Highlight zum Jahresausklang: Mariinsky Ballett am Festspielhaus Baden-Baden

Bezaubernde Inszenierung von Peter Tschaikowskys „Dornröschen“

Sleeping Beauty, Mariinsky Theater, Tereshkina und Shklyarov © N. Razina

Wer Tanzkunst auf höchstem Niveau im klassischen Gewand erleben möchte, ist beim Mariinsky Ballett an der richtigen Adresse. Am 21. Dezember eröffnete die renommierte Petersburger Ballettkompanie ihr alljährlich in der Weihnachtszeit stattfindendes Gastspiel am Festspielhaus Baden-Baden mit einer bezaubernden Inszenierung von Peter Tschaikowskys „Dornröschen“. Gezeigt wurde die berühmte Choreographie von Konstantin Sergejew, die am Mariinsky-Theater seit 1952 traditionellerweise auf die Bühne gebracht wird. Für die Einstudierung zeichnet Trainer Yuri Fateyev verantwortlich. Das weltberühmte Ballett gehört zu den virtuosesten Stücken des Genres überhaupt. Da „Dornröschen“ am Festspielhaus Baden-Baden seit geraumer Zeit nicht mehr über die Bühne gegangen ist, erwartete man die Aufführung mit Ungeduld. Dieses Warten machte sich in der Tat bezahlt! Denn die Ballettkompanie legte im Verein mit dem Orchester des Mariinsky-Theaters eine wirklich traumhafte Aufführung des Märchenballetts hin.

Zu den herausragendsten Momenten zählten – wie kaum anders zu erwarten – die Auftritte von Prinz Désiré, getanzt von Vladimir Shklyarov, und Prinzessin Aurora, dargestellt von Alina Somova. Höhepunkt bildete der große „Hochzeits-Pas de deux“ im letzten Akt. Shklyarov glänzte nicht nur durch seinen virtuos-ausdrucksstarken Tanzstil, sondern auch durch seine kraftvolle Bühnenpräsenz. Letztere ging Somova allerdings etwas ab, ihre Interpretation wirkte neben dem starken Charakter Shklyarovs weniger überzeugend. Ein weiteres Highlight des Abends bildeten die Auftritte des Blauen Vogels und Prinzessin Florinas, die ebenfalls in einem aufsehenerregendem Pas de deux glänzten. Tänzerisch dargestellt wurden sie von Alexei Tomofeyev und May Nagahisa. Dieses tänzerische Duo bestach durch seine eigenwillig-ausdrucksstarke und kohärente Interpretation. Nicht weniger überzeugend wirkte Maria Bulanovas Darstellung der Fliederfee. Die musikalische Interpretation des Orchesters des Mariinsky-Theaters unter der Leitung von Gavriel Heine war der tänzerischen Höchstleistung durchaus ebenbürtig, zu den herausstechenden Momenten gehörten dabei unter anderem die Violin- und Violoncellosoli.

Abgerundet wurde die klassische Inszenierung durch die phantastischen Kostüme und Bühnenbilder, die wie die Choreographie aus dem Jahr 1952 stammen und auf Simon Wirsaladse zurückgehen. Es handelt sich alles in allem um eine zauberhaft-phantastische Inszenierung, die Groß und Klein gleichermaßen begeistern dürfte und die Herzen höherschlagen lässt!

Margret Scharrer

Weitere Darbietungen des Mariinsky-Balletts am Festspielhaus Baden-Baden:

„Dornröschen“ am 23. Dezember

„Der Nussknacker“ am 25. und 26. Dezember

„Jewls“ am 27. Dezember

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