Leseprobe Erinnerung Ausgabe 21
Auschwitz – eine Telefonnummer

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Der ehemalige KZ-Häftling und Wissenschaftler
Prof. Dr. Arno Lustiger
über Holocaust-Leugner, Erinnerungsarbeit
und Ahmadinedschad
Opus Kulturmagazin: Was empfinden Sie, wenn
Sie hören, dass der Holocaust-Leugner Williamson
seine Aussagen weiterhin tätigt?
Arno Lustiger: Einfach nur Empörung!
Ich muss mich sehr wundern, dass der Vatikan,
dass der Papst so etwas tolerieren
kann, statt sich von Williamson loszusagen!
Holocaust-Erziehung – wird in Deutschland genug
getan?
Ich bin der Meinung: Ja! Es kommt auf
die Lehrer an den einzelnen Schulen an.
Wichtig ist, mit dem Wissen über das
Geschehene entsprechend zu reagieren.
Aber unsere Schüler müssen sich nicht
täglich ihr Leben mit der Erinnerung an
diesen schrecklichen Völkermord „versauen“.
Wie reagieren Sie auf den zunehmenden Antisemitismus
in der muslimischen Bevölkerung in
Deutschland?
Mich befremdet etwas die permissive Einstellung
der Öffentlichkeit wie der Presse,
am Ende von uns allen. Man muss das
sehr ernst nehmen und darf das nicht
durchgehen lassen, denn dieser Antisemitismus
ist in Deutschland strafbar.
Die jüdischen Gemeinden erleben eine nicht für
möglich gehaltenen Zuwanderung aus dem osteuropäischen
Raum. Ist das für Sie eine Chance
oder sehen Sie eher Gefahren?
Es gibt ein Abkommen mit der Bundesregierung,
einer Anzahl von Juden aus
der Sowjetunion die Einwanderung nach
Deutschland zu gestatten. Ich sehe darin
eine große Chance angesichts der durch
den Holocaust verschwindend gering
gewordenen jüdischen Bevölkerung in
Deutschland. Darunter ist eine große Anzahl
von sehr gut ausgebildeten Akademikern,
die ihren Beitrag für unsere Gesellschaft
schon heute leisten.
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Burkhard Jellonnek




