Maschinenräume: Technologie, Selbstbestimmung und Ordnungssehnsucht 2020 / 1920

Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 16. Mai, 17 Uhr - Theaterschiff Maria-Helena, Anlegestelle Alte Brücke

Maschinenräume, Kraftwerk Fenne-Baustelle 1923-1926 © Andreas Detemple

In den Maschinenräumen des Industriezeitalters entstehen Welten – Welten der Arbeit, des Lebens, der Zukunft. Hütten und Kraftwerke sind nicht nur Orte der Produktion, sie ermöglichen und erschaffen neue Formen des kulturellen und sozialen Lebens. Technischer Wandel erfasst so die gesamte Gesellschaft.
Seit 100 Jahren beschleunigt dieser Wandel die Entgrenzung von Arbeits- und Lebenswelten. Dieser Entgrenzung begegnen wir heute wie damals mit Hoffnung und Unbehagen. Um die eigene Gegenwart besser zu verstehen, blickt “Maschinenräume” zurück. In der Vergangenheit suchen wir nach möglichen Zukünften, die uns heute erneut Orientierung und Gestaltungsspielräume bieten. 
Die 20er des letzten Jahrhunderts im Saargebiet sind von Technisierung aller Lebensbereiche und gesellschaftliche Unruhe bestimmt, ähnlich wie wir das heute erleben. Deshalb suchen wir dort nach neuen Wegen, um in unsere (neo-industrielle) Gegenwart aufzubrechen und gemeinsam spannende Zukünfte für unsere digitalen Gesellschaften zu erschließen.

Das im Rahmen der SHARING HERITAGE-Initiative des Bundes durchgeführte Vorhaben „Maschinenräume“ setzt am Beispiel der Saar-Geschichte die Zeiträume 2020 / 1920 rund um die Frage nach dem Leben im Maschinenraum in Beziehung. Die Maschinenkultur des Industriezeitalters wird (so die Hoffnung) zur Quelle eines neuen Aufbruchs in unsere durch technischen Wandel bestimmte Gegenwart. 

Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 16. Mai, 17 Uhr – Theaterschiff Maria-Helena, Anlegestelle Alte Brücke


Im Rahmen der Auftaktveranstaltung werden das Gesamtkonzept von Maschinenräume und die begleitende Veranstaltungs-Reihe vorgestellt. Zwei Beispiele machen deutlich, wie der Blick in die Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit technischem Wandel ineinandergreifen:
Gemeinsam mit der Saarbrücker Zeitung, dem DFKI und dem Saarländischen Museumsverband ruft das Projektteam die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich mit privaten Bildmaterialien aus den 1920er Jahren am Aufbau eines Archivs zur Saar-Geschichte zu beteiligen. Durch ergänzende Interviews sollen wertvolle Metadaten gewonnen werden, die anschließend von einer intelligenten Archiv-Software ausgewertet werden. Ein interessanter Nebeneffekt für alle, die Fotos zur Verfügung stellen: Der Software könnte es gelingen, die Schwarz-Weiß-Bilder einzufärben und damit eine neue Sichtweise auf die Vergangenheit zu eröffnen. Dieses Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des bundesweiten Hochschulwettbewerbs “Wissenschaftsjahr 2019: Künstliche Intelligenz” ausgezeichnet .

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