Kritik

  • Operette zum Abgewöhnen

    Das Staatstheater Saarbrücken unter dem Intendanten Bodo Busse hat schon beeindruckende Opernproduktionen mit viel Mut zum Außergewöhnlichen vorgestellt und so durfte man hoffen, dass sein Theater selbst eine veritable Operette überzeugend auf die Bühne bringen könnte.
    Die gute alte Operette mit einem Schuss Musical anzureichern, dieses Konzept hatte Bodo Busse für Emmerich Kálmáns „Csardasfürstin“ angekündigt.

  • Wandererfantasie und die “Unvollendete” vollendet

    Zwei beeindruckende klassische Konzert im Abstand von 15 Stunden in der Saarbrücker Congresshalle: zunächst das Landes- Jugend Symphonieorchester des Saarlandes mit Werken von Carl Maria von Weber, Wolfgang Amadeus Mozart Johannes und Brahms, gut gespielt nach einer Tornee durch die baltischen Staaten und mit überzeugendem klanglichen Ergebnis des Teenager-Orchesters.

  • Verklärte Nacht und Hexensabbat

    Der neue Chefdirigent des Orchestra National de Metz (bis zu Sommer Orchestre National de Lorraine) Daniel Reiland hat nun im Metzer Arenal sein zweites Konzert dieser Spielzeit gegeben, mit einem Orchester, das durch die langjährige Arbeit mit Jacques Mercier eine hohe Qualität erreicht hat. Es war ein sehr vielfältiges Programm, stilistisch zumindest, auch wenn das Thema die Linie vorgab. Im Rahmen des Minifestivals “Ècouter le Nuit” wurden ganz unterschiedliche Nachtstücke (Titel: Nuits Èzoilées) aufgeführt, von Mozart bis zu Arvo Pärt, dem estnischen Kultkomponisten.

  • Hochspannung im Saarländischen Staatstheater

    Zweieinhalb Stunden Hochspannung, voll von innerer Dramatik: Die Neuinszenierung von Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die Tote Stadt“ am Saarländischen Staatstheater war ein besonderes Erlebnis. Die Jubelschreie am Ende zeigten, dass dieses Stück das Publium nicht nur erreicht, sondern auch fasziniert und getroffen hatte Es ist eine Geschichte von Treue bis übers Grab, eine Geschichte von Verführung, von Illusionen, von der Suche nach Nähe und schließlich auch eine Geschichte, die tödlich endet.

  • Tanzmusik mit Wiener Charme

    Am vergangenen Freitag, dem 21. September, eröffnete das Merlin Ensemble aus Wien die neue Saison der Saarbrücker Kammerkonzerte mit einem launigen und schwungvollen Abend. Kaum einen der Konzertbesucher dürfte nach dieser erfrischenden Performance nicht die Lust gepackt haben, demnächst einmal wieder selbst Wiener Luft zu atmen, auf der Hietzinger Maxingstraße entlang zu schlendern und im Café Dommayer einzukehren.

  • Schaurige Unterhaltung im Zeltpalast Merzig

    2014 feierte die deutschsprachige Version von „The Addams Family – Das Broadway Musical“ ihre Premiere im Zeltpalast Merzig. Diesen Herbst ist die exzentrische, morbide Familie erneut für vier Termine zu Besuch und begeistert das Publikum der saarländischen Kreisstadt heute wie damals.

  • Bewegender Saisonauftakt der Deutschen Radio Philharmonie mit Mahler und Richard Strauss

    Der Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie, Pietari Inkinen, eröffnete die neue, seine zweite Saison mit einem Endzeitstück, den “Vier letzten Liedern” von Richard Strauss, für die er die amerikanische dramatische Sopranistin Lise Lindström nach Saarbrücken eingeladen hatte. Vor vollem Haus begeisterten die Solistin und das Orchester mit einer sehr innigen Interpretation dieser persönlichen Lieder, die Strauss wie zum Abschied am Ende seines Leben komponiert hatte.

  • Großer Theaterabend in der Alten Feuerwache

    Mehr als 1200 Seiten stark ist die Romanvorlage der Georgierin Nino Haratischwili, aus der Emilia Linda Heinrich, Julia lochte und Jette Stockel eine berückende Bühnenfassung geschaffen haben.
    Es geht um die schicksalhafte Verstrickung der beiden georgischen Familien Jaschi und Eristawi, eine Geschichte, die von der russischen Oktoberrevolution bis zum Jahre 2006 reicht.

  • Große Kunst mit kleinen Tücken

    Der dritte Abend des Wettbewerbs war ein echter Kracher. Das begann mit dem gereimten Opening des Moderators Philipp Scharrenberg, der seine Erfahrungen als Veganer mit der fleischlastigen lokalen Gastronomie auf die Schippe nahm, elegant und witzig – entschieden zu lang für den Anfang – aber im weiteren Verlauf immer kurzweilig und spritzig.