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Saarland Online
 

Schwerpunkt Ausgabe 20

Kunstantenne in Berlin

Die Galerie am Festungsgraben

 

Als Beauftragte des Saarlandes für Bundesangelegenheiten  machte StaatssekretärinMonika Beck die Saarländische Landesvertretung binnen kurzer Zeit nach ihrem Amtsantritt zu einem frequentierten Begegnungsort für Kultur.

Mit Unterstützung ihres Kulturberaters Dr. Anton Markmiller organisierte sie viele Ausstellungen,Konzerte und Veranstaltungen. Zahlreiche saarländische Kulturschaffende konnten in der Landesvertretung und an anderen Orten in Berlin auftreten. Besondere Erwähnung verdient dabei einmehrjähriges von Saartoto gesponsertes Stipendienprogramm für Nachwuchskräfte.

Monika Beck konnte das Département Moselle überzeugen, ein Büro in der Saarvertretung zu eröffnen. Ein besonders gelungener Coup war die Einrichtung der Saarländischen Galerie im Palais am Festungsgraben, dem ehemaligen Haus der Kultur der Sowjetunion, eine allererste Adresse in Berlin-Mitte in unmittelbarer Nachbarschaft zum Deutschen Historischen Museum.

Dr. Dadja Altenburg-Kohl von Kohlpharma  wurde als Mäzenin gewonnen, das Saarländische Künstlerhaus e.V. in Saarbrücken bot sich als Partner gerade zuan, zumal die Beauftragte des Saarlandesbeim Bund – vor ihrer politischen Zeiteine erfolgreiche Galeristin – den saarländischen und auch den Lothringer Kunstschaffenden in der deutschen Hauptstadt eine attraktive Plattform schaffen wollte.

Im Saarland wurde die Initiative in Künstlerkreisen als Chance begriffen, es gab aber nicht nur Beifall, man hörte auch kleinkarierte Kritik, da und dort von Missgunst begleitet. Eröffnet wurde die Galerie im September 2004 mit einer Retrospektive des Malers Lukas Kramer. Bis Mitte 2010 sind insgesamt 45 Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert worden. Gezeigt wurden mit saarländischer Provenienz u. a. Paul Antonius, Galli, Alex Gern, KarlKunz, Mane Hellenthal, Oskar Holweck,

Leslie Huppert, Sven-Erik Klein, Ulrike Rosenbach, Volker Sieben, Stoll & Wachall, Albert Weisgerber und Thomas Woiciechowicz. Aus Frankreich kamen u. a. Christian Bizeul, Bernard Copeaux, Paul Flickinger, Gagliardi, Alain Galaup, Jean Lurçat, Jean Claude Kanny, Olivier Pé, Thomassi, Jean und Pierre Villemin und aus Tschechien, präsentiert von der Stiftung Montanelli in Prag u. a. Vàclav
Blaha, Bela Kolárová, Jiry Kolár und Radek Kratina und Pavel Roucka. Die Galerie wurde vom Publikum angenommen und erreichte bis Ende 2009 rund 30.000 Kunstinteressierte und hatte herausragende Gäste wie den früheren
tschechischen Präsidenten Vaclav Havel und den Außenminister Karel Schwarzenberg, den Bundespräsidenten Horst Köhler und den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit.


Als Monika Beck Ende 2005 in den Ruhestand ging, sorgte sie durch die Gründung des gemeinnützigen, unabhängigen Galerievereins „Saarländische Galerie – Europäisches Kunstforum“, dessen Vorsitz Prof. Dr. Christoph Stölzl übernahm, für Kontinuität in der Fortführung der Galerie. Die saarländische Landesvertretung bleibt Mieter der Galerieräume und fördert einzelne Ausstellungen, während die finanzielle Grundausstattung weiterhin dem mäzenatischen Engagement von Dadja Kohl-Altenburg und Kohlpharma zu verdanken ist.


Trotz weitgehend guter Zusammenarbeit erwies sich die gemeinsame Trägerschaft mit dem Saarländischen Künstlerhauses e.V. im Laufe der Zeit vor allem logistisch als zunehmend schwierig, galt es doch immerhin, vier  Ausstellungen pro Jahr zu stemmen. So kam es, dass Ende 2005 die institutionelle Zusammenarbeit einvernehmlich eingestellt wurde. Entgegen den
von Cathrin Elss-Seringhaus seinerzeit in der Saarbrücker Zeitung geäußerten Befürchtungen, gab es jedoch keinerlei Einschränkungen bei der Präsentation saarländischer Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Jahr werden sogar mit fünf Ausstellungen vertreten sind.


Es bleibt zu hoffen, dass die Galerie auch Bestand hat, auch wenn sich künftig bei den Eigentums- oder Besitzverhältnissen des Palais am Festungsgraben Veränderungen ergeben sollten.


Dr. Kurt Bohr

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