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KULTURKALENDER

 

52 Tage Kunst im Schulalltag

Donnerstag, 2. Juli


Nach 52 Tagen stellte der Plastiker seine Arbeit fertig.  (C)Ramesch

Seiji Kimoto vor seiner Plastik im Berufsbildungszentrum Paul-Schmook-Straße in Saarbrücken-Malstatt (C)Ramesch



Offenes Atelier in Saarbrücker Berufsbildungszentrum

Der Verein Ramesch – Forum für Interkulturelle Begegnung e.V. und der Regionalverband Saarbrücken taten sich mit dem Künstler Seiji Kimoto zusammen und eröffneten für 52 Tage im Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum, Abteilung Fachoberschule Design ein Offenes Atelier. Jetzt ist Schluss, aber seine Skulptur bleibt.    

Er hat sie für den Ort gemacht, hat der im saarländischen Wiebelskirchen lebende Plastiker und Kalligraph Seiji Kimoto im März erklärt. Damals hatte die Kunstaktion begonnen. Sie war  Teil der Veranstaltungsreihe 2008, mit der Ramesch e.V. unter dem Thema „Kunst, Migration, Identität“. Damit nahm sich Ramesch seinem ureigenen Thema an: Die Begegnung der Kulturen zu befördern und dabei die Anteile von Künstlern nicht-deutscher Herkunft an unserer Gegenwartskultur zu zeigen.    

Dazu gehört Seiji Kimoto, der 1967 aus dem japanischen Osaka ins Saarland kam und seitdem immer wieder mit seinen Plastiken und Installationen in Galerien und für den öffentlichen Raum die Gestalt der hiesigen Kunstszene mitbestimmt hat.   Dabei zählte für Kimoto immer die Auseinandersetzung mit dem Ort, den Menschen und der sie bestimmenden Geschichte. In der Vergangenheit war es Plätze gewesen, die hart in das Leben der Menschen eingegriffen hatte.

Sein Denkmal für die Zwangsarbeiter im ehemaligen Neunkircher Eisenwerk war durch die Begegnung mit einer ehemaligen russischen Zwangsarbeiterin angestoßen worden, die seine Tochter im Rahmen eines Schulprojektes kennengelernt hatte. Kimoto nahm sich des Themas mit den ihm vertrauten Motiven des Steins, des Seils an und formte daraus eine Skulptur, in der sich sein Lebensthema, das Geflecht von Macht und Ohnmacht darstellte: Keiner unterliegt der Macht ganz, immer bleibt ein unantastbarer Rest der Würde zurück. Die Verhältnisse sind nicht so klar, wie sie offenbar scheinen.  Davon beeinflusst sind auch seine Plastiken unter dem Titel "Menschenmaterial“, die er für die Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen fertigte oder sein „Stein unter Bewachung“, den er in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen hinterließ.  

Eine Schule hingegen ist ein anderer Ort, doch auch hier setzte Kimoto eine Plastik, die aus der Auseinandersetzung mit ihm zustande kam. In dem Berufsbildungszentrum werden angehende Designer, Raumgestalter, in jedem Fall junge Menschen auf einen kreativen Beruf vorbereitet. Dafür stehen die ineinandergreifenden Hände seiner Plastik. Sie stellen den Bezug zum Ort her, wo die  „Idee und deren Umsetzung“ Thema ist, sagt Seiji Kimoto. Dazu gehört der runde Stein als Zeichen des Widerstands, aber zugleich als Fundament, auf das einer bauen kann, auf dem etwas Neues entsteht. In gleicher Absicht setzte er auch die Grundformen, Kreis und Viereck ein. Sie verweisen auf den Ort und dessen Anspruch, jungen Menschen die Grundlagen für kreative Berufe zu vermitteln. Seine Arbeit gibt dafür ein Beispiel.

Ein sogenanntes „Offenes Atelier“ im Foyer der Schule bot die geeignete Möglichkeit, Künstlerisches mit Pädagogischem zu verbinden. Diesen Prozess offen zu zeigen, hat ihn hierher und ins Gespräch mit den Schülern gebracht. Sie fragten ihn über seine Arbeit, halfen beim Leimen der Holzplatten, erzählt er. Die fertige Plastik bleibt in der Schule. Schließlich hat er sie für diesen Ort gemacht.    

Unterstützt wurde das Projekt von Ramesch e.V., der Saarland-Sporttoto GmbH sowie dem Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur des Saarlandes.    

SABINE GRAF  

Information:

E-Mail: info@ramesch.de Homepage: www.ramesch.de    

Bis zum 3. Juli läuft noch die Ausstellung “Quer/Schnitt” – Steine und Tropfen: Plastiken, Tuschbilder, Kalligrafien von Seiji Kimoto in der Halle 21, Werkstatt der Firma Konstruktiv im Saarpfalz-Park Bexbach.