
KULTURKALENDER
Classic Photography 2009 - ein Interview mit Udo Steigner
Dienstag, 7. AprilZum zweiten Mal nach 2006 lädt der Saarpfalz-Kreis zur „Classic Photography“, dem Forum für zeitgenössische Fotografie. Anlass für vier Fragen an deren Leiter, den Pressesprecher des Saarpfalz-Kreises und Fotografen, Udo Steigner.
Was empfiehlt ausgerechnet Homburg zur Heimstatt der klassischen Fotografie?
Ich bin zusammen mit Martin Blume, dem Initiator, der Organisator vor Ort, der sowohl Ausstellungen wie die beiden Veranstaltungstage konzipiert und mit Inhalt füllt.
Homburg war 2006 Austragungsort der zweiten CP, weil das Thema „subjektive fotografie“ sehr eng mit Otto Steinert verknüpft ist. Steinert lebte einige Jahre in der Saarpfalz, genau in Webenheim. Und in der Saar- und Westpfalz sind noch sehr viele Fotografen, die analog wie digital arbeiten.
Und was heißt „klassische Fotografie“? Die Abwesenheit des Digitalen?
Der Titel „classic photography“ entstand zuerst aus der Überlegung heraus, analoge und digitale Fotografie von einander zu trennen. Dieser Ansatz aber verschob sich schon 2006. Jetzt ist mit klassischer Fotografie gemeint, dass das Ausgangsprodukte, die Fotografie, wieder im Zentrum des Interesses steht. Der Weg zu diesem Foto kann analog wie digital sein – er muss lediglich überzeugen.
Wen interessiert das? Den verbissenen Fotoamateur, für den Technik alles und Kunst meist am Rande des Kitsches hausende Dekoration ist?
Gute Fotografie interessiert sehr viele Menschen. Deshalb ist die Classic Photography in der Saarpfalz nicht nur ein zweitägiger Workshop für Anwender, sondern auch ein Forum für hoch interessante Fotoausstellungen. Mit den Ausstellungen vor und nach der Classic, wie z.B. die Doppelausstellung „Wolfgang Kunz – Karl Kunz“ sind es insgesamt acht Ausstellungen, die in und um Homburg gezeigt werden. Darunter Höhepunkte wie die Hilsdorf-Ausstellung in Zweibrücken oder auch Arbeiten aus dem Pinhole-Projekt, die am 23. und 24. Mai in Homburg gezeigt werden. Es geht also nicht nur um Technik oder Dekoration, sondern einfach um erstklassige Fotografie – von den ersten Tagen bis heute.
Worin unterscheidet „Classic Photography“ von der allgegenwärtigen die Provinz heimsuchende Marketingstrategie, in der alles bemüht ist, durch Events und dergleichen Alleinstellungsmerkmale zu produzieren?
Ich bin überzeugt davon, dass die CP die Besucher durch Qualität überzeugt. Wir wollen nicht marktschreierisch um Besucher werben, sondern freuen uns über alle Besucher, die Spaß und Freude an der Fotografie haben – als Betrachter wie als Macher. Ich glaube, die Ehrlichkeit und das Niveau sind unsere beiden wichtigsten Standsäulen. Vor diesem Hintergrund sind wir einfach stolz auf das, was präsentiert wird – scheuen keinen Vergleich. Ich glaube, dass diese Überzeugung nicht zuletzt von den Gästen honoriert wird. Schon heute haben wir Anmeldungen aus ganz Deutschland, Frankreich, Luxemburg, der Schweiz und Belgien.
Das Interview führte Dr. Sabine Graf
Weitere Informationen zur Ausstellung "Classic Photography 2009" im pdf-Format.





