Adele Elsbach (1908-1944) Entwurfsarbeit für ein Glasfenster, 1928 im Stadtmuseum Simeonstift Trier

Ausstellung im Stifterkabinett 2. Juni bis 24. November

© Adele Elsbach

Das Stadtmuseum Simeonstift hat im Kunsthandel eine Mappe von Entwurfsarbeiten einer jungen Trierer Künstlerin aus den 1920er-Jahren erworben. Ihre Urheberin, die jüdische Kunstgewerblerin Adele Elsbach, wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Futuristisch anmutende Menschen an Maschinen, geometrische Figurenstudien, klassische Landschaften – als junge Studentin an der Werkkunstschule Trier bearbeitete Adele Elsbach eine breite Palette an Motiven und Formensprachen. Zur Blüte gelangte diese vielversprechend begonnene Künstlerkarriere jedoch nie: 1944 wurde Elsbach aus ihrer Wohnung in der Speestraße nach Auschwitz deportiert, wo sie im selben Jahr ermordet wurde. Die jüdische Kennkarte von Adele Elsbach befindet sich heute im Trierer Stadtarchiv und ist im Stadtmuseum Simeonstift als Reproduktion zu besichtigen. Dort ist als Berufsbezeichnung „Kunstgewerblerin“ angegeben, weitere Spuren zum Leben und künstlerischen Wirken der 1908 geborenen Elsbach sind bislang nicht bekannt.

Dr. Bernd Röder, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtmuseum, entdeckte die Mappe mit 9 Entwürfen für Glasarbeiten im süddeutschen Kunsthandel und konnte sie für die städtische Kunstsammlung erwerben. „Mit dieser Neuerwerbung entdecken wir eine bislang unbekannte Trierer Künstlerin, deren Schicksal auch stellvertretend für eine ganze Generation jüdischer Künstlerinnen und Künstler steht, die die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in vielen Fällen mit ihrem Leben bezahlten“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr.

Trotz intensiver Recherchen des Museums in regionalen Glaswerkstätten konnte bislang nicht herausgefunden werden, ob Entwürfe Elsbachs zur Ausführung kamen. Das Museum wird eine Auswahl ihrer Arbeiten und die Ergebnisse der Recherchen von Juni bis November 2019 in der Ausstellung im Stifterkabinett präsentieren.

2 Kommentare

  1. Nachtrag zur Ausstellungseröffnung Adele Elsbach im Städtischen Museum Trier.
    Die Lehrerin und Künstlerin wurde am 29. Juni 1943 (Transport I/97) von Berlin aus nach Theresienstadt deportiert.
    Wie die Berliner Transportlisten von der Internet-Seite statistik-des-holocaust.de zeigen, wurde Adele Elsbach vorher von Trier aus zusammen mit Elise und Wilhelm Haas aus Trier sowie den Luxemburger/innen Ada Reuter, Alfred Oppenheimer, Leiter der jüdischen Gemeinde, dessen Ehefrau Alina und Sohn René nach Berlin gebracht.
    Adele Elsbach wurde am 06. Oktober 1944 im Transport Eo zusammen mit 1550 anderen Menschen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. (Quelle holocaust.cz)

    • Sehr geehrter Herr Schmitt-Kölzer,
      wir gehen der Sach nach und werde im nächsten Magazin ggfls, eine Ergänzung uu unserem Bericht über die Austellungseröffnung bringen. Der Hiweis ist wichtig.
      Redaktion OPUS Kulturmagazin

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