Kritik

  • Eine irrende Seele

    Wie ein Gang durchs Hochgebirge, über steile Pfade an Klüften vorbei, ein Weg der Gefahren, aber auch der unglaublichen, manchmal unwirklichen schönen Erfahrung, ein Weg der Mühe und der Befreiung: das ist Pascal Dusapins Geigenkonzert mit dem schönen deutschen Titel „Aufgang“. Der Solist führt zunächst in fast unhörbare Höhen, weg aus dem Irdischen, um dann die irrende Seele eines Menschen auszuleuchten, nein auszuleben, Trauer, Wut, Verzweiflung, immer wieder in die Exaltiertheit des ausufernden Spiels, eine Musik, der die Anstrengung und zugeich die Genugtuung anzuhören ist.

  • Auf Abstand gespielt

    Bei dem Titel „Gespräch mit einer Stripperin“ ist das Kopfkino sofort im Gang. Und das Spiel mit den Erwartungshaltungen. Im Schauspiel von Jakob Nolte, jetzt als Inszenierung von Miriam Lustig in der sparte4 des Saarländischen Staatstheaterszu sehen, ist das halt so!

  • Das Orchester – befreit aus dem Graben und Clärchen – zauberhaft

    Das Beethoven-Inspirationskonzert des Saarländischen Staatsheaters war von der Alten Feuerwache ins Grosse Haus umgezogen – ein Glücksfall, denn so bekam die Beethoven-Ehrung ein besonderes Gewicht. Beethovens Orchesterklang aus dem grossen Bühnenraum, in dem die Musiker verteilt saßen, kam mit dem Muscheleffekt sehr gut zum Ausdruck.

  • DRP: Neue Hörerlebnisse mit Sibelius und Mendelssohn

    Die Deutsche Radio Corona bietet neue Konzerterlebnisse. Die Abstandsregeln können eine neue Ästhehtik des Klanges schaffen. Denn statt der großen Streicherbesetzung ist der Klang nun viel diversifizierter und hat für das Hörerlebnis ganz unterschiedliche Auswirkungen, wie sich im letzten Konzert der Deutschen Radio Philharmonie zeigte.

  • Malen als leidenschaftliche Anamnese – Bettina van Haaren

    Alles läuft derzeit noch etwas ungewohnt und ungewöhnlich, auch in der Kunstszene – statt großem Bahnhof zur Eröffnung der Bettina van Haaren-Ausstellung in der Saarländischen Galerie in Berlin diesmal drei Angebote zum Werkstattgespräch mit der Künstlerin, die ja zu den prominentesten Vertreterinnen der saarländischen Malerei & Grafik gehört.

  • Auf der Suche nach dem Glück am Saarländischen Staatstheater

    Die Glücksgöttin ist auf der Flucht vor den Glückssuchern und springt auf dem Saarbrücker Theatervorplatz in einen Heißluftballon, doch die Verfolgergruppe erklimmt den abhebenden Korb. Krachend rauscht der abstürzende Ballon in das Bühnenhaus des Staatstheaters, der Vorhang hebt sich, herbor tritt das siebenköpfige Ensemble.

  • Von der Gier nach Nähe bei 1,50 Meter-Abstand

    Geltungssucht und andere ego-betonende Allüren sind wahrlich so alt wie die Menschheit. So waren die Schauspielverantwortlichen beim Saarländischen Staatstheater gar nicht so schlecht beraten, Eugène Labiches „La poudre aux yeux“ (Sand in den Augen) zu wählen und dem Publikum als „Trüffel, Trüffel, Trüffel“ zu servieren.