Leseprobe Kultur Ausgabe 18
Gabriella Bandel: Schlaflos in Saarbrücken Ein Resümee des Max Ophüls Festivals
Nach dem Filmfestival ist vor dem Filmfestival Max Ophüls Preis
Festivalarbeit ist nichts für Menschen, dieviel Schlaf brauchen. Auch diesen Textschreibe ich in der Nacht, weil sich Körper und Geist darauf eingestellt haben, spät nachts noch hellwach zu sein. Wenn ich jetzt häufig höre: „…jetzt ist die Festivalwochedoch vorbei, nun kannst Du erstmal entspannen“ merke ich, wie schwieriges ist, nach monatelangen Vorbereitungenden normalen Alltag zu leben.
Ich vermisse sogar, nächtelang Filme zu sichten und zu bewerten. Die Neugierde, die einen beim Durchsehen des DVD-Stapelsbefällt, lässt einen Müdigkeit und Zeitdruck vergessen. Ja, es gibt sie – die jungen deutschenFilme, die einen fesseln und für die es sich lohnt, so hart zu arbeiten:
Debütfilme, die beweisen, wie viel Talent und Besessenheites unter den jungen deutschen Regisseuren gibt, Filmkultur, die es zu fördern gilt. Höhepunkt der ganzen Arbeit ist die Festivalwoche: Fünf Tage, an denen man sowieso nicht vor 3 Uhr den Festivaltreffpunkt Lolas Bistro in der Garage verlässt.
Tagsüber im Kino und bei den Premieren steht das Begrüßen der Gäste und Filmteams im Vordergrund. In diesem Jahrhabe ich mich besonders gefreut, dass es uns gelungen ist, so bekannte Namen wie Jim Rakete mit seiner Ausstellung nach Saarbrücken zu holen und den wunderbaren Michael Gwisdek, dessen ganz persönliche Film-Reihe in Kooperation mit der DEFA-Stiftung bei uns zu sehen war.
Abends sorgen die Mitternacht-Talks für aufregende und provokante Diskussionen. Ich denke da an das diesjährige Gespräch mit Mathieu Carriere zu dem Film DIE ENTBEHRLICHEN und die lebhafte Vorstellung des polarisierenden Wettbewerbsbeitrags PICCO.
Und in Lolas Bistro kommt man den Filmschaffenden näher, die Atmosphäre ist entspannt und man erfährt viel über Motivation, Schwierigkeiten, Hoffnungen, Herausforderungen und Risiken eines Filmprojektes.....
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