Autor Archive

  • Leidenschaftliche Hingabe an die Kunst der Bühne

    Jean Claude Berutti © Marco Piecuch Wenn er über das Theater spricht, kommt die Liebe zu Wort. Aber keine, die sich schwärmerisch oder gar blauäugig verliert. Jean-Claude Beruttis Hingabe an die Kunst der Bühne ist leidenschaftlich, aber dennoch analytisch klarsichtig. Da mag man seine Herkunft aus dem Land Voltaires erkennen. Ihn auf den französischen Rationalisten […]

  • Romeo und Julia in der Pathologie

    Romeo in der Pathologie ©Marco Piecuch Das Eingangsbild ist stark. Im kalten Licht eines Pathologiesaals liegen die Leichen von Romeo und Julia auf weiß gekachelten Quadern. Dahinter: ihre fassungslosen Eltern. Oben am Saalfenster, dessen Brüstung später als Balkon vor Julias Schlafzimmer dient, steht der Pathologe (Manfred –Paul Hänig) und kündigt die Geschichte des unglücklichen Liebepaars […]

  • Das öffentliche Theater als Spiegel der Gesellschaft – Sein Bildungsauftrag und sein Beitrag zum demokratischen Diskurs

    Medea Monolog © Andrea Kremper Es gibt in dieser Welt nichts und niemanden, dessen bloßes Sein nicht einen Zuschauer voraussetzte“, schrieb Hannah Arendt in ihrer wunderbaren Schrift „Vom Leben des Geistes“. Kaum irgendwo wird solche Abhängigkeit zwischen Sein, Erscheinung und der Notwendigkeit ihrer Wahrnehmung so unmittelbar und beispielhaft erfahren wie im Theater. Auf dem Gemeinschaftserlebnis […]

  • Rock-wärts in die Fünfziger

    Wer sicher gehen wollte, dass sie knalleng saß, legte sich mit ihr in die Badewanne und ließ sie anschließend am Körper trocknen. Funktionierte todsicher. Die Rede ist von der guten alten Blue Jeans, der Arbeiterhose aus Baumwolle, die ursprünglich Levi-Strauss für die kalifornischen Goldgräber fertigte (damals noch nicht in Indigo Blau). Abschätzig als Nietenhosen eingedeutscht trat sie gemeinsam mit den amerikanischen Siegertruppen nach dem ersten Weltkrieg hierzulande ihren eigenen Siegeszug an.

  • Tradition pflegen und die Zukunft gestalten

    „Musik bedeutet für mich Leben“, wenn er das sagt, klingt mit, dass sich das Ausmaß der Bedeutungsfülle ohnehin nicht in einen Satz fassen lässt. Dann wird Jochem Hochstenbach doch noch etwas präziser: „Für mich spiegelt Musik sämtliche Stimmungen und Facetten des Lebens“. Seit dieser Saison ist der Niederländer Generalmusikdirektor am Theater Trier.

  • Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden

    Szene aus der „Zauberflöte“ // Copyright: ArtEO Photography Von einem der auszog, ein besserer Mensch zu werden Heinz Lukas-Kindermann inszeniert in Trier Mozarts „Zauberflöte“ von Eva-Maria Reuther Zugegeben: eine Oper wie Mozarts „Zauberflöte“ an einem kleinen Haus wie dem Theater Trier zu inszenieren, ist eine gewaltige Steilvorlage. Haben wir doch längst dazu die Heroen der […]

  • Der Sozialstaat als Milchkuh. – Das Theater Trier zeigt „Cash und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney.

    „Wer hat, dem wird noch gegeben“. Falsch. Das ist keine Kritik an der Steuerpolitik, sondern ein Erfahrungsbericht des biblischen Apostels Matthäus hinsichtlich der Eigendynamik von Talenten. Eine ähnliche Erfahrung macht der arbeitslose Eric Swan in Michael Cooneys Komödie „Cash und ewig rauschen die Gelder.“ Die Talente des gekündigten Angestellten der örtlichen Stadtwerke, der seiner Frau den Stellenverlust verschwiegen hat, sind von ganz spezieller Art.