Saarland Online
Ursapharm Logo

KULTURKALENDER

 

Gerhard Mevissen – Leiser Spurensucher in lärmender Welt

Freitag, 1. Mai


Weltbild im Papier, Aquarell/Collage von Gerhard Mevissen

Die stillen Spuren der Welt suchen - Ausstellung von Gerhard Mevissen in Luxembourg



Ausstellung "Töne der Stille" in Luxembourg-Ville

„Als kontemplativer Maler“ erlebe  er die aktuelle Kunstentwicklung „als laut, oberflächlich und schnell verzehrend. Viele Betrachter erscheinen mir beschleunigungsverletzt in ihrem Sehvermögen zu sein und die alltägliche Fülle an Bildinformationen geprägt. Dennoch ist die Sehnsucht nach Stille und Zeit in der Kunst deutlich spürbar“, lautete die Antwort des in Monschau in der Eifel lebenden Malers, Zeichners und Plastikers Gerhard Mevissen. Gefragt danach hat ihn Paul Bertemes, der weitere seiner Antworten und ein von Winfried Heidrich gefertigtes Künstlerporträt im zweiten Band der von der Luxemburger Agentur für Kulturförderung mediArt herausgegebenen Reihe „Atelierbesuche/Visites d’Atelier“ gedruckt hat.  

Zusammenarbeit mit mediArt  

mediArt ist es wiederum, die Mevissen und seine Arbeiten auf Papier ins Konschthaus beim Engel in die Luxemburger Altstadt geholt hat.  Paul Bertemes, Inhaber von mediArt, hat es sich nicht nur mit der auf vier Bände angelegten Reihe, in der er Künstlerinnen und Künstler der Großregion vorstellte, zur Aufgabe gemacht, Positionen zu zeigen, die jenseits des Trends, der wilden, ganz dem Kunstmarkt überantworteten Gesten, bestehen. Mevissen, 1956 in Heinsberg geboren, studierte Theologie, ausgebildeter Sozialpädagoge und Kunsttherapeut erarbeitete sich seine künstlerische Handschrift in privaten Studien.  

 „Gewinnbringende Verlusterfahrung“  

„Gewinnbringende Verlusterfahrung“ nannte Winfried Heidrich die Arbeitsweise Mevissens. Auf Papier setzt er eine Folge von Zeichnungen. Dann trägt er Farben auf, drückt das aufgelegte Blatt an, setzte durch den Druck seiner Hand Akzente und nimmt dann dem Untergrund Schicht für Schicht wieder die Farben ab. Der Moment des Verlustes der Farbe legt dabei Spuren frei, die er weiter bearbeitet, um sie erneut mit Farben zu bedecken, um im Abnahmeverfahren neue Spuren freizulegen.  Fingernagel und Schraubenzieher prägen dabei zusätzlich das Bild von der Rückseite seines Druckblattes her. Stille Felder, gleichsam nach der Ernte entstehen und bergen die Fülle von Spuren der Arbeit. Frei für den Betrachter, sich in ihnen zu verlieren.  

sg  

Ausstellung „Töne der Stille“ im Konschthaus beim Engel, 1, rue de la Loge, L-1945 Luxembourg bis zum 13. Mai. Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 und von 13 bis 19 Uhr.  

Der Künstler ist am langen Wochenende des 1. Mai anwesend sein. Am Sonntag, den 3. Mai improvisiert die Flötistin Kathrin Beddig zu den ausgestellten Arbeiten.  

Finissage am Mittwoch, den 13. Mai. Um 17.30 führt Paul Bertemes, mediArt durch die Ausstellung.