Der ehemalige NTM-Schauspieldirektor Michael W. Schlicht ist gestorben

Das Mannheimer Nationaltheater © Christian Kleiner

(red.) Michael W. Schlicht, von 1992 bis 1996 Schauspieldirektor und stellvertretender Generalintendant am Nationaltheater Mannheim, ist gestorben. Der 1947 in Celle geborene Theater- und Musikwissenschaftler studierte ab 1967 in Hamburg, Berlin und Wien, wo er 1974 mit einer Arbeit über Auftragswerke von Rolf Liebermann an der Hamburgischen Staatsoper promovierte. Anschließend war Schlicht an Häusern wie Wuppertal, Basel und Karlsruhe als Regieassistent und Dramaturg tätig. In Basel und Darmstadt inszenierte er auch selbst. Am Stadttheater Basel konzipierte und realisierte er zusammen mit dem Berliner Komponisten Roland Pfrengle die Uraufführung der Musiktheater-Performance »Iphigenie – keine Oper« nach Goethe.

Von 1985 bis 1992 arbeitete Schlicht als Stellvertretender Schauspieldirektor und Dramaturg am Staatstheater Wiesbaden, bevor er als Schauspieldirektor  und Stellvertreter von Generalintendant Klaus Schultz ans Nationaltheater wechselte. Nach seiner Zeit in Mannheim zog es Schlicht von 1997 bis 2002 ans Rostocker Volkstheater – diesmal als Intendant – und schließlich in gleicher Position ans Landestheater Eisenach, wo er von 2004 bis zu seinem Ruhestand 2008 tätig war.

Doch auch nach seiner aktiven Zeit brachte er seine Erfahrung weiterhin ein – nun wieder als Dramaturg. Etwa für die Inszenierung der »Meistersinger von Nürnberg«, die Jochen Biganzoli 2010 zum Jubiläum der Eröffnung der Oper Leipzig herausbrachte. 2012 folgte seine dramaturgische Mitarbeit an Bruno Berger-Gorskis »Don Carlo«-Inszenierung am Theater Magdeburg und im Jahr drauf schließlich an der Hamburgischen Staatsoper – wieder mit Biganzoli – die Mitarbeit an »Der Meister und Margarita« von York Höller.

Am 4. Juli ist Michael W. Schlicht gestorben.

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