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KULTURKALENDER

 

Von Klangfarben und Lautmalerei

Mittwoch, 17. Juni


Neue Saisonbroschüre der DRP Saarbrücken Kaiserslautern 2009/10

Dr. Beate Früh, verantwotlich für dramaturgische Aufgaben bei der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern mit der Saisonbroschüre 2009/10



Programmheft 2009/10 der Deutschen Radiophilharmonie zeigt Fotografie und Malerei

Als sich vor zwei Jahren die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern gründete standen die Zeichen auf Umbruch. Die Zusammenfügung des Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken und des SWR Rundfunkorchesters Kaiserslautern verlangte nach neuer Gestaltung, so auch des Programmheftes, erklärt Beate Früh, bei der Deutschen Radio Philharmonie zuständig für dramaturgische Aufgaben.

In der Saisonbroschüre 2008/09 ging ihr Blick gleich zweifach über die Grenzen: Zum einen nach Rheinland-Pfalz, zum anderen zur bildenden Kunst. Dass die Region nicht nur in musikalischer Hinsicht viel zu bieten habe, davon ist Beate Früh überzeugt. Orientierung bei ihrer Wahl fand sie beim Institut für aktuelle Kunst im Saarland und bei der Pfalzgalerie Kaiserslautern. „Es waren persönliche Assoziationen“, erklärt sie, getragen von der Absicht, dass ein Bild und der jeweils in deren Umfeld abgedruckte Programmpunkt „passen könnten“.

Auftakt mit dem Rendezvous der Künste

Das macht den Reiz dieser Begegnung von Kunst und Musik aus, deren auf Auswahl keiner Kunsthistorikerin, sondern einer Musikwissenschaftlerin und Musikerin oblag. Etwa dann, wenn  die Kosmogonien des 2006 verstorbenen Malers Hans Dahlem, Ausgeburten der fünfziger und sechziger Jahre in Nachbarschaft eines Konzert mit Musik der sechziger Jahre wuchern. Der Funke zur Musik sprang ein paar Seiten weiter in den strukturversessenen und rhythmisch pulsierenden Zeichnung der in der Pfalz arbeitenden Heike Kern über. Beate Frühs Zusammenstellung kümmerte sich wenig um große Namen, sondern folgte dem Sog von Farbe und Struktur. Darin finden gegenstandslose und figurativen Malerei, quer durch die Generationen im Saarland und Rheinland-Pfalz, vorzugsweise Kaiserslautern, lebenden 23 Malern zusammen.

Dieses „Rendezvous der Künstler“ wandte sich unverkrampft der Kunst der Region zu. Angesichts der bei diesen Gelegenheiten reflexartig gesuchten Zuflucht bei den vermeintlich großen Namen von außerhalb, war das eine geradezu mutige Entscheidung.   

Damit war der Anfang gemacht, die nächste Saison ging noch einen Schritt weiter. In der Saison 2009/2010 gestalteten auf Einladung von Beate Früh Studierende des Ateliers von Gabriele Langendorf und der Fotografin Ingeborg Knigge  an der Hochschule der Bildenden Künste Saar die Saisonbroschüre.

"Eindeutig Herr Poppen" - Indiz: die "S-Linie"

„Eindeutig Herr Poppen“, stellt Beate Früh fest und nannte das Indiz: „Es ist die S-Linie“, sprich die Haltung, die Christoph Poppen als Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern einnimmt. Klare Sache  für die SR-Redakteurin: „Genau getroffen“. Doch möglichst getreu den Dirigenten zu zeichnen, war kein Grund, Studierende der Hochschule der Bildenden Künste Saar unter der Leitung von Gabriele Langendorf, Professorin für Malerei und der Leiterin der schuleigenen Fotowerkstatt, Ingeborg Knigge zu den Proben der Deutschen Radiophilharmonie einzuladen.  

Davon hatten beide Seiten etwas. Die Deutsche Radiophilharmonie sicherte sich mit dieser Gestaltung über das normale Maß hinaus gehende Aufmerksamkeit. Die Studierenden hatten Gelegenheit, projektbezogen und mit einem klaren Ziel, der Publikation einer Broschüre zu arbeiten. „Ich habe versucht, so schnell wie möglich zu zeichnen und einzufangen, was im Moment gerade passiert“, beschreibt Susanne Kocks ihre Erfahrungen. Der Stift folgt, und. „die Musik war jedes Mal anderes und nahm unmittelbaren Einfluss auf das, was ich zeichnete“, erklärt Melanie Windl die Vielgestalt der Ergebnisse. „Es war dann auch so, dass ich jedes Mal etwas Neues entdeckte“, fügt sie hinzu.

Flüchtige Bewegungen zu wechselnden Zielen

Flüchtige Bewegungen zu wechselnden Zielen veränderte auch die Wahrnehmung, Kunststudentin Julia Braun weiß von diesem allmählichen Freiwerdens des Strichs und der Lösung vom Abbild: „Am Anfang wurde nur gezeichnet, wenn gespielt wurde, später wurde weiter gezeichnet, wenn nicht gespielt wurde.“ Ganz wie es sich für eine Begegnung der Künste und der Künstler gehört, in der Eigenständigkeit kein Widerspruch zur Harmonie ist.  Für Beate Früh steht fest, dass auch in der nächsten Saison das Programmheft nicht nur über die Konzertprogramme informieren wird, sondern dass es etwas mehr sein darf  

SABINE GRAF    

Programmheft kostenlos zu beziehen bei SR am Markt am St. Johanner Markt 27, 66111 Saarbrücken, der Tourist-Information, Fruchthallstraße 14, 67655 Kaiserslautern oder bei der Deutschen Radiophilharmonie, Funkhaus Halberg, 66100 Saarbrücken.  

Internet: www.deutscheradiohphilharmonie.de