Es gibt sie noch: Rapmusik für Grübler und Denker

© Drehmoment

(red.) So mancher Inselmensch kennt es: Von einem einsamen Strand aus blickt man aufs offene Meer. Alles scheint perfekt. Dennoch bleibt da so ein dumpfes Gefühl im Bauch, ein Sog von Sehnsucht – die Welt schmerzt, der Sturm tobt und man fühlt sich wie ein Blitzableiter.

Der Rapper, Familienvater und diplomierte Kulturwissenschaftler Drehmoment geht diesem seltsamen Gefühl auf seinem sechsten Soloalbum „INSEL“ tief auf den Grund. Auf größtenteils hoffnungsvoll melancholischen Instrumentalen seziert der Lyricist der zweiten Deutschrap-Generation über detaillierte und selbstreflexive lyrische Bildsprache den aktuellen Zeitgeist. Diagnose: In einer Welt, in der scheinbar alles immer mehr zusammenwächst, haben sich die Menschen zunehmend auseinandergelebt.

So beschreibt sich Drehmoment auf seinem neuen Album als Inselmenschen, der sich mit seinen Gefühlen, Gedanken und Ansichten zunehmend alleine fühlt. Mit persönlichsten Texten versucht er die Gründe für seine Sehnsucht nach mehr Resonanz in Bezug auf den aktuellen Zeitgeist in Worte und Songs zu fassen: „Es gibt kein Durchkommen mehr, alle haben sich schon verschanzt, hinter Mauern aus Angst, in der Cloud, im Traum des Verstands, aus dem du nicht ausbrechen kannst, nur noch Raum für Distanz, alle folgen den Sirenen, mit Hupen hat man kaum eine Chance […] was mich noch verbindet mit einigen ist, dass ich mit diesem abgeschiedenen Gefühl nicht alleine bin.“

Mit diesem Gefühl lässt Drehmoment widerum seine Hörer*innen nicht alleine, sondern kreiert ein tiefes und authentisches Gefühl emotionaler und ideeller Verbundenheit –  stets angedockt an pointierte, kritische Gegenwartsdiagnose.

 „Insel“ ist das musikalische Sprachrohr einer resignierenden Generation, die sich an den unlösbar scheinenden Problemen und Widersprüchen des neoliberalen Zeitgeistes emotional und analytisch abgearbeitet hat und sich trotzdem die Frage stellt, wie es sinnvoll weitergehen kann – nach dem Motto „Das Wasser steht uns bis zum Hals, lass nur den Kopf nicht hängen“.

Veröffentlicht wird der erste Teil des Albums (Insel Teil 1 – Exodus: 12 von 30 Songs) am 15. Mai auf allen gängigen, digitalen Musikplattformen. In den folgenden 3 Monaten folgen 4 weitere Releases.

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