist das Hiob-Motiv zumeist in den Kontext einer narrativen Annäherung an den Stoff über figürliche Darstellungen vertreten, wie etwa in Dürers Darstellung Hiobs Verspottung durch seine Frau im Frankfurter Städel, aber auch bei William Blake oder jüngeren Datums in den Plastiken von Wilfried Koch oder Gerhard Marcks. Anklänge an diese Tradition finden sich auch in Gero Hellmuths Hiob-Zyklus`, wenngleich er sich betont als moderner Künstler präsentiert, der abstrakte bzw. informelle Formensprachen für seine künstlerische Botschaft wählt. Das Figürliche taucht dabei nicht mehr als unmittelbares Hauptausdrucksmittel auf, sondern verschwindet als verborgene Erscheinung in der Abtrsaktionsdynamik.

Mit dieser Heransgehensweise gelingt es dem Künstler, Hiob in einem Strudel elementarer Kräfte darzustellen, die in ihrer Urgewalt drastisch sichtbar werden lassen, dass der Mensch Hiob in den Grundfesten seiner Existenz erschüttert ist und trotzdem Wege aus der Bedrängnis findet.

Yann Leiner

Foto:(C)Gero Hellmuth

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