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KULTURKALENDER

 

Auswärtsspiel III

Dienstag, 7. April


Auf der Suche nach einem Platz an der Wand – Die Bilder von Albert Weisgerber auf Reisen.

Man nennt ihn einen „hochbegabten Wahlmünchner“. Das mag die späte Rache der Preußen sein, die nun den im Reich der Wittelsbacher zu Ruhm und Ehre gekommenen Maler entgültig seiner saarländischen Wurzeln zu berauben. Dass dies aus Anlass der Weisgerber-Ausstellung „Zwischen Tradition und Moderne“ in der Saarländischen Galerie im Palais am Festungsgraben geschah, ist eine Angelegenheit der höheren Komik.

Die Weisgerber-Bilder sind derzeit auf Reisen, da das  Museum Sankt Ingbert sein altes Domizil im ehemaligen Landratsamt aufgegeben hat, aber der neue Sitz in der Alten Baumwollspinnerei erst umgebaut werden muss. 2010 sind sie wieder an dem Ort, an dem der Maler 1878 geboren wurde. Um Maler zu werden, musste er nach München, da es im Land keine Akademie gab So wurde der „hochbegabte Wahlmünchner“  aus der Not geboren, dessen Motiven sich die ehemalige Kulturstaatsministerin Prof. Dr. Christina Weiss bei der Vernissage annahm. Nicht ohne biographische Details, diese ehrenwerten Garanten der Glaubwürdigkeit, darin einfließen zu lassen. Die lange Mähne des Absalom wickelte und wand  die Wahlberlinerin aus St. Ingbert hinein in ihre frühen Jahre, in denen der Erstkontakt mit dem gleichnamigen Gemälde Weisgerbers in der Sammlung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums lag.

Von dort war es nur ein kleiner Schritt zum Künstler an sich, den Weisgerber, nicht weniger heiligenmäßig, in der Figur des Sebastian verkörpert fand. Schmerz und Eitelkeit bleiben die wunderbaren Gefährten jeglicher künstlerischen Hervorbringung: Da mögen die Blicke der anderen wie Pfeile sein, aber ohne sie keine Aufmerksamkeit und keine Märtyrerrolle, welche sich als die beste für den Künstler erweist. Sichert sie doch den Ruhm über die Zeit hinaus.   Eine Einsicht, die dem „hochbegabten Wahlmünchner“ gewiss nicht fremd war. Also: Weine nicht, St. Ingbert. Deine Zeit wird kommen.

Ausstellung bis zum 3. Mai in der Saarländischen Galerie im Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, Berlin-Mitte.
Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 15 bis 19 Uhr.