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KULTURKALENDER

 

Am Strom hinter der Stadt

Donnerstag, 9. Juli


Das Silo am Osthafen in Saarbrücken (C)Volker Schütz

Silo am alten Osthafen von unten betrachtet (C)Volker Schütz



Kunst-Silo bietet Sommerprogramm

Aus einer Brache einen Freizeitstandort zu machen, hatte sich der Saarbrücker Architekt Walther Göggelmann vorgenommen. Vor ein paar Jahren kaufte er am alten Osthafen hinter dem Großmarkt ein ehemaliges Getreidesilo. Hier setzten einst die Römer über die Saar, bauten ein Kastell, um ihre Reisenden zu schützen, bevor sie über die alte von den Spicherer Höhen an die Saar führende alte Handelsstraße weiter in Richtung Rhein oder Mosel gingen. Das sogenannte „Römerkastell“ ist einer der ältesten, wenn nicht die älteste Stätte Saarbrückens.

Doch der wilde Fluss, der so eine steinerne Brücke in späteren Jahren niederriss, verhinderte, dass sich an dieser Stelle Burg und später das Schloss der Herren der Stadt ansiedelte. Man zog auf den bekannten Felsen flussaufwärts, errichtete dort seinen Stammsitz und hatte vor dem Fluss seine Ruhe. Die Gegend am Römerkastell geriet ins Abseits. Das blieb viele Jahre so, der Wiederaufbau der Stadt Saarbrücken nach 1945 besiegelte das Schicksal des Areals. Es fiel in einen Dornröschschlaf.  

 Das blieb so bis Walther Göggelmann sich Silo und Umfeld annahm. Sein erklärtes Ziel ist, „hier einen Standort zu entwickeln und städtebauliche Erneuerung voranzutreiben. Aus der Brache soll ein Freizeitstandort werden.“ Denn für ihn geht es nicht nur um das Silo allein, auch das umliegende Gelände soll profitieren. Er denkt an eine Mischnutzung aus Kultur, Freizeit und Gewerbe. Doch der Ruf eines Einzelnen mag hier wenig ausrichten. Es müssen viele sein. Um sie auf die Fläche vor der Stadt zu locken, griff Walther Göggelmann auf ein altbewährtes Mittel zurück: Kultur, Konzerte, Bildende Kunst in ihren Spielarten zwischen Malerei, Video und Performance und Literatur. Dafür fand er einen großen Kreis Mitstreiter in der Kunstszene der Stadt.  

Wichtig dabei ist, dass hier auf Dauer etwas geschieht und sich der Standort in das Bewusstsein der Saarbrücker einprägt. Das aktuelle Sommerprogramm hat daran ebenso seinen Anteil wie das Café Silo, das angetan ist, täglich die Botschaft vom Standort zu verbreiten: Das gilt für drinnen wie auch für draußen an der Uferpromenade und auf dem Tanzboden, während der in Zusammenarbeit mit dem Kino Achteinhalb und dem Saarländischen Filmbüro veranstalteten Kinonächte im „Freilichtkino 7 Grad Ost“ oder in den Kunst- und Tanzkursen mit Heidrun Kley-Baltes. Verschiedene Künstlergruppen haben das Silo für sich entdeckt. Im Rahmen der Veranstaltung „Schöne Künste“ in Saarbrücken lädt man am 10. Juli ab 18.37 Uhr auch ans Silo, wobei man dem Ort mit dem geänderten Titel „Schöne Küste“ die Ehre gibt.  

Auch der Weg ist dabei für Walther Göggelmann das Ziel. Die Uferpromenade ist für ihn nicht nur auf das unmittelbare Umfeld des Silos beschränkt. Der Fuß- und Radweg zum Silo soll, geht es nach ihm, das Bild der einst für Saarbrücken geplanten „Kulturuferpromenade“ aufgreifen und hier aus den vorhandenen künstlerischen Ressourcen, sagt er, etwas zu entwickeln und damit eine Alternative zum Treidelpfad zu bieten. Denn das Silo und sein Umfeld sind, erinnert er, „auch ein Teil der Stadt am Fluss.“  

Hier kommt die ganze Welt zusammen, meint er im Hinblick auf das aktuelle Sommerprogramm. Die große weite bringen die Filme mit, die Großregion ist durch Filmemacher mit ihren Arbeiten vertreten, die Stadt durch Studierende und Absolventen der Hochschule der Bildenden Künste Saar sowie freie Künstlergruppen aus der Stadt. Das Kino beginnt bei Sonnenuntergang.  

SABINE GRAF  

Sommerprogramm Kunst-Silo am Osthafen  

Kino: Die Vorstellung beginnt 30 Minuten nach der angegebenen Sonnenuntergangszeit!  

Freitag, den 10 Juli, um 21.37 Uhr „Round Midnight“ von Bertrand Tavernier

Freitag, den 24. Juli, um 21.24 Uhr „Short and Crazy“ Kurzfilme und Animationen aus der Region und aus der Welt

Freitag, den 7. August, um 21.34 Uhr „Sound und Tracks“. Film trifft Musik. Klang trifft Vision

Freitag, den 21. August um 20.34 Uhr „Ed Wood“ von Tim Burton

Freitag, den 4. September um 20.11 Uhr „Lost Highway“ von David Lynch

Freitag, den 18. September um 20.11 Uhr “Nacht der Videokunst”

Freitag, den 25. September um 19.26 Uhr „Fin. Die Kunst des Feiern“ Musik, Video, Lichteffekte  

Eintrittspreise: 5 Euro (Einzelkarte), 20 Euro (Fünferpass) Die Karten sind übertragbar.  

Kontakt und Information Kunstsilo Walther Göggelmann Freilichtkino(at)kunst-silo.de

www.kunst-silo.de