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KULTURKALENDER

 

Das Filmfestival Max Ophüls Preis zu Gast bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin

Mittwoch, 8. Februar


Der Gewinner des 33. Filmfestivals Max Ophüls Preises "MICHAEL" von Markus Schleinzer im Rahmen der Berlinale In der Sektion - Perspektive Deutsches Kino

Langsam fährt das Auto die Auffahrt in die Garage hinauf. Der allein stehende Michael (Michael Fuith) steigt aus und bringt seine Einkäufe in das Haus. Das Muster der braunen Tapeten ist schon lange nicht mehr modern, auch das Mobiliar ist in die Jahre gekommen. Es scheint, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Michael bereitet das Abendessen vor. Während der Leberkäse in der Pfanne brutzelt, läuft im Hintergrund der Fernseher. Der Tisch wird für zwei eingedeckt und Michael holt den zehnjährigen Wolfgang (David Rauchenberger) zum Essen. Schweigend nehmen die beiden ihr Mahl ein. Danach darf der Junge noch ein wenig fernsehen. Um neun muss er ins Bett. Er geht in sein Zimmer. Schwer fällt die Tür hinter ihm zu. Das Querriegel-Schloss ratscht zwei Mal. Wolfgang ist nicht der Sohn von Michael. Und er ist auch nicht freiwillig bei ihm. Doch Michael lebt weiterhin seinen Alltag.

 

MICHAEL
Regie: Markus Schleinzer
Österreich 2011 | 35 mm | Farbe | 96 Min.

Mit: Michael Fuith, David Rauchenberger, Christine
Kain, Ursula Strauss, Viktor Tremmel, Gisela Salcher u.a.

Am Sonntag, den 19. Februar 2012 um 19:30 Uhr,
im CinemaxX 3, Potsdamer Straße 5, 10785 Berlin

 

 

Markus Schleinzer ist mit seinem Film MICHAEL der große Gewinner des 33. Filmfestivals Max Ophüls Preises. Auszug aus der Jurybegründung für die Vergabe des mit 18.000 Euro dotierten Max Ophüls Preises an den Österreicher:

MICHAEL eröffnet dem Zuschauer die Täterperspektive eines unglaublichen Verbrechens. Mit nüchterner Forensik zeigt er die Seelenlandschaft des Unbegreiflichen und Verwerflichen. Die mit Perfektion angewandte Kunst der Auslassung, der konzeptionelle Mut des Filmemachers und ein präziser Hauptdarsteller machen diesen klugen Film zu einer vorsichtigen Annäherung an die Abscheulichkeit, die man nicht mehr vergessen wird.