Bei Bach’s Braumanufaktur wird Zukunft aus Mut gemacht

Inhaber Julian Bach © Bach’s Braumanufaktur

(red.) Seit 2009 gibt es Bach’s Braumanufaktur aus Neunkirchen – und das soll auch so bleiben. Dafür kämpft Gründer und Brauerei-Inhaber Julian Bach in Zeiten von Corona. Die Branche ächzt unter der vorübergehenden Schließung der Gastronomie. Doch bei Bach’s reagiert man mit Kreativität und Tatkraft auf die Veränderungen im Konsumverhalten der saarländischen Biertrinker.

Mut zum Optimismus: Das ist Programm im Unternehmeralltag von Julian Bach (34). Er ist Biersommelier und braut gemeinsam mit seinem Braumeister Craft Beer. „Craft“ bedeutet übersetzt „Handwerk“ und erfordert ein besonderes Brauverfahren mit Liebe zum Detail. „Unser Geschäftsmodell ist nicht auf Massenproduktion ausgelegt. Und das ist auch gut so. Wir setzen auf Persönlichkeit und legen Wert auf eine besonders hohe Qualität unserer Biere.“

Nun hat die Corona-Pandemie die Branche fest im Griff: zahlreiche Brauereien leiden unter der vorübergehenden Schließung der Gastronomie. Das Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August sorgt vielerorts für Existenzängste. „Natürlich beunruhigt mich diese Entwicklung.“, so Bach. „Als Unternehmer muss ich Risiken bewerten und ernst nehmen. Ich darf aber nicht zulassen, dass die Sorge überhandnimmt.“ Denn Stillstand im Kopf sei niemals gut. „Mein Unternehmen ist mein Traum. Den gebe ich nicht auf.“

Es funktioniert nur mit Leidenschaft

„Echtes Brauhandwerk ist Herzenssache und funktioniert nur mit Leidenschaft.“, so Bach. Umso wichtiger, dass man als Unternehmer nicht den Mut verliere, sondern sich mit Kreativität und Tatkraft weiterentwickelt. In Zeiten von Corona ist nun Einfallsreichtum gefragt. „Wir reagieren auf das veränderte Konsumverhalten. Zum Einen wollen wir sicherstellen, dass unsere Kunden für den Genuss zu Hause gut versorgt sind. Dazu bauen wir unsere Vertriebswege entsprechend aus. Außerdem bieten wir längere Öffnungszeiten im Werksverkauf an.“ Zum Anderen erfordere das Bierangebot in Zeiten von Corona auch einen gewissen Entertainment-Faktor. „Ich bekomme von meinen Kunden im Moment die Rückmeldung, dass sie sich zu Hause mehr Zeit zum bewussten Genuss nehmen, und offener für neue Geschmackserlebnisse sind. Wir arbeiten deswegen mit Hochdruck daran, neue Sorten früher als geplant auf den Markt zu bringen.“ Die Neugier seiner Kunden möchte der Biersommelier auch mit experimentellen Rezepturen belohnen.

Die regionale Gastronomie braucht jetzt Loyalität

Als regionale Brauerei steht Bach‘s auch in Verbindung mit der saarländischen Gastronomie: „Einige Partner mit Restaurantbetrieb stellten ihren Service in den vergangenen Wochen auf ‚to go‘ um. Wir konnten sie unterstützen, indem wir zum Beispiel von der Belieferung in Fässern auf die Belieferung in Flaschen umgestellt haben.“, so Bach. Für einen Großteil der Gastronomen im Netzwerk gab es diese Option jedoch nicht, sie mussten ihren Betrieb komplett geschlossen halten. „In dieser Zeit hat sich gezeigt, dass vor allem Social Media eine gute Möglichkeit für Gastronomen bietet, um sichtbar zu bleiben und den Kontakt zu den Kunden nicht zu verlieren.“ Und so brachte er sich in den vergangenen Wochen auch selbst mit einer Aktion auf Instagram ein: Gemeinsam mit saarländischen Gastronomen rief er zu einer virtuellen Kneipentour auf. Die Botschaft: „Wenn ihr in Zeiten von Social Distancing nicht in eure Lieblingskneipen gehen könnt, kommen eure Lieblingskneipen einfach zu euch.“ Aktionsteilnehmer, die den Screenshot eines Videochats von sich und ihren Freunden in der virtuellen Lieblingskneipe veröffentlichten, hatten die Chance auf tägliche Gewinne und konnten auf spielerische Weise Loyalität zeigen. „Dass die Restaurants wieder ihre Gasträume öffnen dürfen, ist ein Glücksfall. Nun können die Saarländerinnen und Saarländer ihre Gastro-Loyalität endlich wieder auf die schönste Weise zeigen: mit einem Besuch in der echten Location.“

Neue Motivation finden

Optimismus ist kein Selbstläufer. Man müsse sich von Zeit zu Zeit neu dazu motivieren, das Gute zu sehen: „Ich stelle mir vor, wo ich in einigen Jahren mit Bach‘s stehen kann und will.“ Zusammen mit einem Partner prüft er aktuell, ob beispielsweise ein neuer und modernerer Produktionsstandort realisierbar ist. Dass dieser in der Region, und bestenfalls in Neunkirchen sein sollte, steht für ihn dabei außer Frage. „Eine Brauerei im Saarland zu betreiben, ist für mich etwas Tolles. Und dass diese Brauerei in Neunkirchen steht, empfinde ich dabei als besonderes Privileg. Die Stadt ist meine Heimat. Sie spielt aber auch eine Rolle in der saarländischen Brauereigeschichte.“ Die Brautradition der Stadt neu zu beleben, macht ihn stolz: „Das Brauereiherz von Neunkirchen schlägt endlich wieder. Das ist für mich die schönste Motivation.“

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