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KULTURKALENDER

 

Gehen oder bleiben?

Dienstag, 16. Juni


Das Programm des Abendes

Stadtsalon Nummer 4



Der Saarbrücker Stadtsalon lädt ein

Macht der Letzte das Licht aus oder besteht Hoffnung, dass das Saarland und Saarbrücken für die Kreative mehr ist als nur ein Ort, an dem man sich vom Leben in Berlin er- und das Geld für Kunstprojekte abholt?  

Der 2008 von den Saarbrücker Architekten und Stadtplanern Igor Torres und Carsten Diez in Zusammenarbeit mit dem Leiter der Sparte 4, Christoph Diem bleibt auch in seiner vierten Ausgabe ganz bei seinem „Urthema“, bekennt Igor Torres. Was macht man hier, was will man tun und welche Bedingungen findet man dafür vor? Damit verbunden ist die Entscheidung, hier im Land zu arbeiten, anstatt aufzustecken und vorzugsweise nach Berlin zu ziehen. Anstatt sich dafür zu rechtfertigen, nehmen die Gastgeber des Stadtsalons es als selbstverständlich hier zu leben und zu arbeiten.   

Der Stadtsalon versucht sich an einer Bestandsaufnahme und fragt nach den notwendigen Bedingungen, aus denen  sich in Landeshauptstadt und Land eine kreative Szene entwickeln kann, die auch über Wirtschaftskraft verfügt. Denn der Spruch „arm, aber sexy“, den man in Berlin für sich beansprucht, überdecke den Umstand, dass in anderen Städten, zum Beispiel München, so Igor Torres, dass darin auch wirtschaftliches Potential liegt und daran viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geknüpft ist. Auch stehe eine lebendige Kreativszene für Innovation und diese ist bekanntermaßen ein Lockstoff für Investoren.  

 Nur wie fördert man sie? Wie entsteht dieses Fluidum, das Berlin von Saarbrücken unterscheidet. „Beide Städte sind genauso arm, aber die einen denken, sie sind sexy“, meint Igor Torres. Liegt es daher an den Kreativen oder an der Politik, die es nicht schafft, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es einer kreativen Szene ermöglicht, ein Selbstbewusstsein aufzubauen. „Man muss mit einem Bild anfangen und fragen, wo wollen wir in zehn Jahren hin?“, schlägt er vor. Ob das nur Marketing ist und bleibt oder wirklich eine Basis, auf der sich etwas entwickeln lässt oder angesichts in Wahlperioden denken und handelnden Politikern ein unmögliches Unterfangen ist, darüber sollte man sprechen. Ob alles am Ende nur eine wabernde Blase ist, die Investoren verlockt und doch nur ein Trugbild ist, schillernd, aber nicht greifbar in seiner Substanz, das ist allemal der Rede wert. Vielleicht genügt das ja schon…

Stadtsalon Nr. 4 in der Sparte 4, Eisenbahnstraße 22, 66112 Saarbrücken um 21 Uhr.

Moderation: Igor Torres, Carsten Diez, Christoph Diem Gäste: André Mailänder, Fotograf; Ralf Leis, Herausgeber des Saarbrücker Stadtteilmagazins „Viertel vor“; Thomas In der Rieden, Manager Exzellenzcluster an der Universität des Saarlandes