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Saarland Online

KULTURKALENDER

 

Alles wird Kunst

Dienstag, 9. März


Das Verhältnis von Figur und Raum bleibt das Thema des Bildhauers und Plastikers Wolfgang Nestler. Foto: Galerie Wack

Blech: Neue Arbeiten von Wolfgang Nestler in der Galerie Wack Kaiserslautern. Foto: Galerie Wack

Drei Ausstellungen mit Blech, Gummi, Licht

An der Erlösung der Alltagsmaterialien durch die Kunst arbeiten derzeit drei Galerien in der Region:  Blech  erlebt seine Wandlung in der  Galerie Wack in Kaiserslautern, Gummi ist’s in der Galerie Karolin Bohrer in Saarbrücken, während die Galerie Besch, ebenfalls Saarbrücken, dazu das Licht wählte.

Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren verläuft die Spur in der Galerie Besch, wobei die großformatigen Gemälde der Französin Martine Dubilé sich als veritable Lichtsammelstellen empfehlen. Gerade die von Dubilé bevorzugte dunkle Palette provoziert das einfallende Tageslicht zu aufreizend silbernem Schimmer. Das Sichtbare verlockt erst das Unsichtbare auch in den geometrischen Figuren des Franzosen Knut Navrot. Transparentpapier liegt über den geometrischen Figuren und rückt sie in eine diffuse Ferne. Einzig der Lichtkünstler Ingo Bracke, gemeinhin mit dem Immateriellen des Lichts befasst, stellt das Thema auf den Kopf und gibt dem Unsichtbaren, den bislang unbeachteten Ecken und Nischen des Galerieraumes dank darüber geworfenem Lichtnetz Gestalt.  

Spannung, sei es erotisch oder elastisch, bestimmt die aus schwarzem Latex geformten Plastiken der Isländerin Sigrun Olafsdottir. Schwebender Stahl und fallende Holzkörper waren gestern, jetzt sorgt ein neues Material für Bewegung und taktile Reize auf dem Feld der Kunst. Den Sehsinn versorgen zudem die Landschaftsaufnahmen der Fotografin Maria Gudmundsdottir, die Galeristin Karolin Bohrer wegen der gemeinsamen geographischen Herkunft der beiden Künstlerinnen als „Island Ladies“ vorstellt.   

Wie die Dinge zusammenkommen, lehrt Wolfgang Nestler und schnitt Formen ins Blech, bog sie auseinander oder setzte sie wieder zusammen. Die einfachen Dinge durch kleine Eingriffe zu verändern, zeichnet das Schaffen des zweimaligen „documenta“-Teilnehmer und langjährigen Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar aus. Holz, Stahl, Eisen erlöste er aus ihrer Funktion. Nun ist es das Blech, mit dem er sich der Beziehung von Figur und Raum zuwendet. Kunst setzt sich ins Verhältnis zu dem sie umgebenden Raum, das gilt auch für seine Arbeit als Fotograf. Mit dem Fotoapparat erkundete er die von Sophie Täuber-Arp in Togen in der Schweiz und in Paris gebauten Häuser. Ausschnitte ergeben das ganze Bild. Auch hier baut er Räume, die vom Betrachter erdacht und erfahren werden müssen. Dabei hat in Kaiserslautern der Betrachter buchstäblich das Nachsehen, während er im Vorjahr in der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, in der Nestler sein plastisches Werk mit dem malerischen Täuber-Arps in einer Rauminstallation verband und mittendrin stand.  

sg

Galerie Wack, Morlautererstr.80, 67657 Kaiserslautern: „Wolfgang Nestler – Blech“ Ausstellung ist bis zum 30. April. Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag von 14 bis19 Uhr. Samstag von 11 bis16 Uhr. Die Ausstellung bleibt am 3. April geschlossen. 

Galerie Besch, Bismarckstraße 6, 66111 Saarbrücken: „Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren“ mit Arbeiten von Martine Dubilé, Ingo Bracke und Knut Navrot. Ausstellung bis zum 20. März. Öffnungszeiten Dienstag, Donnerstag, Freitag von 14 bis 19 Uhr. Mittwoch von 14 bis 21 Uhr. Internet: www.galeriebesch.de

Galerie Karolin Bohrer, Rosenstraße 25a 66111 Saarbrücken: „Island Ladies“ mit Maria Gudmundsdottir (Fotografie) und Sigrun Olafsdottir (Plastik) bis zum 30. April. Öffnungszeiten Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 10 bis 15 Uhr. Freitag von 10 bis 19 Uhr.  Internet: www.galerie-karolinbohrer.com



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